LKR Forchheim
Fußball

SpVgg Reuth und Wolfgang Auer träumen nicht

Trotz Aufbruchstimmung dank erfahrener Neuzugänge und Rang 6 bleibt die SpVgg Reuth in der Kreisklasse 2 realistisch. Mit den Aufstiegsplätzen in der Kreisklasse 1 dürften Heroldsbach und Hausen nicht mehr viel zu tun haben. In der Kreisklasse 3 hat dagegen noch ein halbes Dutzend Teams Chancen.
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Michael Kuhn (Kapitän) hat vor dem Testspiel gegen den SC Oesdorf aus der Nachbarliga gut Lachen. In Abstiegsgefahr sollte er im dritten Kreisklassen-Jahr mit der SpVgg Reuth in dieser Saison jedenfalls nicht mehr geraten.  Fotos: Leo Hühnlein
Michael Kuhn (Kapitän) hat vor dem Testspiel gegen den SC Oesdorf aus der Nachbarliga gut Lachen. In Abstiegsgefahr sollte er im dritten Kreisklassen-Jahr mit der SpVgg Reuth in dieser Saison jedenfalls nicht mehr geraten. Fotos: Leo Hühnlein
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Für etliche Mannschaften der Fußball-Kreisklasse 2 ist die Luft bereits so gut wie draußen, denn mit Aufsteiger TKV Forchheim als Spitzenreiter (48 Zähler) sowie Effeltrich (46) scheinen die ersten beiden Plätze manifestiert. Nächster Verfolger ist die Gloria aus Weilersbach mit 35 Punkten, zusammen mit Kersbach die einzige Mannschaft ist, die mit dem Glauben an kleine Wunder noch herankommen könnte.

Mittelehrenbach hat dem Schlusslicht SpVgg Muggendorf durch das 0:1 im einzigen Nachholspiel der Liga wieder etwas Leben für den Klassenerhalt eingehaucht. Wichsenstein und Hetzles befanden sich einige Wochen in der Spitzengruppe, fielen aber zuletzt ins Niemandsland zurück und können für die kommende Kreisklassen-Saison planen. Dürrbrunn muss abwarten, wie das Team auf den Abgang von Trainer Roland Beck nach zehn Jahren reagiert und ob der komfortable Acht-Punkte-Abstand auf die Abstiegsregion hält.

Aufbruchstimmung dank Auer

Auf der Reuther Hut hat mit Wolfgang Auer ein neuer Trainer das Sagen, und bislang kehrt der neue Besen so gut, dass die Verantwortlichen der SpVgg ein weiteres Jahr mit ihm verlängerten. Auers frühere Tätigkeit als Jugend-Coach in Baiersdorf kommt ihm zugute, da er viele Kontakte nie abreisen ließ und seine früheren Schützlinge gelegentlich unter seinen Fittichen spielen wollen. Neben den beiden Landesliga-erfahrenen Michael Ulrich und Matthias Pinzel sind weitere Zugänge erfolgt, was im Umfeld des Vereins für Aufbruchstimmung sorgte.

Diese bremst Spielleiter André Knöller: "Wir sollten nicht von Dingen träumen, die nicht realistisch sind. Unser Kader hat sich unter Wolfgang prima entwickelt, er hat viele Spieler bereits sichtbar weitergebracht und die Routiniers finden so auch wieder mehr Spaß." Mit den Zugängen erfolge sicherlich eine Auffrischung, meint Knöller, denn der Druck auf den Kader in der Breite nehme zu. Wichtig für den Trainer sei gewesen, dass die Neuzugänge ohne Gehaltsanspruch kommen, um bestehende Strukturen nicht zu unterwandern: "Ob sich eine qualitative Steigerung in der nächsten Zeit schon durchschlägt, muss sich zeigen. Dafür müssen viele kleine Rädchen ineinander greifen."

Eine bessere Platzierung haben die Kuckucks-Kicker wohl auf eigenem Geläuf verspielt, denn mit nur zwei Heimsiegen haben sie mit Schlaifhausen zuhause die wenigsten Dreier geholt, aber Knöller weiß warum: "Wir hatten die Spitzenteams alle schon daheim."

Irgendwas ging beim TSV schief

Mit dem TSV Ebermannstadt, der hoffnungsvoll in die Spielzeit ging, beginnt die Zone derer, die in den kommenden Wochen Vollgas geben müssen. Was im Wiesentstädtchen schief lief (nur Platz 10), wissen sie selbst nicht genau, denn eigentlich sollte nach der guten Aufstiegssaison im Vorjahr nachgelegt werden: Mit massiver Verstärkung aus dem eigenen Nachwuchs sowie der Ergänzung mit erfahrenen Akteuren.

Schlaifhausen wiederum brauchte erst Anlauf, wobei der miserable Oktober den Aufsteiger bis heute hinten festbindet, zusammen mit den punktgleichen Kleinsendelbachern, die eine ähnliche Saisonkurve aufweisen. Knapp vor der Abstiegszone steht mit Neunkirchen II ein weiterer Aufsteiger, der zumeist gegen die direkte Konkurrenz punktete.

Mit Muggendorf, dem Vorjahres-Dritten Hallerndorf und Kreisliga-Absteiger Neuses logieren auf den drei Abstiegsplätzen Mannschaften, die nicht zwingend dort erwartet wurden und denen zuzutrauen ist, sich noch zu befreien. Zwar gab es im vorderen Drittel fast keine Winter-Wechsel, dafür bemühten sich die Teams der hinteren Tabellenhälfte teils kräftig um Kaderauffrischung, weshalb die Karten wohl überall neu gemischt werden. Ob es für das Personal der Reserve aus Neunkirchen Verstärkungen aus der Kreisliga gibt, wenn dort der Aufstiegs-Zug abgefahren ist, kann man nicht voraussagen, er wäre aber nicht ungewöhnlich.


Kreisklasse 1 ER/PEG: Stefan Hiltl kann die alte Trainer-Schule nicht mehr umsetzen


Die Kreisklasse 1 bietet als eine der wenigen Ligen ein leistungsgerechtes Tabellenbild: alle 16 Mannschaften haben 18 Spiele ausgetragen. Nicht wirklich überraschend hat sich die Reserve der SpVgg Erlangen ganz vorne positioniert, dicht gefolgt von Möhrendorf mit einem Punkt weniger. Zwar hat das Team von Spielertrainer Heinz Halmer mit einer die wenigsten Pleiten kassiert, doch mit sechs Remis war der ASV hinter Vestenbergsgreuth am teilungsfreudigsten. Der Schlüssel für Spitzenreiter "Spieli" liegt in der Heimbilanz: Von 27 möglichen blieben 23 Punkte daheim.

Drei Teams schenken sich nichts

Auswärtsstärkste Mannschaft ist der Dritte FC Großdechsendorf, der sich seit Saisonstart kontinuierlich herangepirscht hat. Ab Rang 4 dürfte es schwer werden, noch auf den Aufstiegszug zu springen. Auffällig ist, dass sich die drei Spitzenmannschaften gegenseitig jeweils ein Remis abtrotzten, die Niederlagen aber allesamt gegen Teams aus dem Verfolgerfeld herrühren.

Heroldsbach, derzeit der beste Vertreter des Nachbarschafts-Quartetts mit Hausen, Oesdorf und Wimmelbach, fiel nach zwischenzeitlichen Turbulenzen zurück, berappelte sich jedoch. Für den Abteilungsleiter der SpVgg entspricht Rang 5 den eigenen Möglichkeiten: "Die drei vorderen Teams stehen zurecht da oben, vor allem Erlangen hat tolle Spieler und braucht keine Hilfe aus der Ersten. Möhrendorf spielt im Gegensatz zu uns konstant."
Vor allem die magere Torausbeute mit nur neun Treffern in neun Spielen setzte der SpVgg im Herbst zu. Bleisch: "Damit kann man keine Bäume ausreißen. Unser Coach Stefan Hiltl hat meist 15 bis 20 Mann beim Training, der Fleiß und der Spaß sind da, in der Vorbereitung haben alle klasse mitgezogen, daran kann es also nicht liegen."

Hiltl spekuliert: "Ich habe die sogenannte alte Schule noch erlebt, kann sie heutzutage aber nicht mehr umsetzen, weil sich die Spielergeneration geändert hat. Heute muss ich Dinge in Kauf nehmen, oder mich um Sachen kümmern, über die meine Trainer nicht einmal nachgedacht hätten. Die ganz jungen Trainer kommen mit dem Verhalten der Spieler eher klar."

Die Kicker aus Hausen grüßten die halbe Hinrunde von ganz oben, erlebten aber einen Absturz. Oesdorf machte es anders herum und kletterte nach einem Hänger in relativ sichere Gefilde, wo sie sich neben dem Baiersdorfer SV II und der DJK Erlangen einer ziemlich entspannten Restsaison widmen können. Sorgen haben dagegen die Wimmelbacher, die mit der Erlanger Victoria das hintere Drittel anführen.

Nach dem Höhenflug der DJK sprangen aus 14 Partien nur zwei Siege heraus. Die restlichen vier Mannschaften standen bislang fast immer dort, wo sie jetzt stehen. Der SV Langensendelbach krebst seit Mitte der Hinrunde im Sumpf.


Kreisklasse 3 ER/PEG: Dichtes Gedrängel an der Spitze


Eine breit gefächerte Spitzengruppe von sechs Mannschaften prägt das Tabellenbild der Kreisklasse 3. Kein Primus der Nachbarligen hat weniger Zähler oder mehr Verfolger als der SC Eckenhaid. Pottenstein zog durch das 2:0 im Nachholspiel gegen Michelfeld, vorbei an Neunhof und Hiltpoltstein, auf Rang 2. Pegnitz II und Kühlenfels, die ein Spiel weniger haben, könnten dafür sorgen, dass die ersten Sechs nur durch drei Zähler getrennt wären. Tatsächlich aber bestreiten die beiden ihr Nachholspiel gegeneinander.

Mittelfeldplatz ist trügerisch

Mit Herpersdorf sowie den Nachbarvereinen Wolfsberg und Geschwand ist das Mittelfeld dünn besetzt. Wolfgang Neuner, der nach dem verletzungsbedingten Ende seiner Karriere Betreuer des TSV-Teams ist, warnt aber: "Wir haben in den letzten Jahren gesehen, wie eng alles zugehen kann. Meist haben wir bis zum Ende um den Klassenerhalt kämpfen müssen. Ein anderes Ziel haben wir angesichts unserer Chancenverwertung heuer auch nicht." Immerhin hat Geschwand nur einmal mehr als zwei Gegentore kassiert.

"Zwar haben wir neun Zähler Puffer, aber Bärnfels hat ein Spiel weniger und mit ein paar Unentschieden verlierst du schnell an Boden", glaubt der 38-Jährige, der stolz auf seinen Verein ist: "Wir sind ein Dorf mit 450 Einwohnern und spielen seit 25 Jahren höher als A-Klasse, davon drei Spielzeiten in der Kreisliga. Trotz fehlendem Nachwuchs - das nimmt uns keiner mehr."

Die Region der Sorgenfalten beginnt mit Betzenstein, da vier der sechs dahinter stehenden Teams einmal mehr ran dürfen und teilweise - Bärnfels gegen Weißenohe und Forth gegen Michelfeld - auch direkt aufeinander treffen. Dass sich alle drei Aufsteiger bislang nicht von der Abstiegszone lösen konnten, scheint den Leistungsunterschied zwischen A- und Kreisklasse zu bestätigen. Forth steht dagegen knapp davor, binnen eines Jahres von der Kreisliga in die A-Klasse durchgereicht zu werden.

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