LKR Forchheim
Infranken-Kick

Ermreuth vermasselt eine 3:0-Führung

Trotz hoher Führung geht Ermreuth in der Kreisliga 2 gegen Moggast nicht als Sieger vom Platz. Oesdorf holt in der Kreisklasse 1 sogar einen 0:4-Rückstand auf. Und Ebermannstadt gewinnt das Duell der Platzhirsche in der Kreisklasse 2 mit 4:1 beim SV Gloria Weilersbach.
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Im Wettflug um den Ball: Sebastian Rackelmann vom SV Ermreuth und der Moggaster Nico Schneider. Trotz 3:0-Führung musste sich Ermreuth am Ende mit einem 3:3 begnügen. Foto: herzopress
Im Wettflug um den Ball: Sebastian Rackelmann vom SV Ermreuth und der Moggaster Nico Schneider. Trotz 3:0-Führung musste sich Ermreuth am Ende mit einem 3:3 begnügen. Foto: herzopress
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Kreisliga 2 ER/PEG

Der SV Ermreuth schaffte es am ersten Spieltag nicht, eine 3:0-Führung über die Zeit retten und musste sich gegen Moggast mit einem Punkt begnügen. Einen Zähler verbuchte der TSV Neunkirchen gegen Aufstiegsaspirant FC Hersbruck (2:2). Mit einem Auwärtssieg bei einer hektischen Partie in Ottensoos startete der TSV Kirchehrenbach in die neue Liga und legte somit einen erfolgreichen Auftakt hin. Erster Tabellenführer ist die DJK Weingarts nach dem deutlichen 5:0-Sieg gegen Gößweinstein, wobei sich der neue Spielertrainer Steffen Staudinger gleich mit drei Treffern für Höheres empfahl. Die SpVgg Effeltrich musste sich im Neulingsduell in Neunhof geschlagen geben. Überraschend deutlich verlor der TSV Brand das Derby in Eckenhaid.

SV Ermreuth - SV Moggast 3:3
Sommerfest beim SV Ermreuth mit moderaten Temperaturen, sechs Tore gerecht verteilt, 185 unterhaltene Zuschauer im schattigen Biergarten - der Auftakt des Infranken-Kicks hätte nicht besser verlaufen können. Durch zwei Personaländerungen kam Bewegung in die Kader: Der ausgefallene Stammkeeper Bernd Probst wurde im Moggaster Kasten von Maximilian Renken ersetzt, bei der Heimelf meldete sich Hüttenbach-Rückkehrer Markus Hammerand trotz angebrochener Arm-Elle zurück und lief mit Kunststoffschiene auf. Diese musste er sich von Schiedsrichter Bernd Schmidt, der die größtenteils faire Partie im Griff hatte, genehmigen lassen.

Direkt nach Spielbeginn wählte Ermreuth den Weg nach vorn und überrumpelte so die leicht favorisierten Gäste. Deren Auftritt glich bis zur 60. Minute einem Himmelfahrtskommando am Himmelfahrtstag, denn erst als die Heimelf den Sack eigentlich längst hätte zumachen müssen, erwachte "SV Phoenix Moggast" aus der Asche. Doch der Reihe nach. Schon nach fünf Minuten lag die Führung in der Luft. Markus Hammerands Kopfball wehrte Renken ab, den Nachschuss drosch Andreas Hammerand aus kurzer Nähe an die Latte. Sofort danach verlängerte Matthias Escherich per Scheitel einen weiten Ball von Maik Sprenger in die Maschen zur frühen 1:0-Führung (7.). Die Gäste schienen geschockt, kaum eine Ballstafette über mehr als drei Stationen gelang.

Nächster Angriff, nächstes Tor: Andreas Hammerand setzte Markus Hammerand überlegt ein, der keine große Mühe hatte, die 2:0-Führung zu markieren (10.). In der Folge ließen es die Gastgeber geruhsamer angehen und zogen sich etwas zurück. Je näher die Pause rückte, desto entschlossener wirkten die Bemühungen, Matthias Klemm gelang aus der zweiten Reihe beinahe der Anschluss (35.). Ein Disput von Gästetrainer Christian Staatz mit Referee Schmidt nach einer Szene am Strafraumeck beendete den ersten Abschnitt.

Ein Traumtor eröffnete die zweite Halbzeit: Klenner zog die Kugel von rechts nach innen, wo SV-Spielertrainer Sprenger ihr in beachtlicher Höhe entgegen hechtete und die Kirsche per Flugkopfball aus acht Metern zum 3:0 in die Maschen wuchtete. Vorentscheidung? Denkste!

Nach Hereingabe von Andreas Hammerand verpasst Klenner (59.), im Gegenzug traf Alexander Roth den Außenpfosten und zeigte ein erstes Lebenszeichen für die Grünweißen. Kurz darauf ließ Nils Schmadtke per Brust auf Dennis Weiler abtropfen, der mit der Hacke das 1:3 erzielte (62.). Ein Foul in gleicher Minute von Sebastian Rackelmann an Nico Schneider brachte einen Elfer für die Gäste. Doch Richard Steiner fand in Ausführung und Nachschuss in Frank Weiland seinen Meister. Moggast war dennoch aufgewacht und witterte die Chance. In der 73. Minute verkürzte plötzlich Schmadtke zum 2:3. Der hohe körperliche Aufwand der Hausherren schien seinen Tribut zu fordern, dennoch dauerte es bis zur 88. Minute, ehe der am Ende nicht unverdiente Ausgleich fiel. Roth traf aus der Drehung zum 3:3 ins Netz.

Spielertrainer Maik Sprenger wollte seine Enttäuschung gar nicht verbergen: "So kurz nach dem Ende bin ich natürlich wahnsinnig ernüchtert, eigentlich wie am Boden zerstört. Es fühlt sich für uns nicht wie ein Remis an, sondern wie eine Niederlage. Ich kann meinen Jungs aber keinen Vorwurf machen, sie haben alles gegeben. Unser Plan ging fast auf. Letztlich hat uns das Spiel am Anfang aber wohl zu viel Kraft gekostet."
Moggast-Coach Christian Staatz musste sich zunächst sortieren: "Ich bin emotional noch völlig aufgewühlt. So ein Auf und Ab muss man erstmal verarbeiten. Für mich waren es zwei verlorene Punkte, insgesamt hatten wir mehr Spielanteile, auch wenn wir erst nach einer Stunde richtig ins Spiel fanden."


Kreisliga 1 ER/PEG

Neue Liga, wiedergefundenes Glück: Nach zwei Abstiegen in Serie gewinnt der SV Buckenhofen sein Auftaktspiel in der Kreisliga 1 mit 2:1 gegen den TKV Forchheim. Und auch der andere Bezirksliga-Absteiger, der FC Herzogenaurach, wusste die Zuschauer zu überzeugen und spielte den TSV Röttenbach, der nicht als Kanonenfutter angereist war, förmlich an die Wand. Einen erfolgreichen Start hat auch der 1. FC Burk hingelegt (1:0 gegen SpVgg Erlangen II).

SV Buckenhofen - TKV Forchheim 2:1
Im Duell Absteiger gegen Aufsteiger machte es der SV Buckenhofen eigentlich unnötig so spannend. "Wir hätten den Sack früher zumachen müssen, die Chancen dafür waren vorhanden", sagte SVB-Spielertrainer Florian Poesdorf nach dem geglückten Auftakt gegen den TKV Forchheim. Schon nach neun Minuten zappelte der Ball in den TKV-Maschen, Neuzugang Florian Mananga besorgte das schnelle 1:0. Danach verlor der SVB zwar etwas den Faden, Felix Pfister sorgte mit dem 2:0 aber für eine gewisse Beruhigung (38.). Weitere Chancen zum möglichen 3:0-Halbzeitstand ließ Buckenhofen aber ungenutzt - und erfuhr dadurch, wie schnell sich ein Spiel auch drehen kann. Denn Mete Serbay traf mit der ersten Aktion nach Wiederanpfiff zum 1:2 für den TKV Forchheim. "Das brachte etwas Unordnung in unser Spiel, die Aktionen wurden wilder", sagte Poesdorf. Zwar verzeichnete der Kulturverein so manche Chance, der SVB hätte seinerseits aber auch für eine Vorentscheidung sorgen - wenn Pfosten oder Latte nicht im Weg gestanden hätten.


Kreisklasse 1 ER/PEG

Das gibt es auch nicht jeden Tag: Nach einem 0:4-Rückstand zur Pause holt die DJK-SC Oesdorf gegen Bubenreuth noch einen Punkt. Bestens aufgelegt präsentierte sich auch die Spvgg Hausen bei ihrem 5:0-Triumph über den FC Kickers Erlangen. Torlos endete die Auswärtspartie der SpVgg Heroldsbach beim FSV Erlangen-Bruck II. Gänzlich ohne Punkte ist die DJK Wimmelbach in der Auswärtspartie bei der DJK Erlangen geblieben - durch ein bitteres Eigentor in der Nachspielzeit.

DJK-SC Oesdorf - SV Bubenreuth 4:4
Vermutlich hätte in der 60. Minute niemand mehr einen Pfifferling auf die Oesdorfer gesetzt: Mit 0:4 lagen die Hausherren zu diesem Zeitpunkt zurück, es sprach alles für den Aufsteiger. "Aber nach dem 4:0 haben sie nichts mehr getan", sagte Oesdorfs Abteilungsleiter Manfred Vogel. Und schließlich sollte Florian Schachtner mit dem 1:4 (61.) eine verrückte Aufholjagd einläuten, die in der allerletzten Sekunde des Spiels noch mit einem Zähler belohnt wurde. Aber dazu später mehr. Zunächst hat sich nämlich der SV Bubenreuth ein großes Lob verdient. "Ein sehr fairer Gegner und spielerisch ganz stark", befand Vogel: "Solche Spiele machen einfach Spaß." Dieser verging Oesdorf aber erstmal recht schnell: Die ersten zehn Minuten dominiert, dann aber zwei unnötige Ballverluste fabriziert - und schon führte der Gast nach Toren von Stefan Fabian (12.) und Thomas Seeböck (14.) mit 2:0. Als Seeböck dann auch noch das 3:0 (32.) markierte, schwanden die Oesdorfer Chancen immer mehr. Immensen Anteil daran, dass eine Aufholjagd überhaupt noch möglich war, hatte Johannes Schleicher: Der Keeper verhinderte mit guten Paraden einen noch größeren Pausen-Rückstand. Das 4:0 sollte aber kurz nach Wiederbeginn durch Patrick Fehrer (49.) fallen. Nun verlagerte sich der SV aber zu sehr aufs Verwalten, mit Schachtners 1:4 (61.) schöpfte Oesdorf neuen Mut. Erst recht, als Antonio Conocchia auf 2:4 (67.) verkürzte und Markus Uyar in der 86. Minute den 3:4-Anschluss herstellte. Die letzten Sekunden waren dann pure Dramatik: Nochmal Ecke, dann sei Schluss, zeigte Schiedsrichterin Simone Krause an. Da Bubenreuth den Ball aber ins Aus klärte, folgten noch die Versuche Nummer 2 und 3. Die dritte Ecke hatte dann Erfolg: Aus zehn Metern drosch Laurin Glaser das Spielgerät zum 4:4-Endstand in die Maschen. Und währen die Schiedsrichterin die Partie abpfiff, sanken die enttäuschten Bubenreuther bereits zu Boden. Vogel: "Natürlich, das Remis ist am Ende sehr glücklich, es war ja die letzte Aktion. Mit der Art und Weise, wie wir zurückgekommen sind, bin ich aber sehr zufrieden. Aus einem 0:4 am ersten Spieltag noch ein 4:4 zu machen, zeigt, dass es in der Mannschaft passt und die Jungs konditionell gut drauf sind." tsc



Kreisklasse 2 ER/PEG

Das Treffen zweier Platzhirsche endete überraschend deutlich: Mit einem 4:1-Sieg kehrte der TSV Ebermannstadt vom SV Gloria Weilersbach zurück. Einen Dämpfer erlitt unterdessen der Aufsteiger aus Willersdorf: Gegen Schlaifhausen verlor die DJK zuhause mit 1:3. Mit Heimsiegen starteten die DJK Kersbach und die DJK Hallerndorf.

SV Gloria Weilersbach - TSV Ebermannstadt 1:4
Aus Ebser Sicht hätte das Spiel eigentlich gar nicht unglücklicher beginnen können: Schon in der 2. Minute entschied der Schiedsrichter auf Elfmeter: Markus Nagengast ließ sich die Chance nicht entgehen und traf zum ganz frühen 1:0 für die Gloria. Ein kleiner Schock für den TSV, der sich erst einmal berappeln musste. Noch vor dem Seitenwechsel fiel aber der eminent wichtige Ausgleich für Ebermannstadt, Patrick Hutzler netzte zum 1:1 (43.) ein. "Das war nicht nur ein wichtiges Tor, sondern auch ein Zeichen an die Mannschaft", sagte TSV-Abteilungsleiter Stefan Nützel, dessen Team nach der Pause viel präsenter wirkte als zu Spielbeginn. Und dies zahlte sich schon kurz nach Wiederbeginn aus: Maximilian Wunder erhöhte auf 2:1 für den TSV (47.). Weilersbach war nun gefordert, fing sich aber binnen vier Minuten einen Doppelschlag von Christian Böhm (59.) und Jonas Gräbner (63.) ein, was den 1:4-Rückstand der Hausherren bedeutete. Es war spürbar, dass die Gloria an diesem Tag nicht mehr in der Lage sein sollte, dem Spiel eine Wende zu geben. "Wir waren nach dem Seitenwechsel viel aggressiver, Weilersbach hatte eigentlich keine echte Torchance mehr", sagte Nützel, der dem Sieg trotz seiner Klarheit keine übermäßige Bedeutung zukommen lassen will: "Unser junges Team hat sich gut verkauft, wir müssen uns jetzt festigen. Auf dieser Leistung können wir aber guten Mutes aufbauen." tsc


A-Klassen

Ein ganz schön dickes Brett musste der TSV Drügendorf bohren, um gegen den SV Bammersdorf erfolgreich zu sein. Erst nach der Pause drehte der TSV in der A-Klasse 2 auf - und schließlich die Partie. Absteiger Neuses kassierte dagegen eine Niederlage bei der Heroldsbacher Reserve. Einer schweren Saison blicken die personell gebeutelten Gosberger in der A-Klasse 3 entgegen. Obertrubach kassierte in der A-Klasse 4 eine heftige Heimniederlage, während Bieberbach und Egloffstein auswärts triumphierten. Der FC Dormitz ließ derweil dem FC Hedersdorf in der A-Klasse 5 überhaupt keine Chance.

TSV Drügendorf - SV Bammersdorf 4:1
Als Aufsteiger wollte der SV Bammersdorf etwas zeigen, und tat das auch - aber fast ausschließlich in der ersten Halbzeit. Hier lief die Partie noch auf Augenhöhe ab, der SVB wusste auch spielerisch zu gefallen und setzte Drügendorf mit seiner etwas härteren Gangart zu. Die Gäste markierten in der 17. Minute dann auch die 1:0-Führung. Nach dem Wechsel war es mit der Bammersdorfer Herrlichkeit aber vorbei. Das lag in erster Linie an Stefan Siegl, der 44-jährige Routinier schwang sich zweifelsohne zum Matchwinner auf. "Wir haben vor Anpfiff ein wenig geblödelt, da habe ich ihm gesagt: Heute machst Du mindestens zwei", sagte TSV-Abteilungsleiter Werner Drescher. Und Siegl lieferte, wie von ihm verlangt: Per Doppelpack (56./66.) brachte er Drügendorf mit 2:1 in Front, dann schwächte sich Bammersdorf mit einer Gelb-Roten-Karte für Spielertrainer Patrick Gnad selbst, Daniel Duval erhöhte zum beruhigenden 3:1 (74.). Der Schlusspunkt zum 4:1-Endstand war dann aber wieder dem Routinier vorbehalten: Siegl legte in der 82. Minute auch noch seinen dritten Treffer nach. "Beim nächsten Mal fordere ich einfach gleich drei Tore von ihm", scherzte Drescher, für den in erster Linie die Kondition den Unterschied gemacht hat: "Wir konnten nach der Pause noch richtig zulegen, Bammersdorf wirkte müde. Der Sieg geht zweifelsohne in Ordnung." tsc


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