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Weißenohe
Infranken-Kick

Der Bomber mit dem Facebook-Fanclub

Erster gegen Dritter: Weißenohe empfängt in der Kreisklasse 3 den SV Hiltpoltstein. Gerade die Gäste stehen nach der jüngsten Pleite unter Erfolgsdruck. Zuhause ist Weißenohe aber eine Macht. Zudem hat deren Top-Stürmer einen eigenen Fanclub im Rücken.
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Jungstürmer Adrian Bayerlein (links), mit 13 Saisontreffern bester Torschütze der Weißenoher (hier im Derby gegen den Gräfenberger Tobias Leikam), sorgte auch beim 1:0-Hinspielsieg in Hiltpoltstein für den Siegtreffer.  Foto: Leo Hühnlein
Jungstürmer Adrian Bayerlein (links), mit 13 Saisontreffern bester Torschütze der Weißenoher (hier im Derby gegen den Gräfenberger Tobias Leikam), sorgte auch beim 1:0-Hinspielsieg in Hiltpoltstein für den Siegtreffer. Foto: Leo Hühnlein
Bereits am heutigen Samstag (16 Uhr) treffen in der Kreisklasse 3 Spitzenreiter Weißenohe und der Tabellendritte aus Hiltpoltstein zum "InFranken-Kick" aufeinander. Der Vorjahresaufsteiger aus dem Klosterdorf und heutige Gastgeber, der erst im allerletzten Relegationsspiel des Kreises gerade noch auf den Zug aufsprang, spielt eine bemerkenswerte Saison und stand an keinem Spieltag schlechter als auf Rang 4.

Der "kleine HSV", wie die Hiltpoltsteiner sich gerne nennen lassen, hat bei einer Partie weniger mit 31 Punkten zwar sechs Zähler Rückstand auf die SpVgg, könnte jedoch bei bereinigtem Spielplan - einen Auswärtssieg heute vorausgesetzt - zum Klassenprimus aufschließen.


Zuhause eine Macht

Dass dies kein Spaziergang werden wird, zeigt der Blick in die Heimstatistik der "Klosterer", die von acht Spielen auf eigenem Geläuf sieben gewannen: 22 Punkte und 24:7-Tore sprechen für sich. Die weiße Weste der Weißenoher bekam beim 2:2-Auftaktremis nach der Winterpause gegen Bronn ihren ersten Grauschleier - und soll nach dem Willen von Spielertrainer Matthias Senftner nach Abpfiff noch mindestens genauso rein, wenn nicht sogar ein wenig heller strahlen: "Wir wollen so lange wie möglich vorne mitmischen. Es sind heute nicht sehr viele Spiele in der Umgebung, weshalb sicherlich eine gute Kulisse, vor allem unserer Mitkonkurrenz, zu erwarten ist. Das sollte Ansporn genug sein." Ob der Mittelfeldregisseur selbst mitmischen kann, steht noch nicht sicher fest. In allen drei Partien nach der Winterpause kam Senftner erst weit in der der zweiten Halbzeit zu zehn- bis 15-minütigen Kurzeinsätzen, da ihn derzeit noch nicht eindeutig diagnostizierte Knieprobleme plagen: "Ein Mitbringsel wohl noch aus der Hinrunde, aber auch Patrick Müller wird uns wegen anhaltender Beschwerden an der Achillessehne fehlen. Zudem ist Johannes Kuchlbauer am Samstag verhindert."

Mit dem bisherigen Saisonverlauf ist der 29-Jährige, der neben seinem Stammverein Ermreuth in Neunkirchen und Kleinsendelbach in der Bezirksliga spielte und vor dieser Saison zu seinem ersten Job als Übungsleiter bei der SpVgg antrat, sehr zufrieden: "Ehrlich gesagt hatten wir uns einen einstelligen Platz schon insgeheim erhofft."

Nach dem Remis gegen Bronn und dem knappen 3:2-Sieg beim Schlusslicht Auerbach sind die Klosterer mit dem 6:1-Kantersieg gegen Michelfeld wieder rechtzeitig in die Erfolgsspur der Hinrunde gekommen, denn nun kommen nacheinander der "HSV", Wichsenstein und Gräfenberg. Senftner ist aber nicht bange: "Mir sind die Gegner aus dem vorderen Drittel lieber. Sie stellen sich nicht hinten rein und mauern nur, sondern versuchen, selbst aktiv zu spielen. Faktisch würde ein Punkt gegen Hiltpoltstein reichen, so würde der Abstand bleiben. Aber zuhause wollen wir natürlich gewinnen."

Ein Augenmerk wird dabei auf Adrian Bayerlein (bislang 13 Saisontreffer) liegen, denn schon beim 1:0-Hinspielsieg in Hiltpoltstein machte der Nachwuchstürmer das entscheidende Tor und scheint bereits wieder gut in Schuss zu sein: Den wichtigen Siegtreffer beim 3:2 in Auerbach steuerte er fünf Minuten vor Abpfiff bei, und in der Vorwoche gegen Michelfeld traf er gleich doppelt.

Hiltpolstein muss zulegen

Nicht mehr ganz so taufrisch wie die Gastgeber sind die Mannen um HSV-Spielertrainer Stefan Schmeller, der mit 37 Lenzen noch darüber hinausragt und seine Mannschaft vor dem Derby in die Pflicht nimmt: "Das Alter war nicht der Grund für unsere 3:4-Heimpleite am Montag gegen Betzenstein, die bislang schlechteste Saisonleistung von uns. Und hier gilt es, etwas gutzumachen."

Wobei er jedoch keinen endgültigen Wegweiser des restlichen Saisonverlaufes vom Ausgang der Samstagspartie abhängig machen will: "Eine Tendenz wird man wohl erkennen können nach Abpfiff, aber es wird noch lange keine Entscheidung gefallen sein."

Schmeller spricht auf den holprigen Saisonstart mit nur zwei Siegen aus den ersten sechs Partien an. Dennoch habe sich sein Team danach richtig in die Saison eingefunden und lediglich gegen die Landesligareserve aus Pegnitz mit dem gleichen Ergebnis die Segel streichen müssen, wie gegen Weißenohe im Hinspiel. Bis auf die ärgerliche 3:4-Osterpleite: "Egal, das können wir eh nicht mehr ändern. Wichtiger ist: Unser Saisonverlauf ist sehr gut und wir sind derzeit etwa da, wo wir hin wollten. Und hingehören."

Eine Prognose zum Spielausgang will Schmeller nicht in Zahlen wagen, dennoch kontert er mit optimistischer Kampfansage: "Ich tippe ja ungerne. Aber wenn man zuhause Ostergeschenke an Betzenstein verteilt, muss man die Punkte in der Fremde halt wieder holen."

Bis auf den Langzeitverletzten Bernd Brütting, der nach seiner Knie-OP im Januar noch warten muss, und Christian Heinlein, der wegen Beschwerden mit dem Rücken bisher nur sporadisch zum Einsatz kam, kann Schmeller aus dem Vollen schöpfen - und geht mit gesundem Respekt in die Partie.

Beim Gegner schätzt er vor allem das spielstarke Mittelfeld, aber auch deren ausgewogene Defensive: "Für mich ist die SpVgg die Überraschung der Saison. Klar haben wir geahnt, dass sie nicht schlecht sind. Aber dass es so toll läuft, haben sie wohl selbst nicht gedacht. Sie stehen deshalb so weit vorne, weil sie auch Spiele gewinnen, die auf der Kippe stehen." Dies schreibt Schmeller der Unbekümmertheit ihrer drangvollen Offensive mit aufstrebenden Jungstürmern zu.

Neun Mädels und Bayerlein

Einer davon ist eben Adrian Bayerlein. Was den 19-Jährigen insbesondere neben dem sportlichen Erfolg von vielen anderen Talenten im Spielkreis abhebt: Er hat einen eigenen Facebook-Fanclub, dessen Motto auf der Seite lautet: "Adrian, unser bester Mann im Club mit den schönsten Wimpern!"

Die zehn Mitglieder rekrutieren sich aus ihm selbst und - wen wunderts - neun Mädels. Na denn!

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