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Wasserball

Ebermannstadt: Jägers folgen dem Ruf des Wassers

Auch zehn Jahre nach dem Karriereende brennt im Ex-Nationalspieler die Leidenschaft für den Sport. Mit Bruder Björn holte der den deutschen Ü30-Titel.
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Marco Jäger
Marco Jäger
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Einmal Wasserballer, immer Wasserballer: Marco Jäger zählte bis zu seinem selbst gewählten Karriereende vor etwa zehn Jahren zu den Besten in Deutschland, spielte für Würzburg in der Bundesliga und gehörte schon mit 17 Jahren dem A-Nationalmannschaftskader an. Auch sein Bruder Björn war für Würzburg in der Bundesliga aktiv. Eine Zeit, die zwar schon längst vergangen ist, die beide gemeinsam aber wieder aufleben haben lassen. "Das Kitzeln war bei mir immer da. Wer einen Sport intensiv betrieben hat, kommt davon einfach nicht los", sagt Marco Jäger.

Mit ihrem einstigen Klub, dem SV Würzburg 05, nahmen die zwei Forchheimer in Düsseldorf an der deutschen Meisterschaft in der Altersklasse 30 teil und holten den Titel. Als Favoriten galten die Wasserfreunde Spandau und der ASC Duisburg. Schon das erste Vorrundenspiel gewann Würzburg deutlich mit 7:1 gegen Magdeburg. Mit der 4:6-Niederlage gegen Spandau schloss Würzburg die Gruppe auf Platz 2 ab, zog ins Halbfinale ein und besiegte dort in einem Wasserball-Krimi die stark besetzten Duisburger mit 6:5. Das bedeutete etwas überraschend den Finaleinzug für die Jäger-Brüder und ihr Team. Hier kam es zur Revanche gegen Spandau, obwohl der Gegner perfekt startete und zur Halbzeit mit 4:1 führte. Die Würzburger, angeführt von den Jäger-Brüdern, zeigten vor großer Kulisse eine starke Moral und entschieden die letzten beiden Viertel mit 4:0 für sich zum unerwarteten 5:4-Sieg.


Gute Freunde unter sich

Die Veranstaltung in Düsseldorf ähnelte einem großen Klassentreffen, die Wasserball-Szene in Deutschland ist überschaubar. Die Protagonisten von damals sind älter geworden, aber nicht minder motiviert. Auch im fortgeschrittenen Alter gilt Wasserball als knüppelharter Sport, vor allem die Positionskämpfe unterhalb der Wasseroberfläche haben es in sich. Marco Jäger kann ein Lied davon singen: "Die Intensität lässt nicht nach, auch in der AK70 ist Wasserball ein harter, ein sehr harter Sport. Da wird die Badehose schonmal auf Osten gezogen." Obwohl das Nass zeitweise kochte, spätestens nach den Spielen war das Gerangel im Wasser vergessen. Schließlich spielte man zum Teil gegen gute Freunde und alte Bekannte. "Es waren viele dabei, die wir noch aus unserer aktiven Zeit kannten. Einfach schön, all die Leute wiederzutreffen."


Beruf statt Leistungssport

2008 hat sich Marco Jäger entschieden, dem Wettkampfsport den Rücken zu kehren, nachdem sein großer Traum geplatzt war und er die Olympischen Spiele zwei Mal wegen Verletzungen verpasst hatte. Er hätte auch ins Ausland gehen können, in Italien, Ungarn oder Spanien lässt sich mit Wasserball viel Geld verdienen. Oder in die USA, dort wurde ihm in Verbindung mit seinem Sport ein Stipendium angeboten. Marco Jäger zog es vor, in der Heimat zu bleiben und sich hier auf seine berufliche Ausbildung zu konzentrieren. Er spielte noch für Nürnberg in der 2. Bundesliga, danach aber nur noch Basketball für den TSV Ebermannstadt - bis heute. "Ich bin sehr heimatverbunden, das Ausland hat nie den großen Reiz auf mich ausgeübt. Rückblickend glaube ich, vieles richtig gemacht zu haben", sagt der inzwischen 35-Jährige, der als Business-Unit-Manager ein ganzes Team dirigiert.

Während Marco Jäger schon in den vergangenen vier Jahren mit Würzburg an der deutschen Ü30-Meisterschaft teilgenommen, aber nie den Titel geholt hat, war bei Bruder Björn etwas Überzeugungsarbeit gefragt. "Er war heuer zum ersten Mal wieder dabei", sagt Marco Jäger: "Es hat ihm aber richtig gut gefallen, er kennt ja wie ich auch fast alle, die dort mitmachen. Als Brüder verstehen wir uns sowieso einfach blendend."

Die deutsche Meisterschaft soll nun ein fester Termin im Kalender der Jäger-Brüder werden, dazu gelegentliches Training und ein Gaudi-Turnier im Oktober. Logisch: einmal Wasserballer, immer Wasserballer.
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