Kleinsendelbach

Kleinsendelbach: Zeitreise mit den Helden von 2006

Vor zehn Jahren gelang dem SV Kleinsendelbach unter Coach Achim Beierlorzer der Aufstieg in die Bezirksliga. Nun trafen sich die Beteiligten wieder.
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In Kleinsendelbach hören sie ihm immer noch gerne zu: Achim Beierlorzer (r.) schaute beim Benefizspiel zum zehnjährigen Aufstiegsjubiläum vorbei. Fotos: Uwe Kellner
In Kleinsendelbach hören sie ihm immer noch gerne zu: Achim Beierlorzer (r.) schaute beim Benefizspiel zum zehnjährigen Aufstiegsjubiläum vorbei. Fotos: Uwe Kellner
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Im Rahmen der Kleinsendelbacher Kirchweih fand ein Benefizspiel zwischen der Aufstiegsmannschaft des SVK und der heutigen Ersten statt. Natürlich war zehn Jahre nach diesem Erfolg auch Aufstiegstrainer Achim Beierlorzer eingeladen und schaute seinen früheren Schützlingen interessiert zu. Die Spenden gingen an ToyRun, einen Verein, der die Lebensqualität krebskranker Kinder verbessert.

Der SV hatte sich ein besonderes Schmankerl überlegt und ließ anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Aufstiegs in die Bezirksliga - dem größten sportlichen Erfolg der Vereinsgeschichte - die Spieler von damals gegen die aktuelle Mannschaft antreten. 2006 ließ der kleine Dorfverein aufhorchen und marschierte beinahe ungebremst von der Kreisliga in die Bezirksliga. Mit einem Torverhältnis von 106:46 und 71 Zählern aus 30 Partien war der Aufstieg mehr als verdient.
Als ein Jahr später Vereine aus dem Bezirk Mittelfranken antanzten und beim SVK ihr Stelldichein gaben, hielt der Außenseiter über die Relegation die Spielklasse. Erst ein Jahr später reichte es nicht mehr.

Eng verbunden ist der sensationelle Erfolg freilich mit dem Namen Achim Beierlorzer, welcher mittlerweile Ehrenmitglied ist. Für den 48-Jährigen ging die Karriere danach steil bergauf. Über die U17 der SpVgg Greuther Fürth landete er in der U17 von RB Leipzig, wo er interimsweise die Profimannschaft in der 2. Bundesliga übernahm und im Folgejahr als Co-Trainer von Ralf Rangnick mit den Roten Bullen in die Bundesliga aufstieg. Aktuell ist Beierlorzer Cheftrainer der U19 und sportlicher Leiter der U16- bis U23-Teams.

Aus Kleinsendelbach in die große Fußball-Welt, ein bewusster Schritt? Beierlorzer, früher Gymnasiallehrer in Eckental, heute lizenzierter Fußballlehrer in Leipzig, lacht kurz und antwortet: "Es war nie mein Gedanke, später als Fußballtrainer mein Geld zu verdienen. Immer war es das Wirken selbst, das Spaß gemacht hat. Sowohl hier in Kleinsendelbach als auch bei Greuther Fürth. Auf einmal macht man seinen B-Schein, bekommt dafür eine gute Rückmeldung, danach folgt der A-Schein. Selbst als ich bei Greuther Fürth in der U17 war, konnte ich nicht wissen, wie alles weitergeht, sondern es war einfach mein Ziel, im Fußball weiterzuarbeiten."

Dass Beierlorzer zum Aufstiegsjubiläum eingeladen wurde, war eine Selbstverständlichkeit. Dass er auch Zeit hatte hingegen nicht. "Es war mehr oder weniger Zufall, dass wir gerade heute frei haben und ich in Kleinsendelbach kann." Gerne hätten ihn die Kleinsendelbacher auf dem Platz gesehen. Früher hatte er oft als Libero auf dem Feld mitgewirkt. "Mitspielen kann ich leider nicht, da machen meine Knie nicht mehr mit. Das letzte Mal, als ich gegen den Ball getreten habe, hatte ich noch eine Woche später richtig Probleme."

Aufgelaufen sind dafür andere und tatsächlich hielten die Alten die Jungen in der ersten Halbzeit in Schach. Freundschaftlich, aber emotionsgeladen ging es hin und her. Durch zwei Treffer von Rückkehrer Steffen Staudinger, der schon vor zehn Jahren zusammen mit Matthias Senftner eine Waffe im Angriff des SVK war, ging die Aufstiegsmannschaft von 2006 mit 2:0 in Führung. Allerdings wechselte Staudinger in der Pause das Trikot als symbolischer Akt dafür, dass er nun auch Teil der neuen ersten Mannschaft ist. Der Wind drehte und die aktuelle Kreisklassen-Mannschaft gewann am Ende mit 5:3, auch für sein neues Team traf Staudinger zwei Mal.
Das Ergebnis war jedoch zweitrangig. Vielmehr ging es im Anschluss auf die Kerwa, wo die Zeit der Anekdoten angebrochen war, welche es ja etliche zu erzählen gab.

Während die Kicker über den Platz rannten, liefen die Jugendspieler mit einer Spendendose um den Platz und sammelten bei den Zuschauern Geld für den Verein ToyRun. Zusammen mit den am Infostand gesammelten Spenden konnten knapp 400 Euro übergeben werden.

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