LKR Forchheim
InFranken-Kick

Ein historisches Derby - ohne Trainer

Ein Spiel mit Seltenheitswert: Nach vielen Jahren treffen Weilersbach und Pretzfeld in einem Ligaspiel aufeinander. Auf beiden Seiten fehlen die Trainer.
Artikel drucken Artikel einbetten
Auf seine Tore hofft der SV Pretzfeld: Der spielende Co-Trainer Volkan Güla vertritt den urlaubenden Jörg Rösch. Auf Seiten der Weilersbacher fehlt mit Simon Dimter ebenfalls der hauptamtliche Coach. Zink
Auf seine Tore hofft der SV Pretzfeld: Der spielende Co-Trainer Volkan Güla vertritt den urlaubenden Jörg Rösch. Auf Seiten der Weilersbacher fehlt mit Simon Dimter ebenfalls der hauptamtliche Coach. Zink

Wenn die Fans des SV Pretzfeld in den letzten Jahren die Wiesent überquert haben, dann lediglich, um gegen die Reserve des SV Weilersbach in der A-Klasse zu spielen. Die Erste der Gloria spielte im Normalfall in höheren Gefilden. Heute um 16 Uhr trifft der SVP erstmals seit mindestens 40 Jahren wieder auf die Erste der Weilersbacher in der Kreisklasse 2. Kurios dabei: Auf beiden Seiten sind die Trainer nicht da. SV Gloria Weilersbach (12.) -SV Pretzfeld (16.) Für einen Fußmarsch liegen die Sportheime mit fünf bis sechs Kilometern ein wenig zu weit auseinander. Mit dem Fahrrad könnte der eine oder andere Zuschauer den kurzen Weg auf sich nehmen, sofern die eigenen Oberschenkel für den Anstieg bis hoch zum Weilersbacher Fußballplatz ausgelegt sind. Egal wie die Besucher zum Sportplatz gelangen, sie werden Historisches miterleben. Jahrzehntelang waren es die Weilersbacher, die in höheren Ligen als der SV Pretzfeld kickten. Jetzt, nach dem Aufstieg des SVP, treffen die Nachbarn erstmals wieder im Punktspielbetrieb aufeinander. Von den Fußballern, die auf dem Platz stehen werden und ihr jeweiliges Dorf vertreten, hat keiner das letzte große Derby miterlebt. Es wird das erste Nachbarschaftsduell ihrer Generation werden - verlieren will da natürlich niemand.

Co-Trainer im Einsatz

Ausgerechnet zu diesem historischen Spiel werden zwei wichtige Akteure nicht anwesend sein. Sowohl Weilersbachs Trainer Simon Dimter als auch Pretzfelds Trainer Jörg Rösch sind im Urlaub und lassen sich von ihren jeweiligen Co-Trainern Sebastian Vollmeier und Volkan Güla vertreten. Dimter fehlte bereits beim 2:0 gegen Effeltrich, Rösch fehlt das dritte Spiel in Folge und wird auch am Mittwoch darauf noch fehlen, weil ausgerechnet während der Sommerferien zwei Wochenspieltage vom Verband angesetzt wurden. "Mit Familie muss der Jörg eben in den Ferien in den Urlaub. Das können wir als Verein verstehen", zeigt Pretzfelds Spielleiter Christian Dennerlein Verständnis. André Krippner wird ebenfalls ausfallen, hinter dem Einsatz von Holger Grünsteudel steht ein Fragezeichen. Bei Weilersbach sind Philipp Langmar und Markus Hendel angeschlagen, David Schlenz und Christopher Ott sind verletzt und fallen genauso wie Urlauber Tobias Sebald aus.

Schwacher Start des Aufsteigers

Dennerlein sieht auf dem Konto seiner Mannschaft nach vier Spieltagen noch die Null stehen, bei 4:20 Toren. "Wir mussten zu Beginn gegen drei letztjährige Kreisligisten spielen. Da ist es natürlich schwer, nach dem Aufstieg in der neuen Liga anzukommen. Wir machen noch zu viele Fehler. Wenn du in der Kreisklasse schläfst, hast du gleich ein Tor drin. Das war in der A-Klasse nicht der Fall", so der Funktionär. "Für uns ist das Spiel in Weilersbach eine Riesensache. Das ist eines der Spiele, für die es sich gelohnt hat, aufzusteigen. Ich persönlich kann mich nicht an das letzte Aufeinandertreffen erinnern. Weilersbach spielte immer höher." Und gerade deswegen glaubt der Spielleiter, dass alles, was in der Saison bisher geschehen ist, im direkten Duell egal sein wird. "Vielleicht kommt Weilersbach für uns genau zum richtigen Zeitpunkt, weil ein solches Derby seinen eigenen Flair hat und die Spieler besonders motiviert sein werden."

Keine Überheblichkeit

Weilersbachs Sebastian Vollmeier versichert, dass seine Mannschaft den punktlosen Aufsteiger nicht unterschätzen wird. "Das wird nicht passieren. Jedem ist bewusst, wie heiß Pretzfeld sein wird. Dass es ein Derby ist, macht die Ausgangslage für uns noch gefährlicher." Der Trainer erwartet einen Gegner, der kampfbetont ins Spiel gehen wird. "Da wird es sicherlich wieder viele Diskussionen geben. Wir müssen an unsere konzentrierte Leistung vom letzten Wochenende anknüpfen, fair bleiben und den nötigen Kampfgeist zeigen. Dann können wir auch gegen einen Gegner gewinnen, der, sofern der Kader vollständig ist, eine eingespielte und treffsichere Offensive hat." uwke



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren