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Effeltrich
Fußball

Verkauft Effeltrich mehr Dauerkarten als Lazio Rom?

Den Humor hat sich die SpVgg nach dem Abstieg aus der Kreisliga bewahrt. Wie PR-Chef Harry Wolf meldet, darf der Klub gegen "LA" auf viele Zuschauer hoffen.
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Im Vorjahr fand Effeltrich als Aufsteiger nicht in die Spur und stieg direkt wieder ab. Im Spiel gegen Kirchehrenbach blockierte in dieser Szene Sebastian Steinert zwar die Flanke von Niklas Stelzner, konnte aber letztlich nicht verhindern, dass der Kirchehrenbacher später den 3:0-Endstand markierte.  Foto: Leo Hühnlein
Im Vorjahr fand Effeltrich als Aufsteiger nicht in die Spur und stieg direkt wieder ab. Im Spiel gegen Kirchehrenbach blockierte in dieser Szene Sebastian Steinert zwar die Flanke von Niklas Stelzner, konnte aber letztlich nicht verhindern, dass der Kirchehrenbacher später den 3:0-Endstand markierte. Foto: Leo Hühnlein
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Nicht ganz ernst gemeint ist die Feststellung des Effeltrichers Harry Wolf, dass die SpVgg am ersten Verkaufstag mehr Dauerkarten abgesetzt habe als Lazio Rom. Viele Zuschauer werden zum "InF ranken-Kick" in der Kreisklasse 2 ER/PEG gegen Langensendelbach, das erste Duell seit 15 Jahren, trotzdem erwartet.


SpVgg Effeltrich (11.) - SV Langensendelbach (8.)

Der "InFranken-Kick" gastiert zum Derby in Effeltrich, wo am Sonntag um 15 Uhr erstmals seit der Saison 2000/01 ein Punktspiel gegen den Nachbarn Langensendelbach ansteht. In den Jahren zuvor gingen sich die zwei Kontrahenten  - unfreiwillig  - aus dem Weg und treffen nun in der Kreisklasse 2 aufeinander. Während die Gastgeber erst euphorisch, letztlich aber ernüchtert den einjährigen Kreisliga-Ausflug beendeten, schaffte der SV den direkten Wiederaufstieg nach einer Saison in der A-Klasse  - der einzigen binnen 20 Jahren.


Auch die letzte gemeinsame Spielzeit, damals in der Kreisliga, hätte nicht unterschiedlicher verlaufen können. Jochen Brechelmacher, heutiger Teammanager in Effeltrich erinnert sich: "Ich spielte bei der DJK Weingarts, wir hatten wie Langensendelbach 64 Punkte. Im Entscheidungsspiel um die Meisterschaft haben wir im Elferschießen gewonnen und sind in die Bezirksliga aufgestiegen, der SV scheiterte in der Relegation. Meinen Heimatverein erwischte es schlimmer, er stieg mit nur acht Zählern als Letzter ab."


Zähler im Haifischbecken sammeln

Nun steht der Neuanfang in der heuer als Haifischbecken bezeichneten Kreisklasse an, in der es von Anfang an gilt, jeden Zähler zu sammeln. Das weiß Michael Appelt, der von Stöckach kommend in Effeltrich coacht: "Auch wenn sich wohl drei oder vier Teams als Favoriten hervortun werden, ist es eine sehr ausgeglichene Spielklasse mit vielen namhaften Vereinen. Unser primäres Ziel ist es, die Spielfreude und den Spaß zurückzubringen, die Neuzugänge zu integrieren und die Abgänge zu kompensieren, wobei die Punkte natürlich auch nicht außer Acht gelassen werden dürfen."

Die Lücken, die René Schuster (Weingarts), René Meier sowie Vorjahres-Interimstrainer und Torwart Lukas Porster (beide Kersbach) hinterlassen haben - zudem pausiert Torjäger Christian Kosel -, sollen sieben Neue schließen. Das sei Normalität, sagt der 37-jährige Wirtschaftsinformatiker: "Frischer Wind belebt die Neuordnung, inzwischen haben sich die meisten Positionen herauskristallisiert. Dennoch müssen wir umbauen, weil der urlaubende Simon Schwarzenbach und Florian Huppmann, der durch den Platzverweis beim knappen 0:1 gegen Kersbach im Auftaktspiel noch für zwei Partien gesperrt ist, fehlen."


Schliffka und Appelt kennen sich

Alexander Schliffka ist neuer Spielertrainer in "LA" und für Appelt kein Unbekannter, denn unter dessen Bruder Armin (heute Weisendorf) spielten beide drei erfolgreiche Jahre in Uttenreuth und stiegen zweimal bis in die Bezirksliga auf. Nach seiner Jugendzeit beim SCU und drei Jahren im Herrenbereich des Heimatvereins wechselte Schliffka mit nur 22 Jahren als Spielertrainer zum Nachbarverein Spardorf und coachte dort sechs Jahre.

Der inzwischen 28-jährige angehende Mittelschullehrer geht selbstbewusst an die neue Aufgabe: "Unser 3:0 gegen Reuth war verdient und um drei Tore zu niedrig, auch beim 1:3 gegen Kersbach hätten wir unsere Führung klar ausbauen müssen und vergaben zudem einen Elfer, so kamen die favorisierten Gastgeber erst durch unsere Halbherzigkeit zum Erfolg." So sah dies auch Appelt als Beobachter der Partie. Im Derby fehlen dem SVL neben Co-Trainer Max Tauwald mit Lukas Kral, Andreas Mürschberger und Johannes Böhmer ausgerechnet die drei torgefährlichsten Akteure urlaubsbedingt.



"Effeltrich hätte gewinnen müssen"

Auch Schliffka erledigte seine Hausaufgaben uns sah sich den morgigen Gegner bereits an: "Das wird eine schwere Aufgabe. Die SpVgg zeigte sich beim 1:1 gegen Neunkirchens Reserve überlegen und hätte eigentlich gewinnen müssen. Die Effeltricher sind sehr kampfstark, es wird zur Sache gehen."

Der Humor scheint jedenfalls nach Effeltrich zurückgekehrt zu sein, wie Harry Wolf, Chef des neu geschaffenen Ressorts "Öffentlichkeitsarbeit/Neue Medien" stolz bestätigt: "Wir haben am ersten Verkaufstag gegenüber dem italienischen Erstligisten Lazio Rom 25 Prozent mehr Dauerkarten an den Mann gebracht. Die Römer schafften nur elf, wir jedoch 14 Stück."

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