Poxdorf
inFranken-Kick

Aushilfen schmeißen den Poxdorfer Laden

Einige Akteure, die ihre Schuhe oder Handschuhe eigentlich schon an den Nagel gehängt hatten, holten gegen den FC Schlaifhausen die Kohlen aus dem Feuer.
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Der Schlaifhausener Thimo Bäuml (li.) klärt vor Poxdorfs Martin Fritscher. Fotos: Stefan Stark
Der Schlaifhausener Thimo Bäuml (li.) klärt vor Poxdorfs Martin Fritscher. Fotos: Stefan Stark
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Während auf dem Nebenplatz bei den Poxdorfer Frauen 16 Mal Torjubel aufbrandete - allerdings für den Gegner -, begnügten sich die Männer gegen Schlaifhausen mit einem Treffer. Spitzenreiter der Kreisklasse 2 ER/PEG bleibt der SV Moggast, der sich bei Kleinsendelbach/Hetzles durchsetzte. Auch das Verfolger-Quartett aus den beiden Mitabsteigern Hemhofen und Heroldsbach sowie Ebermannstadt und Eggolsheim war siegreich, so dass der Abstand auf den Sechsten aus Wimmelbach bereits fünf Zähler beträgt. Das punktgleiche Schlusstrio aus Burk, Pretzfeld und Hausen ging leer aus.

SV Poxdorf - FC Schlaifhausen 1:0

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Rechtzeitig hatten es alle Poxdorfer Spieler vom Spalierstehen bei der Hochzeit ihres Mannschaftskollegen Stefan Thiemann auf den Sportplatz geschafft - zumindest die, die Coach Patrick Glauber verblieben sind. Eine bunt zusammengewürfelte Truppe bot er auf. Trotzdem machte es im inFranken-Kick anfangs eher den Eindruck, als ob einige Schlaifhausener noch nicht auf dem Platz waren. Denn der SVP agierte von Beginn an williger und war präsenter.

So begann Abteilungsleiter und Teilzeit-Kicker Michael Berndorfer mit der ersten Offensivannäherung. Er hatte aber noch Justierungsprobleme und so verfehlte sein Schuss das Gehäuse doch deutlich (2.). Auf der Gegenseite hatte Matthias Kern die erste Halbchance. Mit dem Außenrist des kleinen Mannes, der Koppe, traf aber auch er das Tor nicht (4.). Dann übernahm Poxdorf die Kontrolle und hätte in Führung gehen können: Christian Schmitt steckte den Ball auf seinen Trainer durch und dieser hob ihn wunderschön über Lukas Porster, aber über die Latte hinweg (7.). Danach verpasste Martin Fritscher eine Freistoßflanke am langen Pfosten (10.) und Florian Poesdorf schloss zu überhastet ab (11.).

"Katastrophe, was wir spielen", entfleuchte es dem Schlaifhausener Co-Trainer Porster. Tatsächlich kamen seine Vorderleute nicht richtig in die Partie und hatten immer wieder Probleme gegen eine routinierte Heimmannschaft. Der FC lud die Kontrahenten zu oft mit Fouls zu guten Freistoßgelegenheiten ein. Bei Poxdorf war nicht zu merken, dass mehr als die halbe Mannschaft fehlte. Glauber umschrieb es später so: "Ausschlaggebend waren die Spieler, die ausgeholfen haben. Michi Berndorfer und Matthias Roppel haben das überragend gemacht, das war eine tolle Teamleistung."

Beinahe brachte eine weitere Aushilfe, Torwart Sebastian Hösch, das Ergebnis frühzeitig in Gefahr. Einen Klärungsversuch ballerte er einem Mitspieler an den Rücken und der Ball senkte sich gefährlich Richtung eigenes Tor, kam aber mehrere Meter davor zum Stehen (21.). Dem Schock folgte der Glücksmoment. Ex-Spielertrainer Poesdorf erzielte das 1:0: Fritscher brachte eine Flanke nach innen und während Glauber verpasste, stand kurz dahinter "Poese" parat und netzte cool zur verdienten Führung ein (24.).

Danach gönnten sich die Hausherren eine von mehreren Verschnaufpausen. Umgekehrt brachte Schlaifhausen keine vernünftigen Ballstafetten zustande. Wenn es überhaupt einen Funken Gefahr gab, dann waren es meist Einzelaktionen oder lange Bälle. Aber hier stand die Poxdorfer Defensive, um die nächste Aushilfe, Ersatzkapitän Fabian Förtsch, sicher.

Nach der Pause hatte analog zum ersten Abschnitt Glauber die erste Möglichkeit. Aber Porster schaufelte den Kopfball mit einem starken Reflex aus dem Eck. Bis zur 60. Minute band Poxdorf die Gäste nahezu komplett in deren Hälfte, ohne dass die ganz großen Möglichkeiten heraussprangen. Danach brauchten die Routiniers wieder eine Phase des Durchatmens. Vielleicht die Chance für die Kicker vom Walberla? Nein. Zwar drehte Daniel Kremer etwas auf und zog seine Mannen mit, aber auch sein Fernschuss senkte sich zu spät Richtung Tor (65.). Bei seinem zweiten Versuch hatten Matthias Kauschke und Torwart Hösch Glücksgöttin Fortuna im Bunde. (70.).

In die Drangphase ertönte ein Pfiff des guten Schiedsrichters Metin Akyol, der den Gästefans gar nicht gefiel. Peter Herbst hatte einen Poxdorfer Konter mit einer robusten Grätsche unterbunden und die Rote Karte gesehen (73.). Direkt vor seiner Trainerbank analysierte Onur Thompson die Szene: "Das war natürlich ein Foul. Rot war es vielleicht nicht. Er ist zwar seitlich von hinten gekommen, taktisch gesehen hätte es aber auch eine Gelbe Karte getan. Trotzdem hat der Schiedsrichter Ruhe bewahrt und souverän gepfiffen, von daher kein Vorwurf."

Trotz dieser Schwächung hatten seine Mannen nochmal eine gute Gelegenheit. Weil Hösch wegrutschte, war Kern frei vor dem Tor. Die Ballkontrolle bereitete ihm aber zu große Schwierigkeiten, so dass der Torwart wieder auf dem Posten war und die Situation bereinigte (76.). Im Anschluss machte es Poxdorf ganz clever. Um die konditionellen Probleme zu kaschieren, suchten sie immer wieder Offensivzweikämpfe für den ein oder anderen Freistoß, um Zeit von der Uhr zu nehmen. "Die Mentalität der Poxdorfer war schon gut. Die leben die altbekannten Werte des Fußballs", zollte Thompson dem Gegner Respekt.

Als auch in der vierminütigen Nachspielzeit nichts mehr passierte, gab Glauber die Devise für den Abend aus: "Jetzt wird aweng gefeiert!" Der SVP gewann stark ersatzgeschwächt gegen ebenfalls ersatzgeschwächte Schlaifhausener letztlich verdient. "Heute hatten mir noch zwei Spieler abgesagt", sagte Thompson achselzuckend. SVP: Hösch - Förtsch, Huppmann, Poesdorf, Berndorfer, Roppel, Kauschke, Glauber, Christian Schmitt, Vincent Schmitt, Fritscher (Frister) FCS: Porster - Hatu, Kroder, Kuhn, Kern, Kremer, Herbst, Bauer, Hack, Schaufler, Bäuml (Farr) SR: Metin Akyol (Pautzfeld) / Zus.: 64

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