Ebermannstadt
Querläufer 150

Querläufer: Tanze Samba mit mir beim FSM!

Wie Jochen Brosig vom FSV Großenseebach beim Fränkische-Schweiz-Marathon vom Kreuz-und-quer-Läufer über einen Mitläufer zum Querläufer wurde.
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Zum Missfallen der Läuferfrau lässt sich Querläufer Jochen Brosig gerne zum Sambatanz hinreißen.  Foto: privat
Zum Missfallen der Läuferfrau lässt sich Querläufer Jochen Brosig gerne zum Sambatanz hinreißen. Foto: privat
Sonntag, 9.30 Uhr, Ebermannstadt. Natürlich sonntags. "Da ist doch schon völlig klar, wie das weitergeht", gab mir die Läuferfrau mit auf den Weg. Der Querläufer steht mit seinem Sohn an der Zielgeraden des Fränkische-Schweiz-Marathons. Mit begeisternden Zuschauern feuert er die Skater, Rollstuhlfahrer und Marathonis an. Anfang des Jahres hatte er selbst mit dem Laufen begonnen. Jetzt jubelt er den Läufern für diese unglaubliche Leistung zu. Der Gedanke keimt in mir, selbst teilzunehmen. Das war im September 2000, als Gerd Betz vom TSV Höchstadt als Erster bei der ersten Ausgabe des FSM über die Ziellinie lief. Noch an der Strecke - klatschend, jubelnd und mit glänzenden Augen - nahm ich mir das Versprechen ab: Nächstes Jahr bist du dabei!

Ein Jahr später war es so weit, von der Läuferfrau als Spinner tituliert: "Jetzt spinnst du total." Der Querläufer, der damals noch ein Kreuz-und-quer-Läufer
war, stand an der Startlinie in Ebermannstadt. Vor ihm das Wiesenttal. Bergauf Richtung Gasseldorf, vorbei an etlichen Straßenfesten, durch Streitberg mit Samba-Rhythmen und über Muggendorf lief ich zur Wende an der Sachsenmühle. Grüne Natur überall, schattenspendende Bäume, die frisch plätschernde Wiesent, aber keine Zeit für ein erfrischendes Bad. Wieder zurück durch Ebermannstadt und weiter nach Forchheim ins Ziel. Damals wechselten noch Start und Ziel jährlich zwischen Forchheim und Ebermannstadt. Über Kopfsteinpflaster und an den Fachwerkhäusern vorbei sprintete ich im Glücksrausch die letzten Meter ins Ziel meines ersten Marathons.

Es folgten Jahre, in denen ich entweder als Zuschauer oder als Begleiter anderer Läufer neben der Strecke lief. Der Querläufer lief der berühmten Drei-Stunden-Marke hinterher. München, Berlin, Frankfurt und Dresden hießen seine Ziele. "Hilfst du mir, die Möbel umzustellen?", säuselte die Läuferfrau. Der FSM kam als Ausrede goldrichtig. 2007 ging ich wieder den Start. Dieses Mal auf der 26-Kilometer-Strecke. Ein Jahr später musste es wieder der Marathon sein. Ein Drei-Stunden-Zieleinlauf in Ebs war für mich die Krönung. 2010 begleitete ich Erwin Bittel, den "Mann mit Hut", als Zugläufer für 3:30 Stunden.

Die Landschaft, das Publikum, Musikgruppen und die legendären Samba-Tänzerinnen in Streitberg: Alles zusammen macht den Fränkische-Schweiz-Marathon zu einem unbeschreiblichen Lauferlebnis. Unvergessen mein Samba-Tanz. Am Abend zuvor durfte ich mir von der Läuferfrau anhören: "Es macht keinen Spaß, den Abend mit jemandem zu verbringen, der ständig an die Samba-Tänzerinnen denkt." Wen interessieren da noch Zeiten? Für mich standen die 42,195 Kilometer immer im Vordergrund. Aber durch die Neuauflage 2015 wurde die Attraktivität mit Zehn-Kilometer-Lauf und Halbmarathon noch gesteigert. Beim flachen Zehner von Ebermannstadt nach Weilersbach und zurück war ich am Start. Dieses Jahr, am 4. September, sollte es für den Querläufer auf die Halbmarathonstrecke gehen.

Dann kam ein Anruf. Nein, nicht der Bundes-Jogi, aber so ähnlich. Jetzt darf ich bei meiner Lieblingsveranstaltung mitmoderieren. An der Seite von Michael Cipura. Wer hätte das vor 16 Jahren gedacht, als ich jubelnd an der Strecke stand. Bernhard fällt aus. Der Querläufer springt ein.

Lieber Bernhard, ich werde versuchen, dich würdig zu vertreten. Und 2017 bin ich wieder als richtiger Querläufer beim FSM am Start. Wir sehen uns in Ebermannstadt.

Run happy and smile!
Euer Querläufer

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