Dormitz
Fußball

Die Meister im Zusammenhalt

Der FC Dormitz kehrt nach einem Jahr in die Kreisklasse zurück. Die Stärke der Mannschaft war die Kameradschaft - ein Verdienst von Michael Köhler.
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Die Spieler des FC Dormitz feierten mit ihren Anhängern am Sonntag die Meisterschaft in der A-Klasse 4 Erlangen/Pegnitzgrund.Sportfoto Zink
Die Spieler des FC Dormitz feierten mit ihren Anhängern am Sonntag die Meisterschaft in der A-Klasse 4 Erlangen/Pegnitzgrund.Sportfoto Zink
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Die Schaffenszeit von Michael Köhler beim FC Dormitz war nur kurz, bei Spielern und Verantwortlichen hat der 35-Jährige aber großen Eindruck hinterlassen - menschlich wie sportlich. "Ein großartiger und ganz feiner Kerl, der es mit seiner ruhigen Art verstand, jeden mitzunehmen", lobt Spielleiter Roland Prokopy. Köhler kam erst im Januar vom TSV Neunkirchen, der FC Dormitz war sein erster Trainerjob. Und er wird vorerst auch sein letzter Klub gewesen sein.

Köhler hatte bereits vor einigen Wochen angekündigt, dass er kommende Saison nicht mehr zur Verfügung stehen kann. Weil das Knie schon lange Probleme bereitet, er beruflich keine Nachteile bekommen möchte und auch das Familienleben immer mehr Zeit einfordert. "Wir bedauern das sehr, verstehen aber seine Entscheidung", sagt Prokopy. Den Pass wird Köhler in Dormitz behalten und womöglich aushelfen, wenn Not ist.

Heißt also: Nach nur wenigen Monaten müssen sich Prokopy und Co-Trainer Alexander Ruf wieder nach einem Trainer umsehen. Ein spielender Übungsleiter soll es werden, gern einer wie Köhler, bei dem im zentralen Mittelfeld die Fäden zusammenliefen und der das Spiel in die Spitze antrieb. "Das ist eh eine Position, auf der wir Verstärkung suchen", sagt Prokopy. "Wir hoffen, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen." Noch kann auf der Position des Spielertrainers aber kein Vollzug gemeldet werden. In den nächsten zwei Wochen, hofft Prokopy, könne das Thema erledigt sein.

Der neue Coach übernimmt jedenfalls eine Mannschaft, deren Defensive der große Trumpf war. Nur 23 Tore hat Dormitz in 24 Spielen zugelassen - kein Team aus den fünf A-Klassen des Kreises hat weniger Gegentreffer kassiert. Der Schuh drückt dagegen etwas in der Offensive. Zwar traf Dormitz 76 Mal ins gegnerische Tor, für die Kreisklasse wünscht sich Prokopy aber noch einen echten Knipser neben Leonard Rehm. Diesen zu finden, wird nicht leicht. Rehm, ein Dormitzer Eigengewächs, fiel diese Saison lange Zeit verletzt aus, kam aber trotzdem noch auf 14 Spiele und elf Tore. Weitere wichtige Spieler wie Sven Rüth und Verteidiger Peter Kreischer werden auch nächste Saison für den FC auflaufen, wobei Prokopy gar keine einzelnen Akteure herausstellen will und damit voll auf der Köhlerschen Linie liegen dürfte: der Star ist die Mannschaft. "Das Team passt super zusammen. Auch die, die nicht so oft in der Torschützenliste stehen, hauen sich voll rein", so Prokopy.


Nichtabstieg das Ziel

Wie schnell man aus der Kreisklasse absteigen kann, wissen sie in Dormitz. 2016/17 ging es nach einem Jahr als Schlusslicht runter in die A-Klasse. Das soll kommende Saison nicht erneut passieren. "Natürlich, wir wollen die Klasse halten. Ob wir dann Neunter oder 13. werden, ist eigentlich egal", so Prokopy.
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