Kersbach
Steilpass

"Wir hätten gern gespielt"

Schwach gestartet, dann zugelegt: Vor dem Derby gegen den SV Poxdorf erhalten Lutz Reinhold und die DJK Kersbach aber eine Zwangspause, denn der komplette Spieltag ist gestrichen.
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Lutz Reinhold  Foto: archiv
Lutz Reinhold Foto: archiv
Lutz Reinhold hat bei der DJK Kersbach eine Doppelrolle inne: Einerseits zählt der Angreifer zu den erfolgreichsten Torjägern der Kreisklasse und ist ein Erfolgsgarant für das momentane Leistungshoch seiner Mannschaft in der Kreisklasse 2. Andererseits leitet der Polizeibeamte mit B-Trainerlizenz die taktischen Geschicke der Kersbacher als Coach.

Wer hat Sie angespielt?
Lutz Reinhold: Mein Stiefbruder Florian Seeberger hat seinen Steilpass zu mir gespielt. Flo ist nicht nur ein ehrgeiziger und kameradschaftlicher Typ, sondern auch als Fußballer ein absoluter Vollblutstürmer. Er weiß in jeder Situation, wo das Tor steht und ist stets brandgefährlich. In Willersdorf hatten wir bereits zusammengespielt, ehe er letzte Saison für ein Jahr in meine Mannschaft nach Kersbach gewechselt ist.

Und obwohl wir uns aus familiären Gründen sehr nahe stehen, hat das Trainer-Spieler-Verhältnis darunter nie gelitten. Inzwischen schnuppert er Kreisliga-Luft in Zeckern, wofür ich ihm viel Erfolg wünsche.

Ihr Team hat sich nach vier Niederlagen am Stück eindrucksvoll zurückgemeldet und eine Serie von fünf ungeschlagenen Partien aufgestellt. Wie kam dieser Umschwung zustande?
Vier Niederlagen lesen sich natürlich wie ein heftiges Tief. Aber das muss man etwas relativieren: Wir hatten einige äußerst knappe und unglückliche Niederlagen. Das lag größtenteils daran, dass wir unmittelbar nach einem Tor ins Grübeln gekommen sind und dadurch leichte Fehler gemacht haben. Das war ein reines Kopfproblem. Wir haben mannschaftsintern viele Gespräche geführt und den Spielern den Druck genommen. Immerhin haben wir einige Nachwuchskicker, die frisch aus der A-Jugend zu uns gestoßen sind. Das ist ein Entwicklungsprozess, der noch einige Zeit dauern wird. Aber aktuell spielen wir wieder befreiter auf, was mich natürlich sehr freut.

Sie selbst zählen mit neun Treffern zu den Toptorjägern der Liga. Inwiefern ist die Mannschaft von Ihrem Torinstinkt abhängig?
Wir haben gerade in der Offensive einige junge Leute, von denen man schlichtweg nicht erwarten kann, dass diese konstant viele Tore schießen. Ich selbst bringe da vielleicht die nötige Routine mit und konnte bereits in den letzten Jahren meine Torgefahr unter Beweis stellen. Sicherlich ist eine gewisse Abhängigkeit vorhanden. Aber das war uns spätestens nach dem Abgang von Flo Seeberger auch klar.

Am Wochenende war die Partie gegen Poxdorf geplant. Der SV hat Kersbachs Aufstieg 2014 in der Relegation verhindert. Ärgerlich, dass die Revanche verschoben wird?
Wir hätten gerne gespielt, auf unserem Platz wäre das auch möglich gewesen. Unser Abschlusstraining am Donnerstag war sehr gut. Die Stimmung passt und die Jungs sind in Form. In meinem Beruf als Polizeibeamter ist es aber auch mal ganz schön, ein Wochenende frei zu haben.

Welches Ziel setzen Sie sich in dieser Saison?
Meine Mannschaft hat das Potenzial, unter den ersten fünf Teams der Liga zu landen. Das peilen wir an.

An wen passen Sie weiter?
Mein nächster Kandidat ist Michael Hobner von der DJK Willersdorf. Er war ein Jahr lang mein Trainer und ist ein absolut feiner Kerl. Das hat er auch in Willersdorf unter Beweis gestellt. Aus zeitlichen Gründen hatte er dort seinen Abschied von der Trainerbank verkündet. Da Willersdorf personell sehr dünn besetzt ist, hat er sich dazu entschieden, den Verein weiterhin als Spieler zu unterstützen. Davor habe ich größten Respekt. Das ist ein klasse Zug.
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