LKR Forchheim
Fußball

Baiersdorfer SV schwimmt auf Protestwelle

Mit schwarzem Klebeband auf den Trikots hat Landesligist Baiersdorfer SV gegen die Sparmaßnahmen protestiert - und gewonnen. Bayernligist Jahn Forchheim hat sich von seiner zweiten Saisonniederlage erholt. Buckenhofen steckt nach zwei Niederlagen weiter im Bezirksligakeller fest.
Artikel drucken Artikel einbetten
Florian Eichinger und seine BSV-Mannschaftskollegen liefen am Freitag mit abgeklebtem Vereinsnamen auf. Auch ohne die Erkennung feierten die Landesliga-Kicker ihren ersten Heimsieg. Fotos: Uwe Kellner
Florian Eichinger und seine BSV-Mannschaftskollegen liefen am Freitag mit abgeklebtem Vereinsnamen auf. Auch ohne die Erkennung feierten die Landesliga-Kicker ihren ersten Heimsieg. Fotos: Uwe Kellner
+3 Bilder
Mit vier Punkten und einer gelungenen Protestaktion hat der Baiersdorfer SV ein erfolgreiches Wochenende in der Landesliga hinter sich. Auch die SpVgg Jahn Forchheim hat ihren Vorsprung an der Spitze der Bayernliga wieder ausgebaut. Nur Bezirksligist Buckenhofen bleibt trotz ansprechender Lesitungen das Sorgenkind.


Landesliga Nordwest: FVgg Bayern Kitzingen - Baiersdorfer SV 2:2


Nur eine Niederlage kassierte der BSV in den vergangenen zehn Partien. Und auch an diesem Doppelspieltags-Wochende blieb der Aufsteiger ungeschlagen, obwohl Kitzingen bereits nach drei Minuten nach einer Ecke in Führung ging. "Der Gegner war aggressiver, frischer und insgesamt einen Tick besser", erklärte BSV-Coach Helmut Wolff. Mit dem Unentschieden war er deshalb hochzufrieden.


Miguel Gonzalez, der in der Schlussphase noch die Ampelkarte kassierte, glich nach einem sehenswerten Spielzug aus (8.). Felix Günther brachte die Gäste kurz vor der Pause per Elfmeter in Führung. "Ich habe kein Handspiel gesehen, aber der Schiedsrichter stand direkt daneben", sagte Wolff. Weil die "Bayern" immer stärker wurden und Baiersdorf seine Konterchance vergab, war es nur eine Frage der Zeit, bis das 2:2 (77.) fiel. "Kitzingen war der stärkste Gegner seit Wochen", zollte der Trainer der SpVgg Respekt.


Spiel mit schwarzen Balken

Am Freitag machten die Fußballer des Baiersdorfer SV ihre Ankündigung wahr und klebten zum Heimspiel gegen TuS Frammersbach sowohl den Stadtnamen als auch das Vereinsemblem auf dem Trikot ab. Damit brachten sie ihren Unmut zum Ausdruck, bei Stadt und Verein als Sündenbock für die finanzielle Notlage herhalten zu müssen. "Nach dem historischen Aufstieg in die Landesliga will eigentlich keiner wechseln, sondern mit diesem Team und den Trainern weiterspielen. Uns fehlt aber der Rückhalt im Verein und von der Stadt", sagte Spieler Frank Ortloff. Dies machten er und seine Kollegen der ersten und zweiten Mannschaft mit einem Klebestreifen deutlich. Die Kündigungen der Spielervereinbarungen haben sie bereits erhalten.

Sportlich lohnte sich der Protest: Felix Günther schoss bereits nach neun Minuten auf Vorarbeit von Enrico Cescutti und Florian Eichinger das 1:0. Als die Partie so dahinplätscherte, behauptete sich Cescutti nach einem langen Ball im Laufduell und schob zum 2:0 ein (29.). Einen Patzer in der an diesem Tag nicht sattelfest wirkenden BSV-Defensive nutzte Bathon zum Anschlusstreffer (33.).

Auch nach dem Seitenwechsel zog sich Frammersbach zurück und überließ dem Gegner das Heft des Handelns. Dann baute Baiersdorf die Gäste unnötig auf, mehr als ein Pfostenschuss von Weiß sprang aber nicht heraus. Michael Messingschlager sorgte auf Flanke von Noah Drummer für die Vorentscheidung (73.), bevor Senad Bajric den Deckel drauf machte (76.).


Bezirksliga Mittelfranken 1: SV Buckenhofen - SpVgg Erlangen 0:1


Beim Blick auf die Tabelle ist klar: Der SV Buckenhofen oder das, was nach dem Abstieg und der Presonalrotation davon übrig ist, hat auch eine Liga tiefer keine Chance. Doch wer genauer hinsieht, bemerkt, dass die Mannschaft um Spielertrainer Florian Poesdorf Woche für Woche an einem Erfolgserlebnis schnuppert. Gegen Spitzenreiter SpVgg Erlangen sprang ein achtbares, aber genauso wertloses 0:1 heraus. Florian Mananga erzielte das Tor des Tages (48.).

Am Freitag war das Schlusslicht bereits beim ASV Zirndorf mit 0:3 unterlegen und hat bereits zwölf Zähler Rückstand zum rettenden Ufer.


Bayernliga Nord: DJK Ammerthal - SpVgg Jahn Forchheim 0:1

Durch ausgelassene Möglichkeiten verpasste es die DJK, zumindest einen Punkt gegen den Spitzenreiter zu Hause zu behalten. Allein Nico Becker klebte zwei Mal das Pech an den Stiefeln. "Bitter, nach so einem Spiel ohne Punkt dazustehen. Wie wir aufgetreten sind, war aus meiner Sicht in Ordnung, es fehlte nur das Quäntchen Glück", konstatierte Ammerthals Trainer Markus Mühling nach dem Schlusspfiff.

In den ersten 20 Minuten demonstrierte der Gast eindrucksvoll, warum er die Tabelle anführt. Mit einem Kontertor brachte Sebastian Schäferlein die SpVgg in Führung (6.). Allerdings hatte der Jahn danach nicht mehr viel zu bieten, was dessen Coach Michael Hutzler nachdenklich stimmte: "Ich war schockiert, wie wir nach unserer Führung aufgetreten sind. Und ich war überrascht, dass Ammerthal angesichts solch einer Leistung so weit unten steht. Wir haben um den Ausgleich gebettelt, mussten über 70 Minuten richtig zittern, haben gegen eine starke DJK völlig den Faden verloren und am Ende überaus glücklich gewonnen." Zu den rotgesperrten Georg Neudecker und Sven Becker gesellt sich nun auch noch Adem Selmani, der kurz vor Schluss wegen einer Schiedsrichterbeleidigung vom Platz flog.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren