Forchheim
Fußball-Bayernliga

Der Jahn verzweifelt in Minute 99

Bei der Reserve von Jahn Regensburg zeigt sich Jahn Forchheim zwar in vielen Belangen verbessert, vergibt aber zu Ende der ewig langen Nachspielzeit die große Chance zum Ausgleich - und ist nun Vorletzter.
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Max Bauernschmitt treibt das Spielgerät voran, allerdings konnte auch der Jahn-Kapitän die 0:1-Niederlage beim SSV Jahn Regensburg II nicht abwenden. Im Hintergrund: Joseph Hammer, Regensburger Siegtorschütze in der 65. Minute. Foto: Dirk Meier
Max Bauernschmitt treibt das Spielgerät voran, allerdings konnte auch der Jahn-Kapitän die 0:1-Niederlage beim SSV Jahn Regensburg II nicht abwenden. Im Hintergrund: Joseph Hammer, Regensburger Siegtorschütze in der 65. Minute. Foto: Dirk Meier
Eine defensivere Ausrichtung und dadurch mehr Stabilität: Die taktische Maßnahme von Jahn-Trainer Michael Hutzler, nach dem 0:4-Debakel gegen den Würzburger FV den Vorwärtsdrang etwas zu drosseln, bewährte sich - bis zur 65. Minute: Dann sorgte ein Seitfallzieher durch die Beine von Keeper Akbakla für den kleinen Unterschied auf der Anzeigetafel. Und mit etwas Glück hätte Forchheim in der turbulenten und neunminütigen Nachspielzeit auch noch einen Punkt ergattert. "Die Einstellung der Mannschaft war klasse. Damit bin ich hochzufrieden, mit dem Ergebnis natürlich nicht. Wir haben defensiv nicht viel zugelassen, leider bis auf das eine Tor. Aufgrund der guten Leistung hätten wir einen Punkt verdient gehabt", sagte Hutzler im Anschluss.

Bayernliga Nord

SSV Jahn Regensburg II - SpVgg Jahn Forchheim 1:0

Forchheim musste gleich sieben Spieler ersetzen: Thomas Roas, Hayri Özdemir, Bastian Leikam, Adem Selmani, Hendrik Hassa, Klaus Faßold. Und kurzfristig kam auch noch Torhüter Michael Kraut hinzu, der die ersten beiden Spiele zwar im Tor stand, dann aber für Tugay Akbakla Platz machte - und künftig gar nicht mehr für den Jahn auflaufen wird. Kraut hat sich nämlich dem Bezirksligisten ATSV Erlangen angeschlossen, den Platz auf der Ersatzbank nahm daher Dirk Schrott ein.

Das von Hutzler angefertigte Defensiv-Konstrukt bewährte sich allerdings von Beginn an, die Partie verlief über die gesamte Dauer ausgeglichen. Gefährlich wurde es zumeist nur durch Distanzschüsse. Den ersten feuerte Genc Bajrami für die Gäste ab (7.), Tobias Dietrich zielte dann aus 22 Metern knapp drüber (13.). Die Hausherren waren erstmals Mitte des ersten Durchganges gefährlich, als Joseph Ammer von der Strafraumgrenze über den Kasten drosch (23.). Im Gegenzug traf Tim Basener von der linken Seite an den Pfosten. Einen schönen Spielzug der Gäste über Firat Güngör schloss Basener ab, aber Tormann Daniel Hanke parierte (27.).

Regensburg hatte noch eine Möglichkeit, als Michael Faber auf Ammer spielte, der dann Kaan Aygün bediente, aber am langen Eck vorbeischoss (37.). Basener hatte die letzte Gelegenheit vor der Pause, aber sein Schuss aus 16 Metern zischte ebenfalls daneben (41.).

Im zweiten Durchgang machte die Hitze den Akteuren schwer zu schaffen. 34 Grad wurden am Spielfeldrand gemessen. Es dauerte bis zur 64. Minute, bis es erstmals wieder Gefahr gab. Tobias Dietrich hatte sich ein Herz gefasst und aus zentraler Position abgezogen. Seinen Schuss aus 24 Metern konnte Keeper Hanke gerade noch wegfausten. Im Gegenzug fiel dann das 1:0 für die Oberpfälzer: Andreas Jünger gab den Ball von rechts ins Zentrum, und da stand Joseph Ammer, der per Seitfallzieher durch die Beine von Keeper Akbakla das 1:0 erzielte (65.). Hutzler reagierte, brachte Alexander Boateng für Maximilian Bauernschmitt in die Partie. Mit einer Einzelaktion über den linken Flügel hätte der eingewechselte Maximilian Nimsch beinahe auf 2:0 erhöht, aber Akbakla konnte gerade noch zur Ecke klären (74.). Es lief jetzt bei den Hausherren flüssiger, Forchheim dagegen musste mehr riskieren. Ammer hätte auf 2:0 stellen können, aber per Fußabwehr klärte Akbakla (76.). In den letzten zehn Minuten wurde es ein offener Schlagabtausch, die Partie wogte hin und her: Basener zog aus halblinker Position ab, Hanke lenkte den Ball über die Latte (82.).

In der Folge drückte Forchheim, aber der letzte Pass kam nicht an. Die letzten Minuten waren dann richtig spannend und mitreißend: Zwar zeigte der Referee nur drei Minuten Nachspielzeit an, am Ende wurden es aber neun. Für einen Schmunzler sorgte dabei Hutzler: Es lief schon die Nachspielzeit, als der Jahn-Trainer einem ins Aus gegangenen Ball hinterherlief und plötzlich neben dem Regensburger Trainer Mersad Selimbegovic in dessen Coaching Zone stand - was beim Schiedsrichter-Gespann mitunter für Verwirrung sorgte. Trotz dieser heiter-kuriosen Szene wurde es für den Jahn nochmal tragisch-bitter: Weit über acht Minuten waren drüber, ein letzter Eckball - und beinahe der Ausgleich. Doch im Gestochere vermochte es der Jahn nicht, den Ball über die Linie zu bugsieren, auch, weil ein Regensburger im Weg stand. Dann pfiff der Schiri ab. dme/tsc

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