Im Sportheim der DJK Weingarts standen dem Frauenfußball-Beauftragten des Spielkreises Erlangen/Pegnitzgrund, Gerhard Mehl (Großenbuch) gleich mehrere Spitzenfunktionäre aus dem Bezirk Mittelfranken zur Seite - vor allem Bernd Schreiber (Obertraubling), der Vorsitzende des Bezirks-Frauen- und Mädchen-Ausschusses (BFMA), dazu der Kreisschiedsrichterobmann Stefan Stadelmann (Hersbruck) und der Vorsitzende des Sportgerichts, Leonhard Vogl (Nürnberg). Es gab zahlreiche Termine und Fakten zur bevorstehenden neuen Runde im Frauen- und Mädchenfußball aufzuarbeiten.

Nach der Hinrunde wird aufgeteilt


Der Mädchenfußball erlebt offenbar weiterhin einen Boom, so dass man sich in der Juniorinnen-Bezirksoberliga organisatorisch weiterhelfen muss. Künftig gibt es in den Altersstufen der U17 und U15 statt der Ligen so genannte Qualifikationsgruppen: vier bei den U17, drei bei den U15. Auch die Einteilungen in den U13 tragen diesen Namen, de facto sind es aber doch Bezirksoberligen. Die U17 und die U15 tragen die Hinrunde wie gewohnt aus, statt der Rückrunde spielen dann nur die beiden Ersten in einem Turnier von vier mal drei Mannschaften den Aufsteiger aus. Der Rest, der sich dafür nicht qualifiziert hat, wird durcheinandergewürfelt und spielt die verbliebene Runde zu Ende. Aufsteigen kann aber nur, wer sich an der Spitze platziert. Falls der Notstand weiter anhält, wird auch im nächsten Jahr mit Qualifikationsgruppen gespielt. Für die U11 sind zwei Ligen vorgesehen.
Neuerungen, die auch die Schiedsrichter zu beachten haben, sprach Stefan Stadelmann an. So darf ein Schiedsrichterball, sobald er freigegeben ist, nicht mehr direkt zu einem Tor verwandelt werden. Neu ist, dass die Farbe der Stutzen von der gleichen Art sein muss wie das restliche Trikot. Bei einer Neuerung mag der Bayerische Fußball-Verband (BFV) allerdings dem DFB nicht folgen, denn der bestimmt, dass die Stutzenhalter von der gleichen Farbe sein müssen wie die Stutzen selbst - das kam dem BFV doch etwas übertrieben vor.

Vorab abkleben


Besonders für Frauen und Mädchen wichtig: Jede Form von Schmuck ist tabu, nicht nur Ohrringe oder Armreife oder Uhren. Die Spielerinnen könnten sich aber so behelfen, dass sie, wo das möglich ist, die Schmuckstücke abkleben, so Stadelmann - allerdings rechtzeitig, bevor der Unparteiische es sieht. Denn Schiedsrichter hätten nicht das Recht zu überprüfen, was die Spielerinnen unter dem Trikot tragen. Der Schiedsrichterobmann sprach aber auch ein "absolutes No-Go" an: Es hätten sich Fälle ereignet, in denen ein Schiedsrichter nach dem Spiel zu Hause angerufen, er oder seine Frau massiv bedroht worden seien. "Das geht auf gar keinen Fall", so Stadelmann, "in so einem Fall erfolgt eine sofortige Meldung ans Sportgericht."
Dessen Vertreter Leonhard Vogl sprach die wesentlichen Änderungen in seinem Bereich an. So könne gegen Sportgerichtsurteile nur noch innerhalb von sieben Tagen Berufung eingelegt werden. Und gesperrte Spieler - dies gelte nicht für Männer - müssten eine Spieltagssperre hinnehmen, die so rigoros sei, dass man auch bei einem Vereinswechsel die Restsperre abbrummen müsse.

360 Spielverlegungen


Die vergangene Saison sei recht harmonisch verlaufen, berichtete Gerhard Mehl, und vor allem sehr fair: Es gab nur drei Rote Karten zu vermelden, allerdings eine Flut von Spielverlegungen, die Bernd Schreiber in seinem Bericht mit 360 bezifferte. Bisher habe er sich bemüht, die meisten Änderungen gebührenfrei laufen zu lassen. Aber künftig gehe das nicht mehr. Denn "auch der Verband wird wohl auf die Einkommen durch Verlegungsgebühren nicht mehr verzichten wollen".
Bei den Meisterehrungen drückte Mehl Vertretern der SpVgg Hüttenbach, der SpVgg Erlangen II und des FC Wichsenstein Urkunden in die Hand, bei den Juniorinnen anschließend Schreiber Funktionsträgern des TSV Ebermannstadt (U17), des FC Stöckach (U15) und des ASV Weisendorf (U13).