Ebermannstadt
Basketball

Ebermannstadt macht Bischberg zum Aufsteiger

Der TSV hat sein letztes Saisonspiel in der Bezirksliga für ein Spektakel genutzt und gleichzeitig in den Aufstiegskampf eingegriffen.
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Der BBC Coburg II wollte aufsteigen, lief in Ebermannstadt den TSVlern um David Schneider (li.) aber meist nur hinterher und kassierte eine 61:94-Klatsche.  Foto: Tom Schneider
Der BBC Coburg II wollte aufsteigen, lief in Ebermannstadt den TSVlern um David Schneider (li.) aber meist nur hinterher und kassierte eine 61:94-Klatsche. Foto: Tom Schneider
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Häufig ist das letzte Spiel einer Saison, bei dem es weder um Auf- noch um Abstieg geht, eine Partie, die nicht mehr ganz ernst genommen wird. Die Akteure sind mit dem Kopf bereits auf der Abschlussfeier. Wer Ähnliches bei den Bezirksliga-Basketballern des TSV Ebermannstadt erwartete, wurde eindrucksvoll davon überzeugt, dass das Gegenteil möglich ist. Mit einer engagierten Leistung entzauberten die Gastgeber vor gut 50 Zuschauern in der Stadthalle den BBC Coburg II, der mit einem Sieg den Aufstieg in die Bezirksoberliga fix gemacht hätte.

Ganz zur Freude einiger Kiebitze aus Bischberg, die auf Schützenhilfe der Wiesentstädter gehofft hatten. So blieb der Tabellenzweite punktgleich mit dem BBC und machte einen Tag später mit einem klaren Erfolg gegen Rattelsdorf II den Aufstieg perfekt.


Männer, Bezirksliga Oberfranken: TSV Ebermannstadt - BBC Coburg II 94:61

Die Coburger begannen wie erwartet hochkonzentriert und trafen ihre ersten Würfe sicher. Doch dann begannen offenbar die Gedankenspiele. Zum einen der zum Greifen nahe Gang in die BOL, zum anderen die bittere Hinspielniederlage gegen den TSV. Daher war von Anfang an eine gesunde Härte im Spiel, die jedoch zu keiner Zeit in unsportliches Verhalten umschwappte.

Die "Weiß-Blauen", die mit David Schneider, Thomas Dippold, Thimo Deinhardt, Kilian Hack und Thomas Kurth in die Partie starteten, erspielten sich etliche freie Aktionen, verfehlten allerdings einige dieser einfachen Abschlüsse. Besonders auf Dippold und seinen energischen Zug zum Korb konnten sich die Gastgeber jedoch verlassen. Eine gute Defensivleistung sorgte nahezu für Gleichstand nach dem ersten Viertel (16:17).

Im zweiten Durchgang zeigten die Ebser ihr volles Potenzial. Spielfreude und Teamchemie waren bis auf die Tribüne spürbar. Florian Glöckner schoss nach schön herausgespielten Angriffen zwei Dreier durch die Reuse, Schneider bewies abermals seine Gefahr unter dem Korb und Deinhardt war im Eins-gegen-eins von keinem Coburger zu halten. In der Defensive kämpfte jeder Ebser für den anderen und so wurde der BBC bei nur elf Viertelpunkten gehalten, drei davon durch einen schwierigen Dreier mit der Pausensirene (42:28).

Nach einer der kürzesten Halbzeitansprachen, die Coach Otto Hauser jemals gehalten haben dürfte, kehrten die Hausherren aufs Parkett zurück. Jeder ahnte, dass die Vestestädter noch einmal alles in die Wagschale werfen würde und dass das dritte Viertel oft nicht das beste der Mannen um Kapitän Sebastian Metzner war. Wer aber auf Coburger Seite annahm, dass der TSV in der zweiten Hälfte den Fuß vom Gas nehmen würde, sah sich getäuscht.

Angeführt vom weiterhin nicht zu haltenden Dippold, dem ebenfalls starken Hack und Routinier Kurth spielten die Wiesentstädter konzentriert, blieben aber stets mannschaftsdienlich. Die Fans feierten Dreier von Kurth, Dippold und Schneider binnen weniger Minuten und zum ersten Mal roch es stark nach einem überraschenden Heimsieg. Vor allem Herold und Fink bäumten sich auf Coburger Seite gegen die drohende Niederlage, konnten aber nicht verhindern, dass der dritte Abschnitt mit 24:19 an "Blau-Weiß" ging.

In den letzen zehn Minuten schien der Wille des Basketballclubs gebrochen. Nichtsdestotrotz spielten die Ebser Recken weiter wie aufgedreht. Stefan Blos stellte die Gäste-Defensive mit seiner Beweglichkeit und Cleverness immer wieder vor große Probleme. Auch die Verteidigung blieb auf hohem Niveau. Und als Julius Löser seinen Korbleger trotz Fouls erfolgreich abschloss und den Vorsprung auf 94:60 erhöhte, gab es auf der Heimbank und auf den Rängen kein Halten mehr.


Rang 4 in der Abschlusstabelle

Mit dem Sieg mit mehr als 30 Punkten Abstand schließen die Hauser-Jungs die Saison in der Bezirksliga als Vierter ab und unterstrichen zum Abschluss noch einmal eindrucksvoll ihr enormes Potenzial, wenn alle Spieler verfügbar sind. Ob dies in der Zukunft für eine komplette Spielzeit der Fall sein wird, war eine Frage für einen anderen Tag, denn nach Abpfiff ging es zum Hauptsponsor nach Pretzfeld - passenderweise eine Brauerei.

Überhaupt nicht zum Feiern war den Coburgern zumute, die sich keine Hoffnung machten, dass Bischberg die Steilvorlage auslassen würde. "Der Trainer war nach Spielschluss noch zehn Minuten mit gesenktem Kopf in der Halle gesessen", berichtete Hauser und machte die Stimmung im BBC-Team deutlich. oh
TSV: Blos (7), Deinhardt (16), Dippold (23), Glöckner (9), Hack (8), Kurth (9), Löser (2),
Metzner (9), Schneider (11), Theiler
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