Forchheim
Tennis

TC-Forchheim-Open: Brillanz statt vieler Worte

Der Triumph in der Heimat bleibt dem Weilersbacher Matthias Wunner verwehrt. Im Finale der TC-Forchheim-Open ist der Chilene Jorge Aguilar nervenstärker. Bei den Damen setzt sich eine 18-Jährige überraschend deutlich durch.
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Katarina Stresnakova holte sich den Titel bei Damen mit einem 6:3, 6:1 im Finale gegen Imke Küsgen.   Fotos: Rene Ruprecht
Katarina Stresnakova holte sich den Titel bei Damen mit einem 6:3, 6:1 im Finale gegen Imke Küsgen. Fotos: Rene Ruprecht
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Auf einem nationalen Preisgeld-Turnier läuft manches eben anders als bei Wimbledon und Co. ab: Da gibt es kein Mikrofon für den Schiedsrichter, auch Linienrichter sucht man vergebens, ebenso wie Balljungen oder Handtuch-Reicher in den Pausen. Vieles ist so, wie es jeder Hobby-Amateur selbst kennt. Doch sportlich spielten sich die vergangenen Tage in Forchheim auf einem ganz hohen Tennis-Niveau ab: Was Matthias Wunner und Jorge Aguilar im Finale der TC-Forchheim-Open auf Court 7 zeigten, muss sich vor dem Profitennis nicht verstecken. Und das gilt in gleichem Maße für den beherzten Auftritt der Slowakin Katarina Stresnakova. Die 18-Jährige ließ Zweifach-Siegerin Imke Küsgen im darauffolgenden Damenfinale der TONI-Open beim 6:3, 6:1 nicht den Hauch einer Chance und beschenkte sich pünktlich zu ihrem 18.
Geburtstag auch noch mit 1200 Euro Preisgeld selbst.

Aguilar zu stark für Wunner

Während im Hause Stresnakova also ausgiebig gefeiert werden darf, ist die Stimmung bei Matthias Wunner etwas gedrückter. Der Weilersbacher hat auch sein drittes Finale in Forchheim binnen vier Jahren verloren, allerdings stand ihm mit Jorge Aguilar ein ganz erfahrener Mann gegenüber. "Ich werde es wieder versuchen, auch wenn es noch ein paar Jahre dauert", versprach der Lokalmatador im Anschluss an die 2:6, 6:7-Niederlage. Nach zwei abgewehrten Matchbällen führte der 22-Jährige im Tiebreak des zweiten Satzes sogar mit 4:2, gab ihn aber noch mit 5:7 ab. Der Sieger richtete seine Dankesrede mangels Deutsch- und Englischkenntnissen in Spanisch ans Publikum. "Gegen Matthias hat mir meine größere Erfahrung geholfen", sagte der im Jahr 2010 auf Nummer 167 der Weltrangliste geführte Chilene: "Ich habe nicht unbedingt mit dem Sieg hier gerechnet, aber natürlich darauf gehofft."

Dass die Angelegenheit zwischen Katarina Stresnakova und Imke Küsgen (6:3, 6:1) im Damen-Finale dann noch einseitiger wurde, hatten wohl die wenigsten der Tennis-Fans auf der Rechnung: Beiden schmerzte der Schlagarm, die 14 Jahre jüngere Slowakin steckte dies aber offenbar besser weg: Küsgen bekam kaum noch Druck hinter ihre Vorhand, Stresnakova verwertete diese Halbfeld-Vorlagen mit Leichtigkeit. Und so fand die Turnierserie in Forchheim ein schnelles Ende, das die zahlreichen Zuschauer wohl gerne noch hinausgezögert hätten. Denn wenn's am schönsten ist, hört man ja ungern auf. tsc/rup

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