Leutenbach
Infranken-Kick

Leutenbach kennt keine Gnade

Als der Regen das Derby in der A-Klasse 4 zwischen Leutenbach und dem SC Egloffstein auf den kleineren B-Platz verdrängte, schien die Favoritenrolle des FC verwässert. Allerdings rutschten nur die Gäste böse aus.
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Robust geht Egloffsteins Ralf Hassler (l.) ins Tackling gegen Johannes Roth.  Fotos: Uwe Kellner
Robust geht Egloffsteins Ralf Hassler (l.) ins Tackling gegen Johannes Roth. Fotos: Uwe Kellner
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Schaut man auf die Tabelle, so waren die Rollen beim Infranken-Kick im Derby zwischen dem FC Leutenbach und dem SC Egloffstein klar verteilt. Einzig das Wetter vermochte es, die Favoritenstellung der Heimmannschaft aufzuweichen. Aufgrund des regnerischen Wochenendes musste der FCL die Partie auf den B-Platz verlegen, der in Länge und Breite sowie Beschaffenheit der Spielfläche der Mannschaft von Trainer Walter Horsch nicht zu Gute kam. "Wir spielen seit dieser Saison mit Viererkette, weil wir dazu mittlerweile die nötigen Spieler haben und ich dieses System für effektiver erachte", erklärte der FCL-Trainer. "Deswegen kommt es uns nicht gerade entgegen, dass wir auf dem B-Platz spielen."

Sein Gegenüber Hartmut Grasser hat derweil mit ganz anderen Problemen zu kämpfen.
"Wir müssen zurzeit einige Leistungsträger ersetzen und sind deswegen der krasse Außenseiter." Ein Fünkchen Hoffnung auf eine Überraschung hatte er dennoch, denn auch er war davon überzeugt, dass seiner Mannschaft der kleine Platz Vorteile bringen könnte. "Leutenbach ist spielerisch stärker, deswegen werden wir versuchen, lange Bälle auf unseren Stürmer Dalibor Ciric zu schlagen oder über Standards zum Erfolg zu kommen. Viel spielen wollen wir nicht."

Ungewohnte Bodenverhältnisse

Auf diese destruktive Taktik und die guten Einzelspieler der Egloffsteiner hatte Horsch seine Truppe eingestellt, so dass jedem von vornherein klar war, wie das Spiel ablaufen würde. Dennoch dauerte es eine gewisse Zeit, bis sich die Fußballer an die Bodenverhältnisse gewöhnt hatten. In der Folge schaffte es Leutenbach, anders als vermutet, spielerische Elemente in die Partie einzubringen und erzielte dadurch ein frühes Tor. Spielführer Daniel Drummer erblickte eine Lücke zwischen den gegnerischen Verteidigern und passte maßgenau auf Stürmer Benjamin Kügel, der sich die Gelegenheit nicht nehmen ließ. Nur drei Minuten später setzte sich Christian Kraft über links gegen seinen Manndecker durch und brachte eine Flanke auf Andreas Dorsch. Dieser hob ab und markierte das per Kopf das 2:0.

"Wir haben unsere Chancen heute sehr gut genutzt", sagte Horsch, dessen Mannschaft dem Gegner durch die frühe Führung den Wind aus den Segeln nahm. Hätte es Egloffstein geschafft, hinten länger die Null zu halten, wäre ein Erfolg im Derby möglich gewesen. Durch die schnellen Tore der Hausherren hatte sich das erledigt. Und der FCL ließ nicht locker. Außenverteidiger Stephan Zehner, der seine Position offensiv interpretierte, bekam den Ball von Johannes Roth und lief allen davon. Als er in Schussdistanz war, nagelte er das Leder humorlos unter die Latte.

Trotzreaktion endet am Pfosten

Als Trotzreaktion war nun endlich ein Angriff der Egloffsteiner zu verzeichnen. Andreas Ledig traf jedoch nur den Außenpfosten. Einen Schuss von Gabriel Murgia lenkte Leutenbachs Torhüter Kevin Nikodemus per Glanzparade um sein Gehäuse. So war die Partie zur Halbzeitpause eigentlich schon entschieden. Einziger Wermutstropfen war die Verletzung von Leutenbachs Kapitän Drummer, der meinte: "Ich hätte nach der Pause schon wieder auflaufen können, aufgrund des Spielstandes haben wir aber nichts riskiert."

Die zweite Hälfte bot den Zuschauern ein ähnliches Bild. Einige Egloffsteiner Anhänger , die sich bereits verabschiedet hatten, verpassten im grunde also nichts. "Leutenbach war uns in jeder Beziehung überlegen", musste Gästetrainer Grasser eingestehen und gab seiner Mannschaft mit, sich nach dem Seitenwechsel nicht abschießen zu lassen. Allerdings dauerte es nur wenige Minuten, ehe ein sauberer Pass von Kügel Mitspieler Kraft erreichte und dieser das Spielgerät zum 4:0 neben den Pfosten setzte. Den fünften Treffer hatte der Passgeber vier Minuten später selbst auf dem Schlappen, aber sein Gewaltschuss landete am Lattenkreuz. Horsch erklärte den deutlichen Spielverlauf so: "Wir haben die zwei Ledigs und den Ciric aus dem Spiel genommen, daher war Egloffstein ziemlich harmlos." Erst nachdem Leutenbach ein oder zwei Gänge rausgenommen hatte, kam auch Egloffstein wieder zu einer Torchance. Der bemühte Andreas Ledig traf aber wieder nur den Pfosten.

Die Partie verflachte aufgrund des deutlichen Spielstandes zunehmend und sollte irgendwann einmal Spannung aufgekeimt sein, war diese längst wieder verschwunden. Vielmehr unterhielt man sich am Seitenrand ein wenig über das vergangene Wochenende, oder ließ den einen oder anderen lockeren Spruch über den Schiedsrichter fallen, welcher allerdings eine sehr gute Leistung bot.

Joker Schüpferling sticht

Zwischendurch schaffte es Leutenbach, einen weiteren Treffer folgen zu lassen. Auf eine Flanke von Johannes Roth stand der eingewechselte Tobias Schüpferling am zweiten Pfosten mutterseelenallein und schob zum 5:0-Endstand ein. Aufgrund der frustrierenden Leistung ließ sich Michael Porisch kurz darauf zu einem Frustfoul hinreißen und musste den Platz mit der Ampelkarte verlassen. Mit diesem unrühmlichen Schlusspunkt endete die Partie.

"Auf diesem Platz war es heute sicherlich schwierig zu spielen, aber die läuferische Leistung war in Ordnung. Wir haben gekämpft und ich denke schon, dass der Sieg auch in der Höhe verdient war", fasste Leutenbachs Trainer die 90 Minuten zusammen. Sorgenfalten machten sich hingegen im Gesicht von Egloffsteins Übungsleiter breit. "Bis zur Winterpause müssen wir uns noch irgendwie durchschleppen und hoffen, dass unsere Verletzten bald wieder eingreifen können. Danach haben wir mehr Qualität und dann wird es auch besser. Heute war das ein ganz verdienter Sieg für Leutenbach", sagte Grasser.

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