Beim Aufstiegswettkampf in München-Hochbrück schaffte die erste Luftgewehr-Mannschaft der Bavaria-Schützen aus Effeltrich den Aufstieg in die 2. Liga und schreibt damit Vereinsgeschichte. "Ich kann es gar nicht glauben, dass wir es wirklich geschafft haben", sagte Evi Trummer, die Nummer 1 im Team.
Schon als die Schützen morgens die Halle betraten, spürten sie, dass die Luft förmlich brannte. Alle Teams waren sehr angespannt. Insgesamt neun Mannschaften kämpften um die zwei Aufstiegsplätze. Und bereits nach dem ersten Durchgang wurde klar, dass vier oder fünf Teams das Rennen machen können. Die Effeltricher, die bereits am Tag zuvor ein Abschlusstraining vor Ort absolvierten, belegten nach dem ersten Durchgang hinter der HSG München II den zweiten Platz.

Mit Nervosität gekämpft


Zu Beginn war es eine Zitterpartie, einige Akteure hatten mit der Nervosität zu kämpfen. Trainer Stefan Düsel hatte alle Hände voll zu tun, um seine Schützen auf die richtige Bahn zu bringen. Marco Zahn (385 von 400 möglichen Ringen bei 40 Schuss), Leroy Düsel (390), Michaela Kestler (386), Evi Trummer (394) und Vollprofi Alin Moldoveanu (396) kamen zusammen auf ein Ergebnis von 1951 Ringen. Damit lag das Team neun Ringe hinter München (1960) und vor Holzolling (1946) und Staudheim (1945).
Wichtigstes Thema in der Pause war, mit welcher Aufstellung man nachmittags starten sollte. Nachdem Trainer Stefan Düsel mit Ersatzschützin Annika Welsch gesprochen hatte und er sich selbst auch nicht aufstellen wollte, kam er zu dem Entschluss, dass die gleiche Besetzung antreten sollte.
Beim Start zum zweiten und letzten Kampf spürte man, dass das Team deutlich kompakter stand und nicht mehr so sehr nervös war. Marco Zahn verbesserte sich um zwei Ringe auf 387, auch wenn er selbst nicht zufrieden war. Leroy Düsel kam wieder auf hervorragende 390 Ringe. Evi Trummer erreichte mit einer 100er-Serie starke 393 Ringe. Und auch Alin Moldoveanu landete bei sicheren 395 Ringen. Die Überraschung war Michaela Kestler. Mit einer 100er-Serie am Ende erreichte sie hervorragende 392 Ringe.
Damit hatte das Team auf das Vormittagsergebnis noch sechs Ringe aufpacken können und landete bei 1957, in der Summe bei 3908. Die HSG München II verlor etwas an Vorsprung (1951, gesamt 3911), doch dies bedeutete weiterhin Platz 1 für München und Platz 2 für Effeltrich. Kein weiteres Team konnte die beiden Mannschaften noch einholen. "Die Sensation war perfekt", freute sich Trainer Düsel.
Mit zwei hervorragenden Mannschaftsergebnissen schaffte Effeltrich den Aufstieg in die 2. Liga der Sportschützen. Der Bayernliga-Meister der Gruppe Nord-Ost, in der Effeltrich Zweiter wurde, die SG Saltendorf, kam nur auf den fünften Rang. Nach dem Effeltricher Aufstieg 2000 von der Bezirksliga in die Oberfrankenliga folgte 2006 der Sprung in die Bayernliga. Und nun, wieder nach sechs Jahren, gelang der Aufstieg in die zweithöchste Liga.
In der kommenden Saison rechnet die Bavaria mit einem Heimkampf und großen Gegnern wie der HSG München II, Prittbach II, Bund München II, SG Coburg II, Waldkraiburg, Vöhringen und Dynamit Fürth, das nach dem Ausscheiden von Stefan Düsel als Trainer der Bundesligamannschaft vor genau einem Jahr abgestiegen ist.

Chance für die zweite Mannschaft


Spannend wird es nun auch für das zweite Team der Bavaria. Denn nachdem die Erste Platz in der Bayernliga gemacht hat, darf die Zweite am Sonntag, 22. April, den Aufstiegskampf zur Bayernliga in Pfreimd/Opf. schießen.

Stimmen der Schützen



Marco Zahn Der hohe Aufwand hat sich gelohnt. Viele Entscheidungen waren richtig.

Evi Trummer Es war sehr hart. Aber das Gefühl, dass wir es nun geschafft haben, ist einfach nur geil.

Michaela Kestler Ich hätte nicht geglaubt, dass ich meinen Plan so gut umsetzen konnte. Eigentlich hatte ich nur mit einem Einsatz gerechnet.

Leroy Düsel Ich hatte mächtig die Hosen voll, brauchte 34 Probeschüsse, bis ich mich traute, den Wettkampf zu beginnen.

Annika Welsch Hochachtung vor unserem Team, unter diesen Bedingungen so eine tolle Leistung abzurufen.

Alin Moldoveanu Im zweiten Wettkampf ließ ich mich durch einigen Applaus der anderen Teams ablenken. Aber ich fühlte mich richtig gut.

Stefan Düsel Die letzten drei Wochen waren hart für das Team. Ich musste von jedem 110 Prozent Leistung fordern.