Forchheim
Fußball

Spitzenreiter ist reif für die Kreisklasse

Ungeschlagen geht der TKV Forchheim als Tabellenführer der A-Klasse 2 in die Winterpause. Trainer Serdar Kuygun hat nicht viel zu monieren, nur das Miteinander auf dem Sportplatz muss besser werden.
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ASV Höchstadt - TKV Forchheim. Der 5:1-Erfolg an der Aisch war einer von neun Siegen am Stück, die die Forchheimer (rote Trikots) zu Saisonbeginn einfuhren.  Foto: Picturedreams
ASV Höchstadt - TKV Forchheim. Der 5:1-Erfolg an der Aisch war einer von neun Siegen am Stück, die die Forchheimer (rote Trikots) zu Saisonbeginn einfuhren. Foto: Picturedreams
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Drei Offensiv-Spieler des TKV Forchheim stehen gemeinsam an der Spitze der Torjägerliste der Fußball-A-Klasse 2 ER/PEG: Yusuf Öntürk, Mustafa Oezsoy und Erhan Gezici trafen bisher je 19 Mal ins gegnerische Tor. Schon allein daran lässt sich die Qualität der Mannschaft von Spielertrainer Serdar Kuygun messen, die in der Sommerpause ein neues Gesicht bekam.
Als eine Art Kettenreaktion beschreibt der Trainer den Zulauf vieler höherklassig erfahrener Spieler. "Die Jungs kannten sich alle untereinander und wollten mal wieder gemeinsam in einer Mannschaft spielen." Auch mit dem Trainer selbst hatten die neuen Kicker schon vorher eine Art familiäres Verhältnis und entschieden sich für die A-Klasse. "Wir haben schon damit gerechnet, eine richtig starke Mannschaft zu haben, aber wir wussten natürlich nicht, wie sich das neue Team zusammenfügt." Aber Kuygun schaffte es, das Rudel von Alpha-Tieren zu einem Team zu formen.


Nur im Pokal gab's eine Pleite

Nur einmal, beim 1:1 Unentschieden gegen den TSV Hemhofen, ging der TKV Forchheim bislang nicht als Sieger vom Platz. "Das ist das Verdienst der Mannschaft", sagt Serdar Kuygun zufrieden: "Inklusive Vorbereitung und Pokal haben wir in der gesamten Vorrunde nur ein Spiel verloren." Die einzige Niederlage resultierte aus einem Pokal-Spiel gegen den Bezirksligisten SpVgg Erlangen.
Trotz der großen Qualität, die der TKV unumstritten in seinem Spielerkader hat, war es schwer, eine solche Serie hinzulegen. "Die Gegner sind gegen uns doppelt motiviert, weil wir der ungeschlagene Tabellenführer sind." Darüber hinaus bedarf es auch einiges an Geschick, die Spieler immer wieder neu zu motivieren und ihnen einzuschärfen, keinen Gegner zu unterschätzen. "Wir stehen jedes Mal unter Druck, das Spiel gewinnen zu müssen."
Allerdings kann sich der Coach, sollte die Gesamtleistung seiner Mannschaft einmal nicht passen, immer noch auf die individuelle Klasse seiner Spieler verlassen, von denen einige eine Partie auch allein entscheiden können. Trotz der überragenden Offensive schaut Trainer Kuygun auch auf seine Defensive. In den ersten beiden Saisonspielen hat der TKV noch sechs Gegentreffer bekommen. Danach hat sich die Abwehr stabilisiert. Vor allem Erdem Ünal, Neuzugang im Tor, hat großen Anteil daran.

Langfristig etwas aufbauen

Nach der Winterpause will der TKV Forchheim erneut intensiv arbeiten und den Aufstieg in die Kreisklasse so schnell wie möglich erreichen. Wichtiger wird es für Serdar Kuygun jedoch sein, die talentierten Kicker auch nach der Saison im Verein zu halten, denn die Qualität seiner Fußballer spricht sich natürlich auch bei anderen Vereinen rum. 14 Feldspieler umfasst der Spielerkader des TKV, so breit ist die Spielerdecke also nicht. "Wir haben eine gute Kameradschaft und wollen hier etwas Langfristiges aufbauen", bekräftigt der Coach, betont aber auch: "Wir müssen uns insgesamt besser organisieren und andere Strukturen in den Verein reinbringen".
Ein Thema, das Serdar Kuygun auf jeden Fall noch ansprechen will, ist das Miteinander auf dem Fußballplatz und spricht Vorkommnisse an, die ihm nicht gefallen. "Meine Spieler müssen sich Woche für Woche mit Provokationen auseinandersetzen, die teilweise unter der Gürtellinie sind", klagt Kuygun. "Es ist verständlich, dass irgendwann einem meiner Spieler der Kragen platzt, und wenn am Ende wieder irgendein Tumult entsteht, dann heißt es: Der TKV war schuld."

Das eigene Verhalten hinterfragen

Auf der anderen Seite hat der Trainer auch kein Problem damit, Fehlverhalten seiner Spieler einzugestehen und zu bestrafen. "Unsere Spieler sind grundsätzlich mit viel Emotion bei der Sache, und wenn Fehler begangen werden, reagieren wir intern darauf." Der Trainer schreckt nicht davor zurück, einen Spieler mehrwöchig zu suspendieren. Aber Kuygun erwartet auch, dass andere Vereine selbstkritisch ihr Verhalten auf dem Sportplatz hinterfragen und ihre Schlüsse ziehen beziehungsweise darauf reagieren.

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