Effeltrich
Infranken-Kick

Opa "Bobby": Ein Latz für Enkel Mats

Die SpVgg Effeltrich, der Club und natürlich der kleine Enkel Mats: Im Leben des "Bobby" Distler spielt der Fußball weiterhin eine große Rolle.
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Georg "Bobby" Distler zeigt seinem Enkel Mats, der natürlich einen Club-Latz um den Hals trägt, die Erinnerungscollage vom Gastspiel des FCN in Effeltrich. Anscheinend hat der Hosenmatz den Opa auf dem Bild erkannt.
Georg "Bobby" Distler zeigt seinem Enkel Mats, der natürlich einen Club-Latz um den Hals trägt, die Erinnerungscollage vom Gastspiel des FCN in Effeltrich. Anscheinend hat der Hosenmatz den Opa auf dem Bild erkannt.
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Das Kellerduell der Fußball-Kreisliga 2 in Gößweinstein entschied die SpVgg Effel-trich für sich und nahm die drei Punkte mit dem 2:1-Erfolg im InFranken-Kick mit nach Hause. Nach zuletzt sechs Pleiten in Folge war das mehr als nur Seelenbalsam für die geplagten Gelbschwarzen um die Interimstrainer Jochen Brechelmacher und Keeper Lukas Porster - vielleicht das rechtzeitige Signal, um die Kurve zum Klassenerhalt noch zu kriegen?
Als Zuschauer mit von der Partie war Georg Distler, in der Kickerszene als der "Bobby" bekannt und ein neben der aktiven Laufbahn auch verdienter Funktionär für den Fußballkreis. Als Kreisspielleiter für die AH-Teams diente Distler acht Jahre und stand dem Spielkreis auch sechs Jahre als Kreisehrenamtsbeauftragter zur Verfügung.


Inzwischen wechselte der "Bobby" nach Beendigung der Ämter nochmals die Funktion: Seit sieben Monaten ist er für seinen ersten Enkel Mats nur noch als Opa im Einsatz und kaufte diesem, als bekennender Fan des FCN, natürlich gleich einen Latz mit Vereinslogo und der Botschaft: "Kleiner Club-Fan". Der Sprössling scheint Gefallen daran zu finden, vor allem, wenn ihn der stolze Opa auf dem Arm trägt, nach dem Motto: "Ein Latz für den Mats".

Herr Distler, nach dem Sieg in Gößweinstein: Rückt der Klassenerhalt wieder in Sichtweite?
Georg Distler: Es wird sehr schwierig. Er ist zwar rechnerisch noch immer zu schaffen, aber zum rettenden Ufer sind es doch noch acht Punkte bei nur noch neun Spielen. Zumindest werden sich die Jungs nicht aufgeben, mir gefällt sehr gut, dass sie weiterhin zusammen stehen.

Viele engagieren sich in den Burschenvereinen für die Kerwa sowie als Darsteller im Männerballett des Faschingsvereins. Das schweißt zusammen. Deshalb wäre ein Abstieg für mich auch nicht so tragisch. Ich habe nicht die geringsten Zweifel daran, dass sie einen neuen Anlauf schaffen würden. Letztlich sind wir aber noch nicht unten, wobei es nicht einfacher wird, da die Mannschaften des hinteren Drittels, mit Ausnahme von Leinburg, zuletzt wichtige Punkte sammelten.

Die Meisterschaft samt Kreisliga-Aufstieg im Vorjahr schien eine relativ klare Angelegenheit gewesen zu sein, warum aber kam die SpVgg nicht gleich in die Spur?
Es ist nicht immer einfach als Außenstehender, die richtige Analyse zu finden. Die wahren Hintergründe kennt wohl nur die Mannschaft selbst und das Funktionärsteam dahinter.

Vielleicht hat der Trainerwechsel nach den beiden erfolgreichen Jahren unter Tino Alkov nicht funktioniert und die Akteure kamen mit Stefan Wüst nicht zurecht? Von außen hatte ich den Eindruck, dass sowohl das System als auch die häufigen Wechsel der Positionen uns nicht gut tun. Mal spielten Leute, die in den vergangenen Jahren gar nicht im Kader waren, andere mussten irgendwo auf ungewohnten Positionen auflaufen.

Zur Rückrunde fungiert nun ein Interimstrainerduo aus dem jungen Keeper Lukas Porster und Teammanager Jochen Brechelmacher. Hat dieses Modell Zukunft?
Diese Frage lässt sich so nicht beantworten. Nach der Ablöse von Wüst sprang ja kurzfristig wieder Alkov ein und wollte der Mannschaft zumindest bis zur Winterpause helfen. Durch die Spielabsagen nach der Wetterverschlechterung lief dieses Comeback nur für die Partie gegen Leinburg, die prompt mit 4:0 gewonnen wurde.

Leider ist er als Lehrer in Erlangen sehr eingespannt, so dass er das Engagement nicht verlängern konnte. Da derzeit aber wohl kaum jemand frei war, dem der Umschwung zuzutrauen war, besann sich der Verein auf die interne Lösung mit den beiden, die sich eigentlich gut ergänzen. Jochen ist der erfahrene und ruhige Stratege, Lukas dirigiert seine Vorderleute von hinten heraus und feuert sie an.

Sie waren als Spieler und Funktionär im Einsatz. Wie haben Sie die goldenen Zeiten in der Bezirksliga Anfang der 70er erlebt?
Eigentlich kam ich erst nach der Bundeswehr recht spät mit 21 Jahren zum Fußball, meine Mutter war während der Schulzeit dagegen, dass ich in der Jugendmannschaft spielte. Ich widersprach ihr nicht, als sie damals zu mir sagte, das würde der Gesundheit schaden, weil man ja auf seine Eltern hört.

Dann, als Effeltrich 1972 in die Bezirksliga aufstieg und sich dort bis 1981 hielt, hat mich das Fußballfieber gepackt. Ab 1977 spielte ich meist im Mittelfeld. In meinen 35 Jahren in den Vollmannschaften kam ich trotz des späten Einstieges noch auf über 1000 Spiele. Mit 26 habe ich als Jugendleiter erstmals eine Funktionärstätigkeit übernommen und war in Ämtern fast 30 Jahre im Einsatz, darunter auch als Spielleiter der beiden Hauptteams. Zwischendurch bin ich sogar zweimal als Trainer eingesprungen. Als Mitgründer der AH-Mannschaft 1987 habe ich diese dann zwei Jahre später als Leiter übernommen und freue mich darüber, dass diese Sparte in den letzten drei Jahrzehnten mit vielen Kreismeisterschaftstiteln zu einer der erfolgreichsten in unserem Spielkreis geworden ist.

Parallel zur Zeit beim Heimatverein haben Sie sich auch als Kreisfunktionär viel Respekt erarbeitet.

 

Was haben Sie dabei erlebt?Als AH-Kreisspielleiter war ich acht Jahre für die Seniorenmannschaften im Fußballkreis zuständig. In dieser Phase gelang es, für die Alte-Herren-Teams weitere gestaffelte Altersklassen und die Hallen-Spielrunde einzuführen. Sechs Jahre stand ich auch als Kreisehrenamtsbeauftragter zur Verfügung und habe dabei viele interessante Leute kennenlernen dürfen. Besonders erinnere ich mich dabei an das Treffen mit Oliver Bierhoff oder mit dem heutigen Ehrenpräsidenten des Bayrischen Fußballverbandes, Heinrich Schmidhuber. Beeindruckt hat mich aber auch die Mutter von Bayernstar Philipp Lahm, die in dessen Heimatverein bis zum heutigen Tag im Jugendbereich tätig ist. Das tollste Erlebnis hatte ich aber 2004 selbst mitorganisiert, als der Club bei uns in Effeltrich spielte und über 4000 Zuschauer kamen. Wir mussten sogar Baugerüste aufstellen, um die Leute unterzubringen.

 

Es war gleichzeitig das Größte, das wir in Effeltrich je erlebten. Im Sportheim hängt von diesem Tag eine Collage mit vielen Bildern.

Seit sieben Monaten bin ich stolzer Großvater meines ersten Enkels Mats, der Sohn meiner Tochter Katrin. Nach dem Tod meiner Ehefrau Sigrid vor zwei Jahren hat mich das wieder aufgefangen und ich bin heute nur noch als Opa im Einsatz. Aber Verstärkung naht, im Sommer kommt auch der erste Nachwuchs meines Sohnes Markus auf die Welt. Ich denke mal, dass ich dann ausgelastet genug sein werde für die nächsten Jahre.

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