Trailsdorf
Schöner umziehen

Blick in Frankens Kabinen: Zwischen A-Klasse und 2. Liga

Wenn sich die Fußballer des FC Wacker Trailsdorf in der Heimkabine die Trikots überstreifen, dürfte sich manch einer wie ein Profi vorkommen. Sobald es auf den Platz geht, ist aber A-Klasse angesagt. Vielleicht nicht mehr lang.
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Um in der riesigen Umkleidekabine auch vom letzten Spieler gehört zu werden, muss der Trainer manchmal sicher etwas lauter werden. Ronald Rinklef
Um in der riesigen Umkleidekabine auch vom letzten Spieler gehört zu werden, muss der Trainer manchmal sicher etwas lauter werden. Ronald Rinklef
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Wer in drei Spielzeiten in Folge absteigt, hat nicht viel zu feiern. Wenig verwunderlich also, dass der FC Wacker Trailsdorf vor etwa sechs Jahren damit begann, die nicht mehr genutzte Bar im Sportheim zur Heimkabine umzubauen. Zwar zogen sich die Fußballer aus dem Landkreis Forchheim, die stets im Spielkreis Bamberg beheimatet sind, schon vorher in diesem Raum um, doch was Trainer, Mannschaft und weitere Mitglieder in etwa zwei Monaten Arbeit vor dem Training und am Wochenende auf die Beine stellten, ist zweitligareif.

"Komplettes Gelände vorzeigbar"

"In meinen Gesprächen mit potenziellen Neuzugängen steht immer eine Vorstellung des Sportgeländes auf dem Plan. Da gehen wir natürlich auch in die Kabine. Ich denke aber, dass unsere komplettes Gelände vorzeigbar ist", sagt André Wichert stolz. "Den Fußballern im Verein soll es einfach gut gehen. Das war die Idee des Vorstands", erklärt der Abteilungs- und Spielleiter zur Renovierung, die im Sommer 2018 eine Fortsetzung fand. "Aufgrund der Kadergröße zu dem Zeitpunkt wurden zusätzlich zu den Sitzschalen Bänke installiert. Außerdem wurde neu gestrichen und Bilder an die Wand gehängt."

Weitere Einrichtungsgegenstände, die die Wacker-Kabine von herkömmlichen Umkleiden unterscheidet, sind ein Beamer, um den Profis zuzusehen, wie man es richtig macht, und ein Schrank mit 32 Schließfächern. "Zur Zeit des Umbaus gab es in der Region eine Einbruchsserie. Auf mehreren Sportplätzen wurde während des Trainings geklaut. Daher hatte ich die Idee dazu", berichtet Wichert.

An der sportlichen Talfahrt hat sich gleichwohl wenig geändert. Gestoppt wurde der Negativtrend erst in der A-Klasse. 2002 kickte Trailsdorf noch in der Landesliga. "Besonders bitter war der Abstieg aus der Kreisklasse 2017, da wir ganz andere Ziele hatten", erinnert sich der 34-Jährige, der seit 35 Jahren Mitglied ist, weil ihn sein Vater sofort anmeldete, als seine Mutter mit André schwanger war. "Vier Kreuzbandrisse von Leistungsträgern in einer Saison haben wir nicht verkraftet. Danach gab es einen Umbruch", sagt Wichert, der selbst von einem Kreuzbandriss betroffen war und seine Karriere schon nach dem ersten Jahr bei den Herren beendete.

In neidische Gesichter von gegnerischen Spielern gucken die Trailsdorfer trotz ihres Schmuckstücks selten. Das liegt daran, dass sich die Gästekabinen in einem separaten Gebäude befinden. "Wenn man Teile der Gastmannschaft zu einer Kabinenparty einlädt, werden die Augen aber schon groß", verrät Wichert. "Unseren Spielern fehlt es hier an nichts."

Was fehlt, ist die Rückkehr in die Kreisklasse. "Das ist der große Wunsch von uns allen." Dieser wird aber frühestens 2020 erfüllt, denn trotz Rang 3 ist der Aufstiegszug längst abgefahren. Die beiden Teams auf den relevanten Plätzen sind fast 20 Punkte entfernt. "Eigentlich waren wir nur am ersten Spieltag chancenlos, bei allen anderen Niederlagen wäre mehr drin gewesen", sagt Wichert, der bei der Abstimmung zur Kabinenserie des Fränkischen Tags auf mehr Glück hofft. "Ich finde aber auch, dass es schon ein großer Erfolg ist, in einem kleinen Dorf wie Trailsdorf noch zwei Mannschaften zu stellen", sagt der 34-Jährige bescheiden.

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