LKR Bad Kissingen
Fußball

Abstand halten: Das sind die neuen Regeln

Die beliebteste Sportart der Welt sagt Spielverzögerung und unsportlichem Verhalten den Kampf an. Von A wie Abstoß bis Z wie Zeitspiel.
Artikel drucken Artikel einbetten
Einige Regeländerungen sollen die Leitung eines Fußballspiels für den Schiedsrichter leichter machen. Foto: Sportfoto Zink
Einige Regeländerungen sollen die Leitung eines Fußballspiels für den Schiedsrichter leichter machen. Foto: Sportfoto Zink

Die Fußballer aus den höheren Amateurligen haben sich nach drei Spieltagen wohl schon an die Regeländerungen gewöhnt, die Kicker der Bezirksliga abwärts kamen bislang nur in Pokal- und Testspielen mit ihnen in Berührung. Vor einigen Monaten wurden die Neuerungen für die Saison 2019/20 bekanntgegeben, kürzlich präzisierte der Bayerische Fußball-Verband einige der neuen Regeln des International Football Association Board. Ziel: Das Spiel soll und wird schneller werden.

Den kürzesten Weg nehmen

Um bei einem Spielerwechsel Zeitspiel zu vermeiden, muss der auszutauschende Akteur das Feld über die nächste Begrenzungslinie, also den kürzesten Weg, verlassen - und nicht mehr wie bisher an der Mittellinie. Ein schnell ausgeführter Freistoß ist künftig auch dann möglich, wenn der Unparteiische einen Spieler mit Gelb oder Rot verwarnen möchte. Die Karte kann der Schiedsrichter bei der nächsten Unterbrechung vornehmen. "Ab jetzt wird auch im Fußball sofort bestraft, wenn man den Ball nach einem Pfiff nicht sofort liegen lässt. Das wird im Handball, Basketball und Eishockey seit Jahren praktiziert und ist bei allen absolut akzeptiert", erklärt Verbands-Schiedsrichter-Obmann Walter Moritz.

Weiterhin nicht geduldet wird die verzögerte Ausführung eines Einwurfs, Abstoßes und Freistoßes. "Zeitspiel ist eine disziplinlose Unsportlichkeit. Das war schon immer so, ab sofort wird aber deutlich härter durchgegriffen", sagt der Haßfurter. Bei unsportlichem Verhalten kann es ab sofort auch für Trainer und Offizielle die Gelbe, die Gelb-Rote und Rote Karte geben. Kann der Schiri den Übeltäter zwar einer Mannschaft zuordnen, ihn aber nicht zweifelsfrei identifizieren, kann die Verwarnung stellvertretend an den Trainer des Teams aussprechen.

Ein Tor nach einem Handspiel gehört indes der Vergangenheit an. Es spielt keine Rolle mehr, ob Absicht vorliegt oder nicht. Auch wenn vor dem Treffer die Hand oder der Arm zum Einsatz kam und dadurch ein Vorteil entstanden ist, wird das vom Referee geahndet. Eine Änderung gibt es bereits vor dem Anpfiff: Der Kapitän, der den Münzwurf gewinnt, darf ab dieser Spielzeit wählen, ob er den Anstoß ausführt oder die Spielrichtung bestimmt. Erstere Option stand bislang nicht zur Verfügung.

Gleich vier Regeln betreffen speziell den Torwart. Zum einen darf er künftig auch Teamkollegen mit einem Abstoß bedienen, die innerhalb des Strafraums stehen. Selbiges gilt für einen Freistoß im eigenen Sechzehner. Zweitens muss sich der Keeper bei einem Elfmeter gegen sich mit mindestens einem Teil seines Fußes auf Höhe der Torlinie befinden, bis der Schütze den Strafstoß ausführt. Außerdem darf der Torhüter währenddessen weder Pfosten noch Latte noch Tornetz berühren.

Selbst für den Fall eines kräftigen Schlussmanns auf einem kleinen Platz haben die Regelhüter vorgesorgt: Der Keeper darf den Ball nicht aus dem eigenen Strafraum ins gegnerische Gehäuse werfen. Kompliziert wird es in Sachen Rückpass: Wenn der Torhüter den Ball nach einem Einwurf oder einem absichtlichen Zuspiel eines Mitspielers bei einem Klärungsversuch eindeutig mit dem Fuß gespielt oder zu spielen versucht hat, darf er den Ball anschließend in die Hand nehmen.

Abstand zur Abwehrmauer

Bei einer Abwehrmauer mit mindestens drei Spielern müssen alle Akteure des angreifenden Teams einen Abstand von mindestens einem Meter zur Mauer einhalten. Ein Schiedsrichterball erfolgt nur noch mit einem Spieler - und zwar aus dem Team, das zuletzt in Ballbesitz war, an der Stelle, an der der Ball zuletzt berührt wurde. Alle anderen Spieler müssen einen Abstand von mindestens vier Metern einhalten. Bei einer Unterbrechung im Strafraum erfolgt der Schiedsrichterball mit dem Torhüter.

Eine Distanz von zwei Metern zur Seitenlinie müssen alle gegnerischen Spieler bei einem Einwurf berücksichtigen. Der Schiri ist nicht mehr in allen Situationen Luft: Wenn der Ball den Unparteiischen berührt und danach ins Tor geht, der Ballbesitz wechselt oder ein Angriff lanciert wird, gibt es Schiedsrichterball. Auch die Mode spielt im modernen Fußball eine Rolle: Unterhemden dürfen mehrfarbig/gemustert sein, sofern sie in exakt demselben Muster/denselben Farben wie die Trikotärmel gehalten sind.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren