Forchheim
Padel-Tennis

Ein Käfig voller Hobbysportler für Forchheim

Harry Payrleitner macht ernst mit seinem neuen Hobby: Parallel zum Umzug der SpVgg Jahn in den Norden plant er die Errichtung von drei Courts für einen neuen Trendsport.
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Seitdem Harry Payrleitner vor fünf Jahren im Urlaub Padel-Tennis ausprobierte, ist er Feuer und Flamme für die Mischung aus Squash und Tennis. Der Forchheimer nahm inzwischen an Turnieren und internationalen Meisterschaften teil, ist in der Führungsriege des Deutschen Padel-Bunds und überzeugt, dass die Sportart nicht nur ein Trend ist. Während im Süden und Norden Europas sowie in Payrleitners Heimatland Österreich die Padel-Courts teilweise wie Pilze aus dem Boden schießen, hat sich speziell in Bayern bislang aber wenig getan.

"Es ist eine Kostenfrage. Und weil der Bayerische Landessportverband die Sportart nicht fördert, gibt es keine Zuschüsse. Selbst eine Vereinsgründung würde also nichts bringen", erklärt der 44-Jährige. Deshalb versucht er es auf eigene Faust. Den Umzug der SpVgg Jahn von der Stadtmitte in den Norden will Payrleitner nutzen, um neben dem neuen Gelände drei Courts bauen zu lassen: "Es soll keine Konkurrenz sein, sondern eine Ergänzung, von der alle profitieren", sagt der Tennislehrer. Ihm schwebt beispielsweise vor, dass Eltern ihre Kinder zum Fußball bringen und währenddessen Padel ausprobieren.

Infrastruktur kein Hindernis

Die mündliche Zusage für die Erbpacht eines 2600 Quadratmeter großen Grundstücks hat Payrleitner bereits, die Bauvoranfrage ist bei der Stadt eingereicht. Eine Ablehnung hält er für unwahrscheinlich. Schließlich sollen direkt daneben die neuen Tennisplätze der SpVgg entstehen, was Lärmschutzgründe ausschließen dürfte. Auch bezüglich der Nachfrage macht sich der 44-Jährige keine Sorgen: "In Forchheim-Nord sind mehrere Schulen und eine Autobahnausfahrt. Ein S-Bahn-Halt ist geplant. Ein Gewerbegebiet könnte bald entstehen. Padel-Tennis, das stets im Doppel gespielt wird, sei auch für Ungeübte leicht zu lernen und daher zum Beispiel als Betriebssport geeignet.

Bleibt die Finanzierung. Eine spanische Firma biete einen Court ab 25 000 Euro an. Payrleitner will mindestens drei davon, weil sich die Ausrichtung von Turnieren und ähnlichen Veranstaltungen sonst nicht lohne. Um auch bei schlechtem Wetter spielen zu können, solle wenigstens ein Platz überdacht sein, was den Preis fast auf die doppelte Summe treiben würde. Deutsche Hersteller seien sogar noch teurer, "aber in Schweden herrscht im Winter ja noch raueres Klima und trotzdem bauen dort vor allem die Spanier." Eine "Chill-Area" für Begleiter und Zuschauer dürfe ebenfalls nicht fehlen.

Padel-Forum in Eckental

Der Forchheimer ist bereits auf potenzielle Sponsoren zugegangen, liebäugelt mit der Variante des Crowd-Fundings und nutzte das ATP-Challenger-Tennisturnier in Eckental, um sich mit etwa 15 anderen Padel-Fans der Region auszutauschen, darunter Vertreter des TB Erlangen. Payrleitners Vision ist eine fränkische Padel-Achse von Nürnberg (seit 2017) bis Würzburg (2019), wo es schon Plätze gibt, die durch Erlangen, Forchheim, Bamberg und Haßfurt vervollständigt werden solle.

Ein weiteres Hindernis offenbart sich aktuell: Die European Padel Association (in Lissabon) und die International Padel Federation (in Rom) tragen gleichzeitig eine Europameisterschaft aus. In Deutschland machen sich der DPB um Payrleitner und der Deutsche Padel-Verband (DPV) gegenseitig Konkurrenz. Dabei wäre die gemeinsame Rechnung simpel: Gibt es mehr Courts, kommen mehr Leute auf den Geschmack - so wie einst Harry Payrleitner im Sommerurlaub.

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