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Forchheim
Tennis

Österreicher siegt bei den TCF Open

Dominic Hejhal setzt sich in einem packenden und von den Forchheimer Zuschauern frenetisch bejubelten Finale in drei Sätzen gegen den Qualifikanten Marko Krickovic durch. Bei den Damen verteidigt Imke Küsgen ihren Titel.
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Dominic Hejhal setzte sich bei den Herren durch.
Dominic Hejhal setzte sich bei den Herren durch.
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Mit 112 Teilnehmern gestartet und über vier Tage auf der Anlage an der Krankenhausstraße durchgeführt, sahen die 14. TC Forchheim Open der Herren und die 11. Toni Open der Damen am Sonntag vier Finalisten, die großen Sport und attraktives Tennis boten.
Den Auftakt in den Viertelfinals der Frauen machte Lena Ruppert (TC Amberg am Schanzl; DTB 222), die am späten Freitagabend als Letzte mit einem Kraftakt gegen Barbara Michalkova (TC Hof; DTB 159) mit 3:6, 6:4, 6:2 weitergekommen war: Sie traf auf die erfahrene Vroni Hinterseer (MTTC Iphitos München; DTB 128), die von Beginn an dominierte und Ruppert beim 6:2, 6:0 keine Chance ließ. Im Halbfinale traf Hinterseer dann auf Anja Prislan (TC Weissenhof; DTB 44), Nummer 4 in der Setzliste. Prislan hatte sich etwas mehr anstrengen müssen, um Caroline Wegner (Dortmunder TK; DTB 76) mit 6:3, 6:3 zu bezwingen. Vor mehr als 100 Zuschauern entwickelte sich ein ausgeglichenes Semifinale.
Im ersten Satz reichte Hinterseer ein Break gegen Prislans Aufschlag zum Satzgewinn. Der zweite Satz musste im Tiebreak entschieden werden, in dem Hinterseer sich den Sieg mit 6:4, 7:6 sicherte.
Währenddessen setzte Titelverteidigerin Imke Küsgen (ETUF Essen; DTB 32) ihren Durchmarsch fort und besiegte im Viertelfinale Romy Kölzer (RTHC Leverkusen; DTB 80) mit 6:1, 6:2. Ihre Gegnerin im Halbfinale war die 17-jährige Kroatin Iva Primorac (TC Wolfsberg Pforzheim; DTB 43), die in einem packenden und absolut hochklassigen Viertelfinale die Siegerin des Jahres 2011, Julia Thiem (GW Luitpoldpark München; DTB 65) nach Tiebreak im dritten Satz aus dem Turnier warf. Im Halbfinale sah man Primorac von Anfang an an, dass sie trotz ausgedehnter Behandlung durch den Physiotherapeuten an der Marathonpartie des Vorabends knabberte. Küsgen, ausgeruht und entspannt, setzte ihr gewohntes Spiel unter dem Motto "Erfahrung gewinnt" fort und dominierte den ersten Satz nach Belieben. Im zweiten Satz haderte sie mit ihrem ersten Aufschlag, besann sich dann aber und sicherte sich am Ende den Einzug ins Finale mit 6:0, 6:4.
Dieses Finale war ausgeglichen und spannend. Hinterseer startete gut und brachte Küsgen schnell in Rückstand. Diesem rannte Küsgen bis zum 5:5 hinterher, bevor es ihr gelang, Hinterseer zu breaken und dann bei eigenem Aufschlag den Satz für sich zu entscheiden. Der zweite Satz war von langen, ausdauernden Ballwechseln geprägt und sah zunächst wieder Hinterseer vorn. Beim Stand von 3:3 kippte das Spiel und Küsgen gewann trotz aller Gegenwehr das Spiel mit 7:5, 6:3 und so letztlich auch das Turnier.

Der Favorit bricht ein

Die 14. TC Forchheim Open der Herren starteten mit dem Spiel der Nummer 1, Christian Hirschmüller (TC Lauffen; DTB 52) gegen den Qualifikanten Marko Krickovic (TC Ismaning; DTB 100), der hellwach war, gut konterte und den Tiebreak des ersten Satzes gewann. Im zweiten Satz wurde Krickovic noch stärker, während Hirschmüller etwas nachließ. Konsequenterweise machte Kric kovic dann die Überraschung perfekt und warf den Favoriten mit 7:6, 6:3 aus dem Wettbewerb. Ab dann wurde es für Krickovic leicht, da er im Halbfinale von der Aufgabe von Slobodan Jevcic (SpVgg Zolling), ein stark spielender Qualifikanten, profitierte. Jevcic wiederum hatte sein Viertelfinale kampflos gewonnen, da Jan Choinski (TC Oberwerth Koblenz; DTB 115) aufgab. So konnte sich Krickovic in aller Ruhe für das Finale schonen.
Währenddessen qualifizierte sich der letzte verbliebene Franke, Philipp Piyamongkol (TC Hof; DTB 238); für das Halbfinale, in dem er Dominique Maden (TEC Waldau; DTB 228) in einem starken Match mit 6:3, 6:7, 6:1 besiegte stand. Piyamongkols Halbfinalgegner war Dominic Hejhal (TC Bergen-Enkheim; DTB 115), der gegen den tapfer kämpfenden Petar Trendafilov (DJK Karbach; DTB 165) keine große Mühe hatte, mit 6:3, 6:2 zu gewinnen. Im Halbfinale konnte Piyamongkol die Hoffnungen der fränkischen Zuschauer nicht mehr erfüllen und musste aufgeben, so dass mit der Nummer 8 der Setzliste, Dominic Hejhal, und dem Qualifikanten Marko Krickovic zwei absolut unerwartete Spieler im Finale standen.
Und dieses Spiel hatte es in sich. Vor knapp 200 Zuschauern startete Hejhal furios und legte eine 3:0-Führung hin. Das Publikum fürchtete, dass der Favorit kurzen Prozess machen würde, doch Krickovic kam Punkt um Punkt ran und gestaltete ab dem 4:4 den Satz vollkommen ausgeglichen. Nach langen, schnellen Ballwechseln, starken Überkopfbällen und oft auch unerreichbaren Aufschlägen ging es in den Tiebreak. Diese Chance nutzte Krickovic, um sich den ersten Satz zu holen.
Das Spiel wurde danach immer emotionaler und entwickelte sich, auch durch die sympathische Art beider Spieler, zu einer echten Werbeshow für den Tennissport. Hejhal nutzte ein Break zum Satzgewinn und rettete sich trotz Krämpfen beim Aufschlag zum Satzgewinn in den dritten Satz. Hier ging die Show weiter. Spektakuläre Rettungsschüsse wechselten sich mit intelligent vorbereiteten Winner-Bällen ab. Diesmal setzte sich Krickovic erst auf 5:2 ab und sah wie der sichere Gewinner aus. Doch Hejhal holte auf, glich zum 5:5 aus und ließ sich nicht mehr beirren. Beim Stand von 6:5 servierte er zum Turniersieg und nutzte den zweiten Matchball zum 6:7, 6:4, 7:5.
Beide Spieler wurden von den Zuschauern stehend bejubelt, weil sie sich in drei Stunden Matchdauer perfekt präsentiert hatten und vor allem auch, weil sie die Atmosphäre in Forchheim bei der anschließenden Siegerehrung als besonders angenehm hervorhoben. Beide würden sich freuen, wenn sie im nächsten Jahr wieder dabei sein dürften.
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