Forchheim
Fußball

SV Buckenhofen bleibt trotz zweiten Abstiegs in Folge gelassen

Innerhalb von zwei Jahren fiel der SV Buckenhofen von der Landesliga in die Kreisliga. Spielleiter Volkmar Knauer setzt jedoch weiter auf die eigene Jugend, der er einiges zutraut.
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Grafik: Franziska Schäfer
Grafik: Franziska Schäfer
Die Uhren ticken in Buckenhofen derzeit etwas anders. Während bei Verantwortlichen anderer Vereine die Panik nach zwei Abstiegen in Folge wohl groß wäre, bleibt Volkmar Knauer ganz gelassen. Im Absteiger-Check erklärt der Spielleiter des SV Buckenhofen, was er nach dem Abstieg aus der Fußball-Bezirksliga nun vom Team erwartet und was es zu verhindern gilt.

Wie war die Gemütslage, als klar wurde, dass es auch heuer nicht zum Klassenerhalt reicht?
Volkmar Knauer: Wir waren schon sehr entspannt. Es wäre schließlich ein großes Wunder gewesen, wenn wir den großen Rückstand, den wir in der Winterpause hatten, noch hätten aufholen können. Nachdem wir in den letzten beiden Spielen vor der Pause unglücklich ohne Sieg blieben, ging es für uns nur noch darum, die Mannschaft zusammenzuhalten und die Saison mit Anstand zu Ende zu bringen.

Woran hat es gelegen? Was fehlte am Ende?
Zu 90 Prozent an der Unerfahrenheit dieser Mannschaft. In der Bezirksliga zählt einfach Erfahrung. Teilweise betrug das Durchschnittsalter bei uns 20,2 Jahre, weil wir auf viele Spieler aus der eigenen Jugend setzten. Die Folge war jedoch eine mangelhafte Chancenverwertung. Es gab Spiele, in denen wir 60 bis 70 Prozent Ballbesitz hatten, aber einfach nicht das entscheidende Tor gemacht haben. Zu oft haben wir versucht, eine Situation spielerisch zu lösen, anstatt einfach mal zu schießen. Das kannst du dir in dieser Liga nicht leisten, da brauchst du auch mal jemanden, der einen dreckigen Treffer erzielt. Mangelnde Physis würde ich aber als Grund klipp und klar verneinen.

War Ihnen nach dem letzten Abstieg klar, dass es auch diesmal schwierig wird?
Das war uns allen von Beginn an bewusst. Unsere Neuzugänge kamen alle nicht aus höheren Ligen, sondern meist aus der Kreisklasse. Trotzdem waren wir von ihrer Qualität überzeugt und die Leistungen in der Schlussphase der Saison konnten sich auch sehen lassen. Hätten wir immer so gespielt wie in den letzten zehn Spielen, hätten wir die Klasse locker gehalten. So aber kam die Steigerung dann doch ein dreiviertel Jahr zu spät.

Den eingeschlagenen Weg mit jungen Spielern werden Sie also fortführen?
Absolut. Wir sind auch nicht der Verein für Kurzschlusshandlungen. Bei uns wird ein Trainer nach einem Abstieg nicht unbedingt entlassen. Wenn ich heute die Spielerpässe der ersten und zweiten Mannschaft durchschaue, habe ich 35, die aus unserer eigenen Jugend kommen. Das ist das Resultat unserer guten Jugendarbeit. Die Jungs kennen sich teilweise schon seit dem Kindergarten. Warum sollen wir dann von außen teure Fußballer holen? Uns war bewusst, dass der Versuch in die Hose gehen kann, aber wenn die Mannschaft zusammenbleibt, hat sie meiner Meinung nach eine große Zukunft vor sich. Der Aufstieg in die Bezirksliga ist aber nur ein Fernziel.

Wie lautet denn dann das Ziel für die kommende Spielzeit?
Wir wollen unseren attraktiven Fußball weiter entwickeln und die Jungs sollen Spaß am Spiel haben. Aber eins ist völlig klar: Noch einmal absteigen wollen wir nicht. Dreimal hintereinander wäre des Argen dann doch etwas zu viel, aber davon gehe ich auch nicht aus. Ein einstelliger Tabellenplatz sollte schon möglich sein.

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