Eggolsheim
Infranken-Kick

Nadlers Nadelstich reichte nicht

In der Kreisklasse 2 zwischen Bammersdorf und Pinzberg hätte jedes der beiden Teams gewinnen können. Am Ende stand ein gerechtes Remis. Ein Ergebnis, mit dem beide Mannschaften aber wenig anfangen können.
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Pinzbergs Spielertrainer Patrick Glauber (grün) der mit dem späten 1:1-Ausgleichstreffer seinem einstigen Lehrmeister Wilhelm Satzinger keine Freude bereitete, wurde oft, wie hier durch Larsen Schubert (Nr.8) und Patrick Gnad, in Doppelbewachung genommen.    Fotos: Hühnlein
Pinzbergs Spielertrainer Patrick Glauber (grün) der mit dem späten 1:1-Ausgleichstreffer seinem einstigen Lehrmeister Wilhelm Satzinger keine Freude bereitete, wurde oft, wie hier durch Larsen Schubert (Nr.8) und Patrick Gnad, in Doppelbewachung genommen. Fotos: Hühnlein
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Die Hausherren gingen kurz vor der Pause mit 1:0 durch Julius Nadler in Führung, als die Gäste allerdings längst ihre spielerische Überlegenheit zu planlos verstreichen ließen und fahrlässig mit den Chancen umgingen. Nach dem Wechsel hatte der SV seine beste Phase und vergab mehrfach die Vorentscheidung, was sich zehn Minuten vor dem Abpfiff durch DJK-Spielertrainer Patrick Glaubers 1:1-Ausgleich rächte. Das Remis hilft keinem so richtig, aber die Gäste können mit dem Punkt eher leben als die Hausherren in ihrer neunten sieglosen Partie hintereinander.

Regenschirme und Glühweintassen waren die wichtigsten Utensilien der 115 Zuschauer unterhalb der Jägersburg.
Die zunächst unruhig auftretenden Gastgeber kamen bis auf zwei Freistoßmöglichkeiten durch Patrick Gnad, der knapp vorbei zielte (4.) und durch Andre´ Schmitts Heber, den DJK-Torwart Sebastian Giesel mit den Fingerspitzen über die Latte lenkte (10.), in der Anfangsphase kaum wirksam in die Hälfte der Pinzberger.

Mitspieler umgerannt

Zudem offenbarte sich die Nervosität der Hausherren lautstark zwischen Gnad und Larsen Schubert, die sich bei einem an sich harmlosen Gästeangriff in die Quere liefen. Deren Spielertrainer Patrick Glauber hätte seine Mannen beinahe mit einem Flugkopfball nach Flanke von Christian Bauer in Führung gebracht (23.). Der erste erspielte Angriff der Hausherren hätte ein Tor verdient gehabt, als Sinan Tosun auf den mitgelaufenen Martin Paulus zurücklegte, aber dieser zu hoch zielte (26.). Sebastian Pink prüfte dann aus der zweiten Reihe Jörg "Rafty" Jendrysczyk (28.), der trotz des Dauerregens viele der verdeckten Bälle mit unglaublichen Reflexen und hoher Fangsicherheit parierte.

Gnad versuchte es mit einem Vollspann aus der Ferne (33.) der jedoch über den Schlappen rutschte. Auf der Gegenseite kamen die Gäste zu einer Doppelchance, als Jendrysczyk erst Werner Martins Schuss aus spitzem Winkel sicher hielt (35.) und zwei Minuten später gegen Jim Lutumba klärte. SV-Kapitän Schmitt stach über links nach vorne und hob eine Flanke kurz vor dem Fünfereck auf Nadler, der blitzschnell den Schädel hinhielt. Plötzlich stand es 1:0 für Bammersdorf (38.). Die DJK schien etwas geschockt, denn Jungstürmer Nadler hätte beinahe vor dem Pausentee erhöht, als seine trockene Direktabnahme um Zentimeter den Pfosten passierte. Obwohl die Gäste bis dahin sichtbare Feldvorteile hatten, standen sie mit dem Halbzeitpfiff des umsichtig leitenden Landesliga-Referee Christoph Stühler, der trotz der Brisanz nur einmal Gelb zücken musste, mit leeren Händen da.

Das Toreschießen vergessen

Die zweite Hälfte begann dort, wo die erste endete. Bammersdorf kam plötzlich mit breiter Brust aus der Kabine und kurz nacheinander hätte der zweite Treffer fallen müssen. Zuerst wurde Tosun aus dem Mittelfeld in die Gasse bedient, scheiterte jedoch am herausgelaufenen Keeper Giesel und bei der Nachschussmöglichkeit an irgendeinem grätschenden DJK-Bein (50.). Das gleiche Malheur passierte bei der folgenden Ecke, als Nadlers wuchtiger Kopfball am geschlagenen Giesel vorbei von einem Pinzberger Fuß von der Linie gekratzt wurde (51.). Plötzlich meldeten sich die Gäste zurück und Lutumba köpfte eine weite Hereingabe mehr mit der Schulter als mit dem Kopf auf Jendrysczyk (53.).

Nadler knallte mit einem gewaltigen Brett von der Strafraumkante auf Torwart Giesel, der gerade noch die Fäuste an den Flatterball hochbekam (56.). Fünf Minuten später klärte der DJK-Keeper bei Nadlers Kopfballversuch, als er mit den Fingerspitzen gerade noch vor diesem an die Kugel kam (61.). Danach drehte Pinzberg auf: Glauber wurde am langen Pfosten zunächst beim Köpfen abgeblockt (70.), spielte aber in der nächsten Szene herrlich Lutumba frei, der die bis dahin beste Chance vergab (71.). Schon zwei Minuten später flankte Glauber über rechts wieder auf Lutumba, der fast abgedrängt mit dem Rücken zum Tor mit einem gefährlichen Drehschuss Erfolg hatte. Aber Teufelskerl Jendrysczyk roch den Braten wieder und krabbelte ins Eck zum Runden, das nicht ins Eckige wollte.

Martin und Pink versuchten es kurz hintereinander aus der Ferne (74. und 76.), danach legte Lutumba eine Flanke von Daniel Eichinger mit der Brust auf Cem Camuz, der ebenfalls am sicheren SV-Torhüter scheiterte. Dann doch noch der Ausgleich: Trainer Satzinger hatte eine Vorahnung, aber seine Rufe ("Näher an die Leute. Zum Ball hin") blieben ungehört. Ein simpler Einwurf brachte seinen ehemaligen Schützling Glauber in Position, der drei Bammersdorfer stehen ließ und problemlos abziehen konnte. Das nasse Spielgerät nahm Tempo auf und schlug im unteren kurzen Eck zum 1:1-Ausgleich ein (79.). In der Schlussphase setzte Martin Christian Bauer in Szene (83.) und scheiterte danach noch selbst (86.), bevor das Spiel zu Ende war.

Die Meinung der Trainer

Bammersdorfs Trainer Wilhelm Satzinger lobte sein Team für die geschlossene Leistung gegen den erwartet starken Gegner: "Wir wussten, dass es schwer sein wird gegen diese offensiv gut bestückte Mannschaft. Das ebenso erwartete spielerische Übergewicht haben wir mit Einsatzwillen gekontert und uns den Punkt redlich verdient. Ich bin stolz darauf, dass meine Mannschaft deutlich gezeigt hat, dass sie alles dafür gibt, um nicht zu verlieren". Bei der Analyse des Gegentores prangert der 58-Jährige allerdings den kurzzeitigen Kollektivschlaf an: "Da hat sich eine Mehrzahl kleiner Fehler summiert. So darf man den Patrick nicht zum Schuss kommen lassen. Schade für Jörg, der eine überragende Torwartleistung zeigte. So ein Spiel muss man trotzdem gewinnen, aber die Big-Points haben wir kurz nach der Pause liegen gelassen".

Pinzbergs Spielertrainer Patrick Glauber hatte ebenso den Eindruck, mit dem Unentschieden zwar nicht völlig leer ausgegangen zu sein, ganz zufrieden war er trotzdem nicht. Er haderte vor allem mit dem Auslassen klarster Möglichkeiten. Der 33-Jährige nahm sich selbst davon nicht aus: "Unsere Chancenverwertung ist bei uns zurzeit grausam. Da kannst Du deiner Abwehr beim Gegentor nicht mal einen Vorwurf machen, wenn man sieht, was wir Woche für Woche vorne vergeigen. Wir hätten dieses Spiel dennoch gewinnen müssen, denn wir waren über die meiste Zeit am Drücker. Alle Dinge eingerechnet hatte sich Bammersdorf dann doch den Punkt verdient."

Bruno Welsch , ehemals über 30 Jahre aktiver Fußballer des SV Bammersdorf und kürzlich zum Ehrenspielführer im Verein vom Örtelberg gekürt: "Unter dem Strich halte ich das Unentschieden für gerecht. Wir haben unsicher begonnen und wollten eigentlich den Ball halten. Nach unserer Führung waren wir nach der Pause dem 2:0 sehr nahe, aber so kam Pinzberg durch die druckvollen letzten 20 Minuten doch zum verdienten Ausgleich."

Daniela Glauber, Gattin des Pinzberger Spielertrainers, die seit der F-Jugend im Heimatverein Ermreuth insgesamt 23 Jahre lang kickte : "Das war ein glückliches Unentschieden für die Gastgeber, weil wir es nicht verstanden, die vielen Möglichkeiten in Tore umzumünzen. Dass mein Mann den wichtigen 1:1-Ausgleich erzielt hat, muss am Mittagessen gelegen haben. Mit Schäufala und Klös gab es eines seiner Lieblingsgerichte."

Jörg "Rafty" Jendrysczyk ging grippegeschwächt ins SV-Gehäuse und hielt bis zur 80. Minute dennoch alles, was auf sein Tor kam: "Das Ausgleichstor hätte nicht mehr sein müssen, so kurz vor dem Ziel. Bis dahin standen wir gut und spielten ordentlich. Nach einem Einwurf waren drei unserer Abwehrspieler aber zu passiv und haben den Schützen abziehen lassen. So schnell kommt man auf diesem Boden leider nicht runter ins Eck."


Die Statistik zum Spiel


SV Bammersdorf - DJK-TSV Pinzberg 1:1


SV Bammerdorf: Jendrysczyk - Karg, Geck, Paulus, Schubert, Nadler, Gnad, Andre Schmitt, Bajric, Koschmieder, Tosun, (Durmus Kayaci, Häfner, Schneider).

DJK-TSV Pinzberg: Giesel - Hofmann, Marc Reiter, Alexander Bauer, Pink, Glauber, Christian Bauer, Martin, Lutumba, Camuz, Eichinger, (Grau, Werner, David Reiter).

Schiedsrichter: Christoph Stühler (DJK-SC Oesdorf)

Zuschauer: 115

Tore: 1:0 Nadler (38.), 1:1 Glauber (79.)
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