Willersdorf
InFranken-Kick

ATSV reißt Willersdorf in den Sog

Der letzte Spieltag in der Kreisklasse 2 wird es in sich haben, es läuft auf einen dramatischen Abstiegs-Vierkampf hinaus.
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Am Willen von Spielführer Sebastian Fischer und Matthias Leisgang (in grün, von links) lag es nicht, dass Willersdorf gegen den ATSV Forchheim mit 1:4 unter die Räder kam, sondern am Sahnetag des Forchheimer Keepers Luis Mechler, der hier von Ersin Sütcü  unterstützt wird. Leo Hühnlein
Am Willen von Spielführer Sebastian Fischer und Matthias Leisgang (in grün, von links) lag es nicht, dass Willersdorf gegen den ATSV Forchheim mit 1:4 unter die Räder kam, sondern am Sahnetag des Forchheimer Keepers Luis Mechler, der hier von Ersin Sütcü unterstützt wird. Leo Hühnlein
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Was für ein Saisonfinale in der Kreisklasse 2: Während der ATSV Forchheim den InFranken-Kick in Willersdorf mit 4:1 gewann und sich bis auf einen Zähler hinter der DJK positioniert, ist lediglich der sportliche Abstieg für den SV Hetzles nach dem 1:3 in Hausen besiegelt. Nun müssen die beiden weiteren Absteiger am letzten Spieltag aus einem Quartett ermittelt werden, das nur einen Punkt auseinander steht. Auch Weilersbach wahrte seine Chance durch den 2:1-Sieg in Effel-trich und hat wie der ATSV nun 26 Zähler auf dem Konto. Die Spvgg Hausen und die punktgleichen Willersdorfer stehen nur ein Pünktchen davor - weshalb es kommende Woche zwischen der Gloria und Willersdorf zu einem Endspiel um den Klassenerhalt kommt, während der ATSV zuhause gegen Eggolsheim und Hausen im Heimspiel gegen Effeltrich vor nicht einfachen Aufgaben stehen. Gerettet ist dagegen die SpVgg Dürrbrunn nach dem 1:0 gegen Schlaifhausen.

Entschieden ist dagegen die Meisterschaft: Zwar steht das Urteil des Sportgerichts gegen den Baiersdorfer SV II wegen des Einsatzes eines nicht spielberechtigten Spielers noch aus, drei Punkte sind aber sicher futsch - und nach der Niederlage in Langensendelbach damit auch die Meisterschaft. In der Nachspielzeit traf der SVL zum 2:1.

DJK Willersdorf -ATSV Forchheim 1:4
Die Sorgenfalten standen DJK-Spielertrainer Michael Hobner schon vor Anpfiff im Gesicht: "Schlechter kann es gar nicht laufen, Christopher Zürl brach sich am Freitag das Wadenbein, ich selbst werde auch nicht auflaufen können." Rumms! Zwei Stammkräfte also für die zuletzt in Nöten gekommene DJK weniger, deren Kader ohnehin begrenzt ist. Während des Spiels sah man die Zuschauer immer wieder ins Handy gucken - die Ergebnisse auf den anderen Plätzen waren stets präsent.

Weilersbachs Abteilungsleiter Arno Amon, der sich auf der Gegengerade positionierte, schien den Ausgang des Spieltages zu ahnen und beobachtete den kommenden "Endspielgegner" der Gloria, der zunächst gut ins Spiel fand und durch Matthias Leisgang und Christian Rzonsa zu ersten Möglichkeiten kam. ATSV-Keeper Luis Mechler zeigte sich als Rückhalt seiner Mannschaft, die ihrerseits in der Anfangsviertelstunde durch Albert Stein, nach glänzender Vorarbeit von Marc Baumann, zu einer guten Chance kam. Kurze Aufregung gab es nach der Direktabnahme von Leisgang, als der Ball aus einem halben Meter an die Hand von Christoph Friesner sprang und der DJK-Anhang Elfmeter forderte. Referee Mario Hofmann, der mit der Partie keinerlei Probleme hatte, ließ weiterlaufen. Zwei Minuten später schnippte Benjamin Wesolowski aus dem Fußgelenk in den Lauf von Baumann, der die Kugel mit der Brust mitnahm und im Stile eines Vollstreckers unhaltbar zum 0:1 einnetzte (21.).

In der Folge entwickelte sich ein Schlagabtausch, beide Reihen kamen zu Möglichkeiten. DJK-Keeper Holger Arneth hatte Mühe, Wesolowskis Flachball zur Ecke zu lenken, Martin Koschmieder traf kurz danach an die Latte. Auf der anderen Seite parierte Mechler bei Christian Seeberger, die größte Ausgleichschance hatte Christian Rzonsa, der das Zuspiel von Leisgang nicht über die Linie brachte (29.).

Gegen aufgerückte Willersdorfer stob Baumann davon und brachte die Gäste mit seinem zweiten Treffer mit 2:0 in Front (32.). Beim Brett von DJK-Kapitän Sebastian Fischer brachte Mechler wieder die Fäuste hoch, ehe Albert Stein sogar den 0:3-Halbzeitstand besorgte, als die Eintracht-Abwehr vergeblich auf den Abseitspfiff wartete.

Die Gäste ließen es nach der Pause ruhiger angehen, aber die Heimelf schien nicht wirklich ein Konzept zu haben. Baumann hatte zwei Chancen, den Deckel drauf zu machen. Auch Oliver Grimm per Heber und abermals Wesolowski aus der Distanz waren näher am vierten Tor als die DJK am 1:3. Jeremy Hopkins spielte gar Keeper Arneth aus, doch Matthias Fleischmann als aufopferungsvoll kämpfender DJK-Oldie mit 41 Jahren rettete vor der Linie, bevor die Eintracht sich noch einmal aufrappelte. Erst warf sich Stein in die Schussbahn von Rzonsa, dann staubte aber Jörg Weber aus kurzer Nähe zum 1:3 ab (76.), als der ATSV nach einem Eckball ungeordnet herumstocherte.

Die DJK witterte die Chance und brachte die Gäste mehrfach in Verlegenheit - jedoch ohne zählbaren Erfolg. Fast hätte eine Ecke noch das 2:3 gebracht, als wieder ein ATSV-Spieler in höchster Not den Ball von der Linie kratzte, doch mit dem Gegenzug war die Luft raus. Hopkins vollstreckte ins lange Eck zum 4:1-Endstand (86.).


Die Stimmen zum Spiel

"Schade, wir haben eigentlich gut begonnen und hätten schon mit zwei Toren führen müssen, bevor der ATSV überhaupt traf. Jetzt ist das eingetreten, was wir uns ersparen wollten. Nun müssen wir den Kopf oben halten und uns auf unsere Stärken besinnen. Jammern bringt nichts, wir sind noch immer nicht unbedingt in der schlechteren Position kommende Woche, der Gegner ist gegen uns zum Siegen gezwungen", sagte DJK-Spielertrainer Michael Hobner, während sein Kollege Tekin Atar natürlich hochzufrieden war. "Ich habe meinen Jungs vor dem Spiel gesagt, dass wir jetzt ein Halbfinale und dann ein Finale haben, aber wir uns das Endspiel gegen Willersdorf erst verdienen müssen. Heute haben sie gesehen, zu was wir als Mannschaft zu leisten imstande sind. Das war ein Sieg des Kollektivs, mit dieser Einstellung müssen wir auch in unser letztes Saisonspiel gehen. Wir hatten zwar anfangs etwas Glück, aber insgesamt ist unser Sieg verdient."
DJK Willersdorf: Arneth - Grimm, Weber, Lunz, Hofmann, Leisgang, Postler, Fischer, Rzonsa, Seeberger, Fleischmann, (Halbach, Endreß).
ATSV Forchheim: Mechler - Friesner, Wesolowski, Atli, Sütcü, Stein, Koschmieder, Baumann, Hopkins, Grimm, Akar, (Kisberi, S. Haji Yusef).
Schiedsrichter: Mario Hofmann (SpVgg/DJK Heroldsbach-Thurn).
Zuschauer: 85.
Tore: 0:1 Baumann (21.), 0:2 Baumann (32.), 0:3 Stein (42.), 1:3 Weber (76.), 1:4 Hopkins (86.).
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