Kirchehrenbach
Kunstrad

Entspannung nach der Kür

Lukas Kohl wurde nach seinem wiederholten EM-Triumph begeistert empfangen. Jetzt steht für den Athleten aber eine Erholungsphase an, schließlich sind die kommenden Ziele groß.
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Mit 182,35 Punkten wurde Kohl klarer Junioren-Europameister im 1er Kunstrad.  Foto: www.dieSportFotografen.de
Mit 182,35 Punkten wurde Kohl klarer Junioren-Europameister im 1er Kunstrad. Foto: www.dieSportFotografen.de
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Von zahlreichen Vertretern seines Heimatvereins Concordia Kirchehrenbach, der Gemeinde und der Ortsvereine ließ sich Lukas Kohl feiern. Der Sportler kehrte gerade aus Ungarn zurück, wo er seinen EM-Titel der Junioren im 1er Kunstrad erfolgreich verteidigte. In der Sporthalle, bei einer lockeren Trainingseinheit, überraschten ihn seine Vereinskameradinnen und begleiteten ihn im Cabrio zum Gasthaus Trautner, wo weitere Fans auf ihn warteten.

Bürgermeisterin Anja Gebhardt sprach im Namen der Gemeinde ihre Glückwünsche aus. Doch auch persönlich hatte sie jeden Grund zur Freude. Kohl hatte seine ersten zwei Kunstradjahre in der Trainingsgruppe von Gebhardt verbracht. Sie weiß also, welch enormer Trainingsaufwand hinter solchen Leistungen steckt. Deshalb ging ihr Dank auch an Kohls Mutter, Andrea Kohl, die das komplette Training ihres Sohnes durchführt und ihn auf alle Wettkämpfe und Termine begleitet. Auch Alfred Pieger, 1.
Vorstand des Radsportvereins, konnte sich den Glückwünschen nur anschließen und drückte seinen Stolz aus.

Und eine Ausnahme ist Lukas Kohl sowieso: In Ungarn hatten alle Sportler mit sehr schwierigen Bodenverhältnissen zu kämpfen. "Richtige Löcher waren im sehr alten Parkettboden der Sportstätte", berichtete Trainerin Andrea Kohl. Nach einigen Schwierigkeiten im Training wurde daher beschlossen, den Lenkerhandstand, den Kohl in Form eines "S" fährt, vom Punktwert zu reduzieren und nur in der Runde zu zeigen, um die Gefahr eines Sturzes zu verringern. Und dieses Konzept ging auf. Mit nur wenigen Abzügen und einem kurzen Wackler beim Handstand zeigte er eine beeindruckende Kür. Über 20 Punkte Vorsprung auf Marcel Jüngling, der die Bodenverhältnisse nicht so gut in den Griff bekam, zeigten die Dominanz von Kohl in dieser Disziplin. Bereits in Ungarn wurde am Abend gemeinsam gefeiert, da aus dem Team Bayern, einer Trainingsgemeinschaft in der Kohl trainiert, zahlreiche Fans mitgereist waren.

Den Kopf frei bekommen

Der Junioren-Europameister legt nun erst mal eine kurze Trainingspause ein. Nach erfolgreicher Saison und bestandenem Abitur, seine Note hat er am Freitag nur wenige Stunden vor seinem Start bei der Europameisterschaft erfahren, will er erst mal den Kopf wieder frei bekommen. Nach der kurzen Verschnaufpause geht es für Kohl dann bereits mit der Vorbereitung für 2015 los: Er startet dann erstmals in der Eliteklasse und hofft, sich auch dort in kurzer Zeit durchsetzen zu können. Vorher darf er im Herbst mit einer Auswahl des Bund Deutschen Radfahrer für drei Wochen nach Japan, um dort neben dem Start bei Wettkämpfen auch das Land kennenzulernen, ehe er im Oktober sein Studium beginnt und die neue Saison in Angriff nimmt. dm

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