Hallerndorf
InFranken-Kick

Michael Gebhardt entthront Hallerndorf

Bestes Fußballwetter herrschte beim "InFranken-Kick" in der Fußball-Kreisklasse 2 Erlangen/Pegnitzgrund zwischen Spitzenreiter Hallerndorf und dem Tabellendritten aus dem Forchheimer Stadtteil Kersbach, dem Michael Gebhardt mit seinem goldenen Tor kurz vor Abpfiff den 1:0-Auswärtssieg bescherte.
Artikel drucken Artikel einbetten
DJK Hallerndorf (weiße Trikots) - DJK/TSV Kersbach. Fotos: Leo Hühnlein
DJK Hallerndorf (weiße Trikots) - DJK/TSV Kersbach. Fotos: Leo Hühnlein
+9 Bilder
In der Partie auf Augenhöhe wurden 260 Zuschauer Zeuge, wie sich die Heimelf trotz Unterzahl über mehr als 45 Minuten als ebenbürtig erwies und dem Titelaspiranten bis zu dessen glücklichem Ende die Stirn bot.
Hallerndorf bleibt trotz der Niederlage mit der besten Gegentor-Bilanz in der Spitzengruppe auf Platz 3 und tritt am kommenden Sonntag zum Derby in Willersdorf an, während sich Kersbach mit dem dritten Sieg ohne Gegentreffer in Folge auf den zweiten Tabellenplatz vorschiebt und nächste Woche daheim die SpVgg/DJK Heroldsbach erwartet. Neuer Tabellenführer ist der ungeschlagene Aufsteiger DJK Eggolsheim, bislang einziger Bezwinger der Kersbacher, jedoch kommenden Sonntag spielfrei.


Die besten Abwehrreihen



Das Spitzenduell der beiden besten Abwehrreihen der Kreisklasse 2 lockte bei Sonnenschein und warmen Temperaturen stattliche 260 Zuschauer ans Hallerndorfer Sportgelände "Am Lindla", die einer verheißungsvollen Partie entgegenfieberten. Und beide Mannschaften machten von Anbeginn keinen Hehl daraus, das Spiel gewinnen zu wollen. Ohne Abwartephase binnen der ersten Minuten mit zunächst leichten Vorteilen für die Gäste ging es los. Die erste Möglichkeit für die Gastgeber durch Michael Rundas Außennetztreffer pfiff Referee Heiss, der mit dem Spiel keinerlei Probleme hatte, richtigerweise ab (6.). Einen genauen Flankenball von Maximilian Weber köpfte Runda knapp neben das Gästegehäuse (12.), bevor auch diese nach genau einer Viertelstunde zur ersten klaren Möglichkeit kamen.
Einen ruhenden Ball aus dem Halbfeld verlängerte Dominik Franek per Kopf auf Michael Gebhardt und dessen Kopfball fischte Torhüter Thorsten Sailer glänzend aus dem Winkel. Gästetorwart Frank Welz rettete danach waghalsig vor Runda und Maximilian Pfister (26.), bevor Spielertrainer Andreas Perez aus der zweiten Reihe nach Zuspiel von Markus Zametzer das Ziel mit einem verdeckten Schuss knapp verfehlte (34.). Ein Anfängerfehler des herauslaufenden Welz verhalf den Hausherren zu ihrer bis dahin klarsten Möglichkeit, aber Runda konnte mit dem falschen Fuß die Gunst der Stunde mit dem ihm vor die Beine geworfenen Leder nicht nutzen (42.). Christian Seuberth, der zuvor schon gelb gesehen hatte, grätschte kurz vor der Pause im Strafraum gegen Gästestürmer Klaus Kainer zu ungestüm von hinten. Folgerichtig gab Schiedsrichter Heiss Elfmeter und schickte den Unglücksraben vorzeitig zum Duschen (43.). Obwohl von Perez nicht unplatziert getreten, parierte der in die Ecke abtauchende Ersatzkeeper Sailer sogar den Nachschuss.


Dezimierte Gastgeber



Nach dem Seitenwechsel waren es sonderbarerweise nicht die Forchheimer Vorstädter, die das Spiel an sich nahmen, sondern die dezimierten Gastgeber. Während die Kersbacher gedanklich noch in der Kabine schienen, scheiterte Hallerndorf bei Flankenläufen und Standardsituationen im Minutentakt mit besten Möglichkeiten. Pfisters Flanke nahm Tobias Peschke volley ab und probierte es kurz darauf erfolglos per Außenrist, auch Spielertrainer Markus Schocks Freistoß-Aufsetzer parierte Welz im Nachfassen.
Der Kersbacher Gebhardt hatte nach Kainers Flanke eine Großchance, brachte jedoch das Leder aus weniger als zwei Metern, allerdings halbhoch, nicht in die Maschen (60.). Perez Freistoßheber aus etwa 30 Metern lenkte Sailer gegen die Sonne sehend mit den Fingerspitzen über die Latte (63.), und auf der anderen Seite beförderte Markus Winkler beinahe eine Flanke von Runda ins eigene Netz (66.).
Der bei Eckbällen immer präsente Johannes Weiß köpfte, wie zuvor schon mehrfach, knapp neben das Gästetor (70.), und deren Benedikt Weißmeier drosch eine Perez-Flanke per Dropkick ohne Erfolg über den Winkel (77). Frank Hoffmann klärte auf der Linie per Kopf bei einem Freistoß von Georg Rösch für den bereits geschlagenen Welz (83.) und auf der Gegenseite vollbrachte Benjamin Hack das gleiche Kunststück nach einem Kopfball von Kainer (85.).
Als sich Freund und Feind bereits mit der Nullnummer abgefunden hatten, kam der Favorit doch noch zum Siegtreffer. Gebhardt fand nach einer missglückten Abwehr von Weiß die Lücke und bugsierte die Kugel zum Siegtreffer aus acht Metern freistehend ins Netz der Hausherren.


Die Meinungen der Trainer



Hallerndorfs Spielertrainer Markus Schock hatte es mit seiner Prognose ("Wer sich den ersten groben Fehler erlaubt, wird verlieren") geahnt und trauerte nach Abpfiff der ersten Halbzeit mit den durchaus guten Chancen etwas nach. Er bemängelte nach dem Ausfall von Torjäger Michael Richter nicht nur die fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, sondern grübelte auch über die eigene Disziplin nach: "Am Anfang hatten wir zu viel Respekt und uns zu wenig zugetraut, steigerten uns dann zusehends ohne aber aus unseren Chancen zu profitieren. Wir haben es uns mit der zweiten Gelb-Roten Karte binnen einer Woche selbst schwer gemacht und am Ende vielleicht bitter dafür bezahlt. Darüber müssen wir nachdenken".

Der Kersbacher Spielertrainer Andreas Perez war sichtlich erleichtert über das späte Siegtor und wurde von seinem Team, welches beim Auslaufen in Rufweite kam, flachsend daran erinnert, beim Fazit nicht die Analyse des von ihm vergebenen Strafstoßes zu vergessen. Das tat er dann auch: "Eigentlich hatte ich das Spiel schon mit einem torlosen Remis abgehakt. Was wohl auch in Ordnung gegangen wäre, weil wir uns gegen zehn Gegenspieler schwerer taten als gegen elf. Insgesamt habe ich bei uns die klareren Chancen gesehen, die der Hallerndorfer Torwart aber sehr gut parierte, wie bei meinem verschossenen Elfmeter. Ich entschied mich für eine Ecke, er blöderweise aber auch für dieselbe. So ist das halt."


Statistik


DJK Hallerndorf: Sailer - Seuberth, Hack, Mönius, Weiß, Schock, Peschke, Weber, Runda, Rösch, Pfister, (Cieslar, Andreas Bauer, Ralph Bauer)
DJK-TSV Kersbach: Welz - Kistner, Zametzer, Liedel, Hoffmann, Franek, Kainer, Freund, Weißmeier, Gebhardt, Perez, (Winkler, Kuhn, Nieswandt)
SR: Robert Heiss (Germania Nürnberg)
Zuschauer: 260
Tor: 0:1 Gebhardt (88.)


Stimmen zum Spiel


Fridolin Rösch (65), fünfzehn Jahre Spielleiter und aktueller Platzwart in Hallerndorf, dessen Sohn Georg der Spielführer der DJK ist: "Eine Niederlage so kurz vor Schluss ist natürlich tragisch, es war eigentlich ein 0:0-Spiel. Ärgerlich, so finde ich, ist aber unsere Undiszipliniertheit durch Übermotivation, die uns öfters schadet, als nutzt. Trotzdem großes Lob an die Mannschaft, die sich in Unterzahl prima geschlagen und gekämpft hat."

Petra Weißmeier (49), Mutter von Gästeakteur Benedikt, außerdem Mitglied im Verwaltungsrat und im Kersbacher Wirtschaftsbetrieb: "Das war ein nervenaufreibendes Spiel mit dem glücklicheren Ende für uns. Teilweise ist es gar nicht aufgefallen, dass wir einen Spieler mehr auf dem Platz hatten. Wir hätten schon mit dem berechtigten Elfmeter in Führung gehen können, haben es uns aber mit dem Fehlschuss selbst schwer gemacht."

Michael Gebhardt (24), einer von vier Neuzugängen aus Burk, sowie Schütze des goldenen Tores für Kersbach kurz vor dem Spielende: "Das einzige Tor in einem Spiel ist es schon ein cooles Gefühl. Der Dominik Franek spielt auf Markus Zametzer, er lässt einen aussteigen bevor der Ball nach verunglückter Abwehr eines Hallerndorfers zu mir kommt. Der Torwart hat sich für die kurze Ecke entschieden, so hab ich ihn ins Lange gemacht."

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren