Forchheim

Ein Aischtal-Trio gibt beim Jahn den Takt an

Sebastian Schäferlein aus Höchstadt sowie Patrick Oeser und André Jerundow aus dem Stadtteil Etzelskirchen spielen in Forchheim erstmals gemeinsam Fußball.
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André Jerundow (in lila) ist einer von drei Höchstadtern bei der SpVgg Jahn Forchheim. Hier bestreitet er im Trikot von Eintracht Bamberg ein Duell mit dem Ex-Forchheimer Tom Jäckel (damals FC Schweinfurt, jetzt Erlangen-Bruck).  Foto: Archiv
André Jerundow (in lila) ist einer von drei Höchstadtern bei der SpVgg Jahn Forchheim. Hier bestreitet er im Trikot von Eintracht Bamberg ein Duell mit dem Ex-Forchheimer Tom Jäckel (damals FC Schweinfurt, jetzt Erlangen-Bruck). Foto: Archiv
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Von Höchstadt beträgt die Fahrtzeit mit dem Auto nach Forchheim und Erlangen gleichermaßen eine knappe halbe Stunde. Um in der Bayernliga Fußball zu spielen, hat sich ein Trio aus dem Aischtal für die autobahnfreie Variante in die große Kreisstadt entschieden. Sebastian Schäferlein aus Höchstadt stieg in seiner zweiten Saison nach der Rückkehr aus Bamberg zum Kapitän auf. André Jerundow und Patrick Oeser (beide Etzelskirchen) stießen diesen Sommer zum Jahn.

Wenn es nach den Verantwortlichen der SpVgg gegangen wäre, hätte Oeser schon länger das Tor der Oberfranken gehütet. "Der Jahn wollte mich, auch ich hatte Interesse, aber in Fürth hatte ich wenig Spielpraxis und daher kaum Selbstvertrauen", erzählt der 21-Jährige von seiner Station bei der Greuther-Reserve, wo er 2015/2016 lediglich eine Regionalliga-Partie absolvierte. Der ungewöhnliche Schritt von der 4. Liga in die A-Klasse brachte den Keeper zurück in die Spur. Nach dem Aufstieg mit der SpVgg Etzelskirchen, wo er mit seinem Bruder Sandro kickte, wagte er den Schritt zur gleichzeitig in die Bayernliga aufgestiegenen Sportvereinigung.


Kein Stammkeeper bei der SpVgg

Dort wechselt er sich momentan mit Tino Stahl zwischen den Pfosten ab. "Jeder Torwart hat den Anspruch, Stammkeeper zu sein, aber ich akzeptiere die Entscheidung des Trainers. Mit Tino verstehe ich mich auch gut", sagt der 21-Jährige, der Coach Christian Springer genauso wie Stürmer Jens Wartenfelser aus seiner Zeit bei den Kleeblättern kennt. Eine lange Eingewöhnungsphase benötigte Oeser bei so vielen bekannten Gesichtern nicht. Und die neuen lernte er ebenfalls schnell kennen. "Beim Jahn gibt es schon den einen oder anderen Mannschaftsabend mehr als in Fürth", erklärt er.

Für Sebastian Schäferlein sind diese - meist spontanen - Treffen ein Schlüssel zum Erfolg. "Die Kameradschaft sorgt für die letzten Prozentpunkte. Zum Beispiel dafür, dass man nach einem dummen Ballverlust des Mitspielers auch in der 90. Minute noch hinterherläuft", erklärt der Kapitän. Auch wenn es beim Blick auf seine fußballerischen Stationen nicht so aussieht, "ich habe mich auch in Buckenhofen und Bamberg wohl gefühlt", sagt der 24-Jährige, der beim Forchheimer Stadtteil-Verein und bei der Eintracht jeweils nur ein Jahr spielte. "Als ich in Buckenhofen war, bekam ich das Angebot vom Jahn und wollte den Schritt in die Bayernliga unbedingt machen", erklärt er. In der Domstadt wäre er ohne die Insolvenz ebenfalls länger geblieben. "Auch wenn es in den Medien anders klang: Wir hatten eine schöne Zeit."

Trotz der Pleite und dreier Abstiege in Folge hielt André Jerundow dem FCE - auch wegen diverser Blessuren - bis zuletzt die Treue und folgte Schäferlein erst heuer Richtung Forchheim. "Mein Kumpel Steffen Müller hat mich auf der Etzelskirchener Kerwa gefragt, ob ich zum Jahn kommen will. Da ich dort schon viele kannte, fand ich das eine gute Idee", sagt der ehemalige Internatsschüler von Carl-Zeiss-Jena. Da die erste Mannschaft auch "nur" in der Regionalliga spielte, als Jerundow der A-Jugend-Bundesliga entwachsen war, entschied er sich für eine Rückkehr nach Franken.

Beim Jahn schätzt er das interne Klima: "In der Kabine und beim Training ist die Stimmung immer gut. Keiner tanzt aus der Reihe." Die Vorzüge des Gegners am Samstag, FC Würzburger Kickers II, gegen dessen Erste Jerundow mit Bamberg gespielt hat, sieht er in der taktischen Ausbildung der Spieler, die bis auf Torwart Jan Nirsberger (30) und Co-Trainer Dennis Schmidt (24) maximal 20 Jahre alt sind. Mehr Erfahrung bringt Coach Christian Demirtas mit, der einst als Profi für den Karlsruher SC und Mainz 05 auflief.

Dass es die Kickers-Reserve war, die den Jahn im Frühjahr 2016 in die Landesliga schickte, spiele keine Rolle mehr. "Es sind nur noch drei Spieler von damals im Kader. Wir haben einen neuen Trainer. Zudem haben wir die Geschichte mit dem Wiederaufstieg abgehakt", sagt Schäferlein.

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