Ebermannstadt
Marathon

Auf den Spuren Nagahoos

Ein Mittelfranke und drei Äthiopier nehmen mit guten Siegchancen am Lauf in der Fränkischen Schweiz teil. Ein Forchheimer ist Zehn-Kilometer-Favorit.
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Addisu Wodajo (li.) vom TV Coburg setzte sich 2016 beim FSM in 2:29:37 Stunden vor Berhanu Tola (re., LAC Quelle Fürth, 2:31:07) durch. Vor zwei Jahren gewann ihr äthiopischer Landsmann Nagahoo. Foto: Matthias Hoch
Addisu Wodajo (li.) vom TV Coburg setzte sich 2016 beim FSM in 2:29:37 Stunden vor Berhanu Tola (re., LAC Quelle Fürth, 2:31:07) durch. Vor zwei Jahren gewann ihr äthiopischer Landsmann Nagahoo. Foto: Matthias Hoch
2015 sorgte Firaa'Ol Eebbisaa Nagahoo für die Schlagzeile des Fränkische-Schweiz-Marathons, als er mit der Bahn fünf Minuten zu spät am Start in Ebermannstadt ankam, das Feld von hinten aufräumte und klar gewann. Vergangenes Jahr schonte sich der Äthiopier für den Berlin-Marathon und nahm deshalb nur die zehn Kilometer in Angriff, auf denen er in 32:32 Minuten einen neuen Streckenrekord aufstellte. Heuer sucht man den 28-Jährigen vergeblich auf den Teilnehmerlisten, an lokaler Laufprominenz fehlt es der 18. Auflage der Veranstaltung aber nicht.

Drei Landsleute Nagahoos wollen ein Wörtchen um den Titel mitreden: Vorjahressieger Addisu Tulu Wodajo vom TV Coburg tritt gegen die Teamkollegen Berhanu Diro Tola und Endisu Getachew (beide LAC Quelle Fürth) an. Auf dem Papier die besten Aussichten, den Streckenrekord von 2013 (2:26:45 Stunden) zu brechen, hat aber Andreas Straßner. Der in Pleinfeld am Brombachsee lebende und für einen Düsseldorfer Verein startende Athlet weist eine Bestzeit über die 42,195 Kilometer von 2:18 Stunden auf. "Das Wetter für Sonntag verspricht einiges", sagt Forchheims Kulturreferent Toni Eckert mit Blick auf vorausgesagte maximal 18 Grad.

Bei den Frauen unter den bislang 266 Marathoni könnte ebenfalls eine afrikanische neben der LAC-Fahne auf dem Siegerpodest wehen, denn Brendah Kebeya aus Kenia steht mit einer Bestzeit von 2:46 Stunden in der Meldeliste, rund eine Minute unter dem FSM-Rekord, den Marija Vrajic 2015 im Schatten der Aufmerksamkeit für Nagahoo aufstellte. Eine ihrer Herausforderinnen ist Maria Veliscu aus Bukarest, die jüngst den Fürth-Marathon für sich entschied und vergangenes Jahr als Zweite in Ebs einlief.


Frank Müller hat Siegchancen

Einen Forchheimer Sieger könnte es mit Frank Müller im Halbmarathon (Start: 10.45 Uhr) geben. Die Zehn-Kilometer-Disziplin (9.10 Uhr) hat nicht nur Nagahoo, sondern auch der LACler Jürgen Wittmann nach seinem dritten Platz im vergangenen Jahr verlassen und startet heuer über die volle Distanz. Die Ebermannstadter Titelverteidigerin über zehn Kilometer, Babinja Wirth, ist am Sonntag gar nicht am Start, dafür Lokalmatadorin Manuela Glöckner. Dieselbe Gravur auf der Medaille könnte es aber im Zehntel-Marathon geben, denn die 2016-Gewinner und -Rekordler Clemens und Cosima Gundermann sind wieder dabei.

Trotz sinkender Teilnehmerzahlen bei den Speedskatern hält Eckert diese Kategorie am Leben. "Solange wir uns mit dem bayerischen Rollsport- und Inline-Verband einigermaßen einigen, wollen wir ihm nicht den Hahn abdrehen", sagt der Organisator der nicht-kommerziellen Veranstaltung. Einzige Einschränkung: Die halbprofessionellen Skater werden nicht mehr gesondert gewertet und starten am Sonntag fast gleichzeitig mit den Fitness-Skatern um 8.35 Uhr. Unter den gut 200 Teilnehmern wird zudem der bayerische Meister gesucht. Den Auftakt machen fünf Minuten zuvor die Handbiker.

Auch im Marathon (8.40 Uhr) finden parallel die bayerischen Titelkämpfe statt. Während 62 Männer schnellster 42-Kilometer-Läufer des Freistaats werden wollen, sind bei den Frauen in dieser Kategorie nur sieben Teilnehmerinnen gemeldet. Zudem gibt es je eine Wertung für die ober- (22 Starter) und unterfränkische Meisterschaft (11).
Am Samstag gegen 16 Uhr gehen 81 Bambini und 42 Schüler auf die kleinen Strecken in Ebermannstadt. 55 Sportler versuchen sich um 17 Uhr am Zehntel-Marathon. Die Online-Anmeldung für die Samstags-Läufe ist noch bis Donnerstag geöffnet. Nachmeldungen für die Sonntags-Wettbewerbe sind nur am Samstag von 13 bis 18 Uhr im Ebser Landratsamt möglich.

Eckert rechnet mit bis zu 2000 Teilnehmern. "Manche pokern bis zum Schluss. Sie warten das Wetter ab und prüfen, ob der Wettbewerb in ihren Trainingsplan passt", sagt der Kulturreferent. Schon heute sei der FSM der zweitbeliebteste Lauf in Bayern. "Hinter einer Veranstaltung in der Lederhosen-Metropole", wie der stolze Franke schmunzelnd berichtet.

Zwei Jahre vor dem runden Geburtstag gönnten sich die Organisatoren eine neue Zeitmesseinrichtung (siehe Seite 15). Unabhängig davon werden Teilnehmer mit fehlenden Zwischenzeiten disqualifiziert. Diese strengere Auflage sei aus gegebenem Anlass nötig geworden.

Unerlässlich sind die Zwischenzeiten für die 47 Staffeln. Angela Kühnlein und Oliver Brehm, die 2015 einen Streckenrekord im Mixed aufstellten (2:43:05) und 2016 ihren Titel verteidigten, gehen heuer mit Alexander Auer in die für bis zu fünf Läufer ausgelegte Disziplin, in der auch der Bürgermeister von Lichtenfels startet.
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