Kirchehrenbach
Ehrungsabend

Vorzeitige Bescherung am Walberla

Der TSV Kirchehrenbach mit seiner umtriebigen Vorsitzenden Silvia Wagner hat sich die "Goldene Raute mit Ähre" des BFV redlich verdient.
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Kreisehrenamtsbeauftragter Alexander Männlein überreichte die Urkunde zur "Goldenen Raute mit Ähre" an TSV-Vorsitzende Silvia Wagner. Fotos: Leo Hühnlein
Kreisehrenamtsbeauftragter Alexander Männlein überreichte die Urkunde zur "Goldenen Raute mit Ähre" an TSV-Vorsitzende Silvia Wagner. Fotos: Leo Hühnlein
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Dem TSV Kirchehrenbach wurde eine besondere Ehre zuteil. Als erster Sportverein im Landkreis Forchheim überhaupt bekommt die Germania die "Goldene Raute mit Ähre" verliehen. Die an der Vereins-Weihnachtsfeier überreichte Auszeichnung des Bayerischen Fußball-Verbandes ist die höchste, die für eine vorbildliche und breit gefächerte Vereinsarbeit erreicht werden kann.
Die Gästeliste deutete bereits an, dass etwas Großes bevorstand. Neben Landrat Hermann Ulm warteten der Landtagsabgeordnete Michael Hofmann und Bürgermeisterin Anja Gebhardt aus dem politischen Lager auf. Die sportliche Gemeinde war ebenfalls durch honorige Funktionäre vertreten.
Neben Dieter Habermann, der als Mitglied der Ehrenamtskommission direkter Vertreter des DFB ist, gaben sich der Kreisehrenamtsbeauftragte Alexander Männlein, der Bezirksehrenamtsreferent Stefan Merkel sowie BFV-Kreisvorsitzender Max Habermann die Ehre.
In ihrer Begrüßung nannte Vorsitzende Silvia Wagner Ehrengast Dieter Habermann als Mentor ihrer eigenen Wahl 2010, als sie das Amt beim TSV erst nach dessen wohlwollendem Zuspruch antrat. Seither sei viel im Verein bewegt worden und der Draht zu ihrem Fürsprecher nie abgerissen.


Verein der Vielschichtigkeit

Vor der eigentlichen Ehrung fungierte Max Habermann in Kooperation mit den beiden Initiatoren des TSV, Rainer Stelzner und Stefan Füssel, zunächst als Nikolaus. Sie übergaben an die in Nachbarschaft des Sportheimes untergebrachten Jugendlichen aus Kriegsländern mehrere Kartons mit nagelneuen Fußballschuhen, die von der Sozialstiftung des Bayerischen Fußballverbands innerhalb der Aktion "Fußballschuhe für Flüchtlinge" zur Verfügung gestellt wurden. Max Habermann stellte zudem fest, dass der TSV in vielerlei Hinsicht inzwischen ein Aushängeschild im Bezirk Mittelfranken und im Kreis Erlangen-Pegnitzgrund sei: "Der Gesamtverein ist sehr gut aufgestellt und hat sich den Erfolg verdient. Es macht mich stolz, dass mit eurer Silvia auch eine Vertreterin meiner Vereine vor kurzem den Ehrenamtspreis in Bayern gewann. Viele Grüße auch von Präsident Koch nach Kirchehrenbach."
Kreisehrenamtsbeauftragter Alexander Männlein hob in seiner Laudatio die Vielschichtigkeit des TSV Kirchehrenbach hervor, mit dem vom BFV vor 17 Jahren geschaffenen Gütesiegel "Goldene Raute mit Ähre" bewege sich der Verein "in der Champions League". Dass die nun erfolgte, höchste Auszeichnung kein Selbstläufer sei, die man so nebenbei mitnimmt, zeigten alleine die auf 22 Seiten des Zertifizierungs-Katalogs aufgeführten 40 Kriterien. Untergliedert in die vier Kategorien Ehrenamt, Jugend, Breitensport und Prävention sei erst in Verbindung mit dem mehrfachen Gewinn der Silbernen und Goldenen Raute die Qualifikation zur Goldenen Raute mit Ähre möglich gewesen. Der TSV habe von 2008 bis 2013 beide Vorstufen jeweils zweimal bestätigt, die anschließende Auflistung der erfüllten Kriterien war lang. Unter anderem lobte Männlein den TSV für "Walberla-Fest, Tennisabteilung, über 700 Mitglieder, Pflege und Instandhaltung der Liegenschaften, mehrere Gruppen bei "Jugend in Bewegung", Gruppierung 60+, Integration von ausländischen Mitbürgern und 200 ehrenamtliche Mitarbeiter".


Gelebte Integration

Landrat Hermann Ulm freute sich über den großen Erfolg in seiner "früheren beruflichen Heimat" als er an der Kirchehrenbacher Schule unterrichtete. Er hob die breite Angebotspalette hervor, die es allen Mitarbeitern und Altersgruppen ermögliche, sich beim TSV einzubringen. Derartiger Erfolg sei nicht nur an der Mitgliederzahl festzumachen: "Was hier geleistet wird, ist im Landkreis Forchheim tatsächlich etwas ganz Besonderes. Vor allem, wie die Flüchtlingsthematik geschultert wird, wie die Integration hier vorgelebt wird, das kann kein Staat vormachen."
Landtagsabgeordneter Michael Hofmann reihte sich ein in die Schar der Gratulanten: "Die Goldene Raute mit Ähre muss von langer Hand vorbereitet werden, sie zeigt vor allem durch die gelebte Seniorenarbeit, die Prävention und viele ökologische Gesichtspunkte: Hier wird etwas für die Gesellschaft getan." Am Ende seiner Rede lud er Wagner mit 50 TSV-Mitgliedern zum Besuch des bayerischen Landtags nach München ein ("Voraussichtlich Herbst zur Oktoberfestzeit"), worauf Wagner in Richtung des entschuldigten MdL Thorsten Glauber befand: "Vielleicht legt der Kollege der Freien Wähler nach, dann komme ich mit 100 Leuten."
Bürgermeisterin Anja Gebhardt erinnerte an die kürzliche Ehrung der Vorsitzenden Wagner, zu der sie im Tross nach München mit dabei war: "Es war beeindruckend, was Silvia und der TSV geleistet haben. Nicht immer sind es die ganz großen Taten, sondern die vielen kleinen, die das ganz Große ausmachen. Sie haben dazu beigetragen, dass der TSV diesen Preis erhält. Der Dank der Gemeinde geht an den Sportverein, der sein Heim und die Sportanlagen für Flüchtlinge zur Verfügung stellt und so zeigt, wie man Integration lebt."


Nicht normal

Dieter Habermann sorgte vor dem abschließenden Gruß für einen Lacher im Saal, der mit über 170 Personen restlos gefüllt war, als er mit einem Blick zur Seite feststellte, er sei mit Max Habermann weder verwandt noch verschwägert. Im Kern seiner Worte wiederholte er Dank und Anerkennung an den TSV, hob letztlich aber nochmals Silvia Wagner hervor: "Was du leistest, ist nicht normal. Du bist Vorbild - nicht nur für deinen Verein und die Gemeinde, sondern auch für den gesamten Spielkreis."
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