Kirchehrenbach
Kunstrad

Ebermannstadter bezwingt die Gluthalle von Ungarn

Lukas Kohl hat seine Erfolgsserie beim Hitze-Weltcup in Ungarn fortgesetzt und dürfte sich den Gesamtsieg beim Finale in Baden-Württemberg kaum noch nehmen lassen.
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Lukas Kohl wird von Marcel Jüngling (li.) und Lokalmatador Martin Schön eingerahmt, die das Podest komplettierten.  Fotos: Wilfried Schwarz
Lukas Kohl wird von Marcel Jüngling (li.) und Lokalmatador Martin Schön eingerahmt, die das Podest komplettierten. Fotos: Wilfried Schwarz
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Lukas Kohl hat auch die dritte Runde des Kunstrad-Weltcups gewonnen. Bei der Veranstaltung des Weltradsportverbands UCI im ungarischen Bokod reichten dem Sportler des RMSV Kirchehrenbach 197,41 Punkte, um seine Gesamtführung in der vierteiligen Serie auszubauen. Vor dem Finale in Erlenbach (Baden-Württemberg) am 30. November, wo die doppelte Punktzahl vergeben wird, liegt der Ebermannstadter mit der Maximalausbeute von 300 Zählern klar vor Marcel Jüngling aus Dornheim (BW, 220), der in Bokod mit 173,24 Punkten abgeschlagen Zweiter wurde. Aufs Podest schaffte es überraschend auch Lokalmatador Martin Schön (162,55). Der bis dahin schärfste Verfolger von Kohl, Moritz Herbst, trat nicht an.

Aktiver und Organisator zugleich

Mit viel Herzblut hatten Martin Schön und seine Vereinskollegen den Wettkampf vorbereitet und durchgeführt. Die Ungarn waren kurzfristig für die in Hongkong geplante Veranstaltung eingesprungen. "Er braucht als aktiver Sportler ja für seinen Wettkampf einen freien Kopf. Deswegen mein großer Respekt zu dieser Leistung", lobte Kohl den ungarischen Meister und den Ausrichter.

Da die Kunstradsportler mit Ausnahme der Hallenrad-WM nicht die großen Sporthallen füllen, war die Zuschauerkapazität mit 100 Sitzplätzen begrenzt. Die Halle platzte daher zeitweise aus allen Nähten. Trotz der schwülwarmen Temperaturen in der Halle boten die Athleten beachtliche Leistungen, auch wenn nicht alle Übungen klappten. "Durch das Schwitzen wird alles rutschiger und wir haben daher Stürze gesehen, die sonst nicht vorkommen, wobei einige auf das Konto des ungewohnten Bodens zurückzuführen sind", berichtete Kohl.

Neben dem dreifachen Weltmeister im 1er holten drei weitere Deutsche den Sieg in ihrer Kategorie. Im 4er kam das weibliche Quartett aus dem oberbayerischen Steinhöring auf den ersten Platz. Schwarz-rot-goldene Dreifach-Triumphe gab es im 1er (Viola Brand vor Milena Slupina und Mattea Eckstein) sowie 2er der Frauen (Nattmann/Wurth vor Bringsken/Bringsken und Marquardt/Vordermeier.

Lukas Kohl hatte sich schon einige Tage vorher mit Mutter und Trainerin Andrea auf den Weg nach Ungarn gemacht. "In Bokod gab es über 30 Grad, eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit und einen geringen Sauerstoffgehalt in der Sporthalle. Alle drei Faktoren zusammen waren für uns eine neue Herausforderung ", erzählte der "Lukinator". Der relativ harte Parkettboden, dessen Befahren durch die Holzstäbchen ziemlich holprig war, tat sein Übriges. "In Deutschland haben wir meistens Kunststoffböden, die ganz andere Eigenschaften haben."

Abflug beim Damensitzsteiger

Gleich zu Beginn klappte sein Sattelstand mit Maute-Sprung. In der Steiger-Rückwärtsserie ging der Ebser beim Damensitzsteiger rückwärts aber vom Rad. "Dafür habe ich 100 Prozent Abwertung erhalten." Bei der Lenkerstanddrehung fuhr er dank einer Erweiterung Zusatzpunkte ein. Der vierfache Drehsprung und die weiteren Elemente passten.

Daher war Kohl angesichts der Umstände zufrieden: "Wenn man das Ergebnis von allen sieht, dann bin ich mit zwölf Punkten derjenige mit dem geringsten Abzug, da ich die höchste Schwierigkeit und das größte Risiko aller Teilnehmer hatte." Im September stehen dem 23-Jährigen drei WM-Qualifikationen im Rahmen der German-Masters-Serie bevor. Am 31. August bestreitet er einen Testwettkampf.

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