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Forchheim
Leichtathletik

Ein Australier gewinnt den Nikolauslauf

Als dritter Läufer in der Geschichte des Forchheimer Nikolauslauf bleibt Coloe Matthew aus Australien unter der magischen 32-Minuten-Marke. Bei den Frauen geht der Sieg im Hauptlauf an Babinja Wirth vom TSV Ebermannstadt.
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Sportliches Outfit gepaart mit einem Stoff-Geweih: So mancher Teilnehmer bewies durchaus Kreativität.  Fotos: herzopress
Sportliches Outfit gepaart mit einem Stoff-Geweih: So mancher Teilnehmer bewies durchaus Kreativität. Fotos: herzopress
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Herbststurm Xaver hatte sich rechtzeitig verzogen und die Sportinsel in eine weiße Winterlandschaft verwandelt, als sich am Samstag zur 37. Auflage des Forchheimer Nikolauslaufes wieder an die 500 Läufer und Läuferinnen trafen, um in acht Einzeldisziplinen von 560 Meter bis zehn Kilometer um Sieg und Platzierungen zu kämpfen. Die ausrichtende LG Forchheim und das Gartenamt der Stadt Forchheim hatten Strecke und Platz bestens vorbereitet, so dass trotz nasskalter Witterung alles bereitet war für einen heißen Lauftag.

Wer angesichts der Voranmeldungen auf eine solide Laufveranstaltung ohne läuferische Höhepunkte eingestellt war, sah sich bald eines Besseren belehrt, die Hälfte der späteren Top-Ten-Platzierten des Hauptlaufes kamen erst spät durch Nachmeldungen in die Starterlisten und überraschten ein ums andere Mal die Laufexperten.
Neben den bekannten Laufgrößen der nordbayerischen Region aus Bamberg, Erlangen, Fürth und Coburg finden doch immer wieder etliche lokal unbekannte Namen auch aus dem Ausland den Weg nach Forchheim, sei es aus beruflichen Gründen, aber auch, um den Besuch des Nürnberger Christkindlesmarktes spontan mit einem Lauferlebnis zu verknüpfen.

Herren-Sieg geht nach Australien

Am Ende war es der Athlet mit der längsten Anreise, der der Veranstaltung seinen Stempel aufdrückte: Coloe Matthew aus Australien hat den fränkischen Winter dieses Jahr von Berufs wegen dem Sommer in "Down under" vorgezogen und drehte mit mächtigem Druck seine Runden rund ums Forchheimer Altwasser. Kurz nachdem das Feld der rund 300 Hauptläufer auf die Strecke geschickt worden war, setzte er sich an die Spitze; Versuche seiner Konkurrenten, mit ihm Schritt zu halten, waren bereits nach der ersten Runde fehlgeschlagen.

32 Minuten unterboten

Bald war der Führende vom Melbourne Athletics Club im bunten Gewimmel der überrundeten Läufer den Blicken seiner Verfolger enteilt. In 31:56 Minuten blieb er am Ende als dritter Läufer in der Geschichte des Laufes unter der 32-Minuten-Marke und sicherte sich mit einer Minute Vorsprung überlegen den Sieg.

Für Top-Leistungen sowohl in der Spitze als auch in der mannschaftlichen Breite garantieren die Mannen des LAC Quelle Fürth, die gleich drei Läufer im engen Verfolgerfeld platzierten: Mit Sebastian Jost (32:56) und Dominik Mages (33:44) kamen sie dem enteilten Australier am nächsten. Knapp dahinter ein echter Ausnahmeläufer aus der Region: Der 52-jährige Hans Joachim Hermann von der LG Erlangen lieferte in 33:53 Minuten als Gesamtvierter nicht nur eine Top-Leistung ab, er verbesserte damit seinen eigenen Altersklassenrekord von vor zwei Jahren nochmal um fast 30 Sekunden. Hinter dem folgenden Nils Thielen (34:06 ) von der Eintracht Hildesheim liefen weitere bekannte Namen aus der Region ein: Markus-Kristan Siegler (TB Erlangen), Triathlet Swen Sundberg aus Herzogenaurach und Bjorn Day von der LG Erlangen komplettierten zusammen mit Markus Schwartz und Alexander Finsel (TV Coburg) das Klassement der Top-Ten, die alle noch unter der 35-Minute-Marke blieben. Als schnellster Forchheimer konnte sich Thomas Trzewik in 38:02 Minuten über den zweiten Platz der Altersklasse M40 freuen.

Wirth gewinnt bei den Frauen

Bei den Frauen kam es wie erwartet: Die 18-jährige Babinja Wirth vom TSV Ebermannstadt wurde ihrer Favoritenrolle gerecht und holte sich mit 16 Sekunden Vorsprung den Sieg der Frauenkonkurrenz. Sie verbesserte sich dabei um 40 Sekunden auf 39:40 Minuten, blieb erstmals unter der magischen 40-Minuten-Grenze und schloss damit eine überaus erfolgreiche Saison ab. Zweite wurde Silke Bittel von der LAC Quelle Fürth, das Siegerpodium komplettierte Carmen Schlichting-Förtsch vom SC Kemmern vor der Schwester der Gesamtsiegerin, Christina Wirth.

Als schnellste Forchheimerin lief Martina Landgraf in 44:11 Minuten zum Sieg der W40. Die Mannschaftswertungen der Herren gingen nach der starken Präsenz in den Einzelwertungen an den LAC Quell Fürth bei den Herren und den TSV Ebermannstadt bei den Damen. Bei letzteren komplettierte Nadja Pöhlmann das Siegertrio.

Henning verpasst Streckenrekord

Auch in den Läufen des Vorprogramms waren Top-Leistungen zu bewundern: Im Hobbylauf war der Sieger Torben Hoffmeister in 18:29 Minuten dem Feld um über zwei Minuten enteilt. Starke Konkurrenz hatte er lediglich im Sieger des parallel gewerteten Jugendlaufs: Hier verpasste das 16-jährige Lauftalent Tobias Henning von der LG Eckental den Streckenrekord nur um zwei Sekunden in 18:40 Minuten. Zweiter wurde hier Mittelstreckenspezialist Moritz Hecht von der ausrichtenden LG. Einen neuen Streckenrekord bei der W18 schaffte hingegen Sarah Neukamm (LAC Quell Fürth) als gesamtschnellstes Mädchen: Ihre neue Bestmarke steht nun bei 21:09 Minuten.

Mehr als 150 Kinder und Schüler absolvierten bereits am Vormittag Distanzen zwischen 560 und 2900 Meter in den Bambini- und Schülerläufen: Am größten war die Begeisterung im Bambinilauf der unter achtjährigen Kinder: Dick eingepackt, ob alleine oder begleitet von einem Elternteil, absolvierten sie ihre Runde, um nachher stolz im Ziel Medaille und Nikolaus aus den Händen einen echten Nikolaus entgegenzunehmen. Die beiden Erstplatzierten hier hießen Jonah Stilkbach und Ilka Staub (Pinzberg).

In den Schülerkonkurrenzen dominierten die regionalen Nachwuchstalente: Bei den Acht- und Neunjährigen über 1250 Meter siegte Valentin Roucka aus Nürnberg (4:39) vor Martin Müller (Hemhofen) und Jan Pluta aus Eggolsheim, schnellstes Mädchen war Charlotte Gundermann (LG Forchheim). Bei den Zehn- und Elfjährigen blieb einzig Lukas Hoffman aus Vorra vor den Forchheimern Nils Hellmrich, Johann Neuner, Emil Nöhring und Ronja Gellenthien.

Die nächsthöhere Altersklasse sah in Clemens Gundermann (LG Forchheim) den Sieger vor Fabian Dörr (Röthenbach) und Jan Carvalho (Neunkirchen). 2950 Meter hatten die 14- und 15-Jährigen zu absolvieren: Theodor Schell aus Burghaslach siegte vor Niklas Bucholz vom TSV Hemhofen und Patrick Fischer aus Zeil. Cosima Gundermann vervollständigte den Familienerfolg mit dem Sieg ihrer Altersklasse (W14).

Alle Ergebnisse im Internet unter www.lg-forchheim.de

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