Forchheim
Fußball-Landesliga

Die halbe Scharte ist ausgewetzt

Jahn-Coach Michael Hutzler will den Bayernliga-Abstieg ausbügeln - und befindet sich zur Halbzeit auf Kurs. Am Donnerstag ist Trainingsauftakt.
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Im Sommer stieg Michael Hutzler mit Jahn Forchheim in die Landesliga ab. Egal wer den Karren in den Dreck gefahren hat, der 47-jährige Trainer will ihn da wieder rausholen und möglichst schon 2017 in die Bayernliga zurückkehren.  Foto: René Ruprecht
Im Sommer stieg Michael Hutzler mit Jahn Forchheim in die Landesliga ab. Egal wer den Karren in den Dreck gefahren hat, der 47-jährige Trainer will ihn da wieder rausholen und möglichst schon 2017 in die Bayernliga zurückkehren. Foto: René Ruprecht
Fünf Jahre lang ging es für Michael Hutzler als Trainer der SpVgg Jahn Forchheim nur bergauf. In seinem zweiten Jahr schaffte er den Sprung in die Bayernliga, wo er anschließend den erneuten Aufsteig drei Mal nur knapp verpasste. Dann kam die Saison 2015/2016. Mehrere Leistungsträger verließen den Verein. Bei der Sportvereinigung zwar nichts Ungewöhnliches, doch der Umbruch war zu groß. Unruhe in den Endspurt um den Klassenerhalt brachte die Insolvenz des FC Eintracht Bamberg. Zwar rettete sich der Jahn in die Relegation, doch dort war die Reserve des aufstrebenden FC Würzburger Kickers eine Nummer zu groß.


Frohnlach hält die Liga

Als plötzlich ein weiterer Platz in den beiden Bayernligen frei wurde, waren die Forchheimer als Erstrunden-Verlierer außen vor. Stattdessen bekam der VfL Frohnlach, der nach der regulären Saison hinter dem Jahn platziert war, in der ersten Relegationsrunde ein Freilos hatte und anschließend ebenfalls an den Würzburger Kickers scheiterte, eine zusätzliche Chance. Und diese nutzte der VfL. "Das passt perfekt in unsere Pleiten-, Pech- und Pannen-Saison", kommentierte Forchheims Teammanager René Hoffmann damals sarkastisch.

Im vergangenen Winter deutete viel darauf hin, dass Hutzler den Jahn - unabhängig vom Klassenerhalt - am Ende der Spielzeit verlassen würde. Spekuliert wurde über einen Wechsel zum damaligen Ligakonkurrenten FC Sand. Doch nur Co-Trainer Christian Michl zog es zurück in die Heimat, wo es am 15. Februar ein Wiedersehen im Testspiel mit der Sander Reserve gibt.

Hutzler verlängerte seinen Vertrag im Februar - wie üblich - um ein Jahr. "Das habe ich zu keinem Zeitpunkt bereut. Der Abstieg tut mir unheimlich leid. Sicher habe auch ich Fehler gemacht. Aber ich bin motiviert, die Scharte auszuwetzen", sagt der 47-Jährige knapp ein Jahr später.

Bei diesem Vorhaben liegt er im Plan. "Ein Durchhänger von drei, vier Spielen hat uns die Herbstmeisterschaft gekostet", bilanziert Hutzler. "Aber ich habe gesehen, dass der Aufstieg realistisch ist." Andererseits wisse er, dass "uns jeder schlagen kann, wenn wir nicht funktionieren." Zwar hätten noch keine Gespräche stattgefunden, doch von seiner Seite spreche nichts dagegen, ein weiteres Jahr dranzuhängen. Ob in der Landesliga oder in der Bayernliga? "Das Abschneiden spielt keine Rolle. Wir wollen hoch, aber wenn es nicht klappt, war es mein Fehler und dann will ich nächste Saison einen neuen Versuch unternehmen."

Zunächst liegt der Fokus auf der Restrunde und der am 19. Januar beginnenden Vorbereitung darauf. "Mein Plan ist, die Fitness durch Fußball und Spielformen zu erlangen. Läufe will ich vermeiden, aber da muss das Wetter mitspielen", erklärt der Coach. In der Pause nahm das Team an zwei Hallenturnieren teil. Sowohl beim eigenen Sparkassen-Cup als auch beim Raiffeisen-Cup in Gräfenberg sprang Rang 2 heraus. Ein böses Omen? "Im Gegenteil. Jetzt haben wir die zweiten Plätze hinter uns."


Zwei positive Erinnerungen

Aus den dort gezeigten Leistungen gegen teilweise höherklassige Mannschaften zieht der Trainer Motivation für die Rückrunde. Genauso wie aus den positiven Erlebnissen der Hinrunde. Das 4:3 zum Auftakt gegen Fuchsstadt - nach 2:0-Führung und 2:3-Rückstand - habe die Truppe zusammengeschweißt. "Das Highlight war, als wir mit zwei Fanbussen nach Unterpleichfeld gefahren sind und das Spitzenspiel 5:1 gewonnen haben", erinnert sich Hutzler. Überhaupt seien die Forchheimer überall nett empfangen worden, weshalb sich der Verein längst mit der Eingruppierung in die Landesliga-Nordwest arrangiert habe.

Bis auf die Spielklasse ist beim Jahn also auch 2017 fast alles wie gewohnt: Die Mannschaft spielt oben mit, die Testspiele finden auswärts und bis auf zwei Ausnahmen (Adelsdorf und Baiersdorf) auf Kunstrasen statt. Auch personell hat sich über den Jahreswechsel nicht viel getan. Torwart Alexander Schulz tritt aufgrund der bevorstehenden Geburt seiner Zwillinge kürzer, der seit geraumer Zeit beim Jahn mittrainierende Richard Steiner schließt sich aus Moggast an. "Er ist eine langfristige Aktie", sagt Hutzler über den 26-jährigen zentralen Mittelfeldakteur.


Testspiele der SpVgg Jahn Forchheim (alle auswärts)

Donnerstag, 19. Januar:
Auftakttraining

Sonntag, 29. Januar:
Cagrispor Nürnberg (BezL)

Freitag, 3. Februar:
SC Adelsdorf (Kreisliga)

Sonntag, 5. Februar:
BSC Saas Bayreuth (BezL)

Mittwoch, 8. Februar:
FC Nürnberg (A-Jgd.-BuLi)

Samstag, 11. Februar, in Neudrossenfeld:
SpVgg Bayreuth (RegL)

Mittwoch, 15. Februar:
FC Sand II (Kreisliga)

Samstag, 18. Februar:
TSV Neudrossenfeld (LL NO)

Sonntag, 19. Februar:
Baiersdorfer SV (LL NO)

Donnerstag, 23. Februar:
ASV Weisendorf (Kreisliga)

Samstag, 25. Februar, 14 Uhr, erstes Punktspiel:
Jahn - TSV Kleinrinderfeld (5.)
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