Forchheim
Schach

Nervöse Brett-Strategen des SC Forchheim

Sie hatten sich einiges ausgerechnet, doch die Realität brachte den SC Forchheim in der 2. Bundesliga auf den Boden der Tatsachen zurück: Gegen Zugzwang München und den SC Garching setzte es zwei deutliche Niederlagen.
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GM Vlastimil Jansa und seine Teamkollegen des SC Forchheim kassierten zwei Niederlagen bei der Doppelrunde in München - und die kommenden Gegner werden wohl noch schwerer.  Foto: Udo Güldner
GM Vlastimil Jansa und seine Teamkollegen des SC Forchheim kassierten zwei Niederlagen bei der Doppelrunde in München - und die kommenden Gegner werden wohl noch schwerer. Foto: Udo Güldner
Zwei schwere Rückschläge in der 2. Schach-Bundesliga Ost hat der SC Forchheim hinnehmen müssen. Bei der Doppelrunde in Garching erlitten Kapitän FM Manfred Heidrich und sein Team empfindliche 2,5:5,5-Niederlagen gegen den favorisierten SC Zugzwang München und den Aufsteiger SC Garching. Damit hat kurz vor der Winterpause der Abstiegskampf für die bislang erfolgsverwöhnten Forchheimer begonnen. Erschreckend war aus SC-Sicht die Tatsache, dass unter den 16 Partien nur ein einziger Sieg zu finden war. Ausgerechnet U20-Spieler Florian Ott war es vorbehalten, seinen erfahreneren Kollegen zu zeigen, wie man erfolgreich ist. Er verwertete einen Bauerngewinn gegen die Großmeisterin Elena Levushkina (Zugzwang München) technisch einwandfrei zum Punkt.

Das Duell mit Zugzwang München stand unter keinem guten Stern, auch wenn der SC Forchheim bis auf GM Milos Jirovsky in Bestbesetzung angereist war.
Als erster beendete IM Andreas Rupprecht seine Partie gegen GM Gerald Hertneck. "Gegen den passiven, aber flexiblen Aufbau traute ich mich nicht, die schärfste Fortsetzung zu wählen, die Partie endete Remis." Nach einiger Zeit sah es ganz gut für die Franken aus. GM Vlastimil Jansa stand am Spitzenbrett auf Gewinn gegen GM Stefan Bromberger, auch Hans-Jürgen Döres konnte am letzten Brett einen Bauern gegen Felix Brychy gewinnen. Der Rest war ziemlich unklar. Etwas später aber lief alles gegen den SC Forchheim. Jansa hatte falsch abgewickelt und landete in einer Verluststellung. FM Berthold Bartsch hatte seine Dame tief in die gegnerische Stellung gebracht, dort wurde sie aber raffiniert gefangen und konnte nur unter Figurenverlust befreit werden. Florian Ott stand auch total passiv, profitierte dann aber von der Ungeduld von IM Markus Lammers und remisierte ebenso wie FM Christian Schramm gegen IM Robert Zysk und FM Manfred Heidrich gegen FM Erasmus Gerigk. IM Alexander Seyb kämpfte mit dem Läuferpaar und weniger Raum gegen das Springerpaar von GM Stefan Kindermann. Sein etwas planloses Spiel bestrafte der Österreicher konsequent. Hans-Jürgen Döres stellte schließlich in gegnerischer Zeitnot seinen Mehrbauern wieder ein und musste sogar um das Remis kämpfen. "Insgesamt war dies von allen keine besondere Leistung, die verdiente Niederlage war nicht mal knapp," sagte IM Andreas Rupprecht.

Ähnlich traurig lief es gegen den SC Garching. Nach zwei schnellen Unentschieden von FM Christian Schramm und IM Andreas Rupprecht war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abzusehen, wie der Kampf laufen würde. Kurz darauf allerdings opferte IM Alexander Seyb zu früh eine Figur für drei Bauern gegen den russischen GM Egor Krivoborodov und verlor chancenlos. Auch Vlastimil Jansa landete in einer Variante, die nur ein Kampf um das Remis bedeutete. GM Jiri Stocek spielte hier stark weiter, die Stellung wurde schnell hoffnungslos. FM Berthold Bartsch kam auch nicht gut aus der Eröffnung, musste einen Bauern geben und hatte nur noch Schummelchancen. FM Volker Seifert ließ aber nichts mehr zu. Gegen FM Harald Bredl zeigte Teamchef FM Manfred Heidrich im Springerendspiel seine enorme Zähigkeit und holte das verdiente Unentschieden.

Eine wilde Partie spielte Hans-Jürgen Döres gegen FM Thorsten Schmitz, die schlimm aussah, dann ins Remis kippte, nur um letztlich doch verloren zu gehen. Sorgenfalten waren auf der Stirn IM Andreas Rupprechts zu sehen: "In dieser Form der Einzelspieler wird es in den nächsten Kämpfen insgesamt sehr schwierig."
Vor dem Restprogramm mit dem souveränen Tabellenführer SK Göggingen, dem bärenstarken TSV Bindlach, dem schwer einzuschätzenden SF Bad Mergentheim und dem Ex-Erstligisten ESV Nickelhütte Aue kann einem auch Angst und Bange werden.
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