Hallerndorf
Infranken-Kick

Fair-Play bleibt im Abstiegskampf außen vor

In letzter Sekunde rettete die DJK Hallerndorf in der Kreisklasse 2 gegen den TSV Neunkirchen II noch einen Punkt. Das Zustandekommen ist aber umstritten, der Ärger bei den Gästen entsprechend groß.
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Georg Roesch traf doppelt für die DJK Hallerndorf.  Foto: Leo Hühnlein
Georg Roesch traf doppelt für die DJK Hallerndorf. Foto: Leo Hühnlein
Beim InFranken-Kick in der Kreisklasse 2 stand das Kellerduell zwischen der DJK Hallerndorf und dem TSV Neunkirchen II auf dem Programm. Bei kühlem Wetter vermochte auch das Spiel die Gemüter der Zuschauer nicht zu erwärmen. Beiden Mannschaften war beim 2:2 deutlich anzumerken, dass sie durch die Tabellensituation gehörig unter Druck standen. Vielleicht war das auch der Grund für die Vorkommnisse in der 94. Minute. Aber dazu später mehr.

Die Gäste beschränkten sich vorwiegend darauf, auf Fehler der DJK zu lauern. Den Gegenstößen fehlte aber ebenso die Präzision wie den Angriffsversuchen der Hallerndorfer. Vor allem Georg Roesch und Maximilian Weber in der Mittelfeldzentrale der Hausherren bemühten sich immer wieder, Stürmer Michael Richter in Szene zu setzen, jedoch ohne Erfolg. Bezeichnend für die erste Hälfte war, dass die größte Gefahr von einer Standardsituation ausging: In der 41. Minute wurde der Hallerndorfer Paul Hagen halbrechts, rund 20 Meter vor dem Tor, zu Fall gebracht. Den Freistoß schlenzte Spielertrainer Marks Schock sehenswert mit links über die Mauer in Richtung kurzes Eck. TSV-Torhüter Derrfuss war aber auf dem Posten und kratzte den Ball raus.

Schütz steht goldrichtig

Die zweite Halbzeit schien zunächst nahtlos an die Erste anzuknüpfen: Viel Ballbesitz für Hallerndorf, echte Highlights blieben aber Mangelware. Bis zur 54. Minute, als das ständige Lauern der Neunkirchner belohnt wurde. Fabian Sticht eroberte den Ball, flankte auf Patrick Schütz. Dieser nahm den Ball im Strafraum an und hob ihn geschickt über Torwart Thorsten Sailer zum 0:1 ins Tor. Die bis dahin größte Gelegenheit ergab sich für Hallerndorf nach rund 73 Minuten in Form eines Elfmeters: Spielertrainer Schock schlug einen Freistoß lang in den Strafraum, wo Richter gegen Julian Derrfuss zu Boden ging. Diese Aktion bewertete der Unparteiische als Foulspiel und entschied auf Strafstoß - was selbst die DJK-Anhänger als eher fragwürdig erachteten. Trainer Schock übernahm selbst Verantwortung und verwandelte sicher ins rechte obere Eck. Ausgleich? Nein. Anstatt auf Tor entschied der Schiedsrichter auf Wiederholung - einige Neunkirchner waren zu früh in den Strafraum gelaufen. Für Schock galt es also, ein zweites Mal Nerven zu beweisen. Das misslang, er setzte den folgenden Versuch deutlich über den Kasten (74.).

Und dann folgte die turbulente Schlussphase: Simon Körber schlug eine Flanke in den Strafraum der Gäste. Dort legte Richter per Kopf für Michael Runda ab, der wiederum direkt abschloss und den Ball per Außenspann in Richtung langes Eck schoss. Zunächst war Derfuss noch mit einer starken Parade zur Stelle, den Abpraller konnte Georg Roesch dann aber per Kopf zum 1:1-Ausgleich versenken (88.).

Beflügelt vom Ausgleich drängte Hallerndorf nun auf den Führungstreffer - und vernachlässigte etwas die Defensive. So bot sich Neunkirchen noch einmal ein Konter: Dominik Kramer legte im richtigen Moment auf Elias Georgiadis ab, dieser drang mit Tempo in den Sechzehner, behielt die Ruhe und traf zur erneuten Führung für den TSV (90.). Da lief regulär schon die letzte Minute.

Fair-Play sieht anders aus

Als schon vier Minuten nachgespielt waren, ereignete sich die wohl kurioseste Szene: Weil ein Neunkirchner am Boden lag und behandelt werden musste, spielte Schütz den Ball ins Aus. Gemäß dem üblichen Verhalten in einer solchen Situation schlug der Hallerndorfer Tobias Cieslar die Kugel weit in die Hälfte der Gäste, da diese ja in Ballbesitz gewesen waren.

An zweien war das aber wohl vorüber gegangen, nämlich den DJK-Stürmern Richter und Michael Runda, die beide vorbei am überraschten TSV-Verteidiger Merz zum Ball stürmten. Als Richter dann im Strafraum auch tatsächlich an den Ball kam, wusste sich Derrfuss nicht mehr anders zu helfen, als den Angreifer umzureißen. Der Schiedsrichter hatte keine andere Wahl, als erneut auf den Elfmeterpunkt zu zeigen. Zum Strafstoß trat diesmal Georg Roesch an. Seinen Schuss ins linke Eck parierte Derrfuss noch, beim Nachschuss von Roesch war der Torwart dann aber machtlos - 2:2 (94.).

Aufgrund der letzten Szenen war es wenig verwunderlich, dass Kosta Zafiris, Trainer des TSV Neunkirchen II, wenig begeistert war: "Ich fühle mich um meine Punkte betrogen, wegen dieser Szene ganz am Schluss. Wir wollten zwar mindestens einen Punkt und den haben wir, aber auch schon der erste Elfmeter war fragwürdig. Insgesamt ist das eine absolute Frechheit."

Auch Markus Schock, der Spielertrainer der DJK, gab zu, "dass das nicht unbedingt Fair-Play war. Uns ist so etwas in dieser Saison aber auch schon etliche Male passiert. Beim ersten Elfmeter war es komisch, dass er wiederholt werden musste. Im Großen und Ganzen war es ein gerechtes Unentschieden."
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