Hallerndorf
InFranken-Kick

DJK Hallerndorf macht das Meisterstück

Die DJK Eggolsheim hätte selbst den Aufstieg feiern können, nach dem 0:3 gegen die DJK Hallerndorf ist aber nur der Gegner bereits sicher in der Kreisliga.
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Der Moment des Titels: Hallerndorfs Trainer Bernd Renner reißt die Fäuste in den Himmel, hinter ihm greift Sportlicher Leiter Ronald Nögel schon listig nach dem Wassereimer und macht gleich den Coach nass. Rechts an der Trainerbank: der jubelnde Günther Gebhardt aus dem Funktionsteam.  Fotos: Leo Hühnlein
Der Moment des Titels: Hallerndorfs Trainer Bernd Renner reißt die Fäuste in den Himmel, hinter ihm greift Sportlicher Leiter Ronald Nögel schon listig nach dem Wassereimer und macht gleich den Coach nass. Rechts an der Trainerbank: der jubelnde Günther Gebhardt aus dem Funktionsteam. Fotos: Leo Hühnlein
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Nach 19 Jahren kehrt die DJK Hallerndorf in die Kreisliga zurück. Mit dem 3:0-Erfolg beim schärfsten Verfolger in Eggolsheim machte die DJK ihr Meisterstück und steigt ins Kreisoberhaus auf. Der InFranken-Kick in Eggolsheim wurde begleitet von Blitz und Donner, die Akteure und die knapp 300 Zuschauer blieben jedoch vom Gewitter weitgehend verschont, da es den Platz nur leicht streifte. Dennoch bereitete der leicht nass gewordene Rasen den Gästen den Weg. Denn beim zweiten Treffer, quasi der Vorentscheidung, rutschte die Murmel SV-Keeper Peter Weber durch die Beine - worauf sich sämtlicher Druck von Hallerndorfs Coach Bernd Renner in einem Freudentaumel von Tränen, Sekt und über ihn geschütteten Wassereimern entlud.

Der weitere Ausgang des Saisonfinales bleibt pikant.
Da sich Ebermannstadt gleichzeitig mit 5:0 über Mittelehrenbach schadlos hielt und bis auf zwei Punkte an Eggolsheim heranrückte, droht den unterlegenen Gastgebern nun ein banges Warten auf das Urteil des Sportgerichts. Denn nur im Falle eines Siegspruches zugunsten Hetzles in der abgebrochenen Partie gegen Ebs wäre der direkte Wiederaufstieg für Eggolsheim aus eigener Kraft am letzten Spieltag bei den längst abgestiegenen Willersdorfern möglich - müsste aber auch erst gespielt werden.

DJK Eggolsheim - DJK Hallerndorf 0:3
Die Gäste begannen forsch und nahmen die Partie sofort in den Griff. Schon bei den ersten DJK-Vorstößen schien die Defensive überfordert und fand kaum ein Mittel gegen die ständigen Positionswechsel des Gästesturms. Vor allem der 19-jährige Jonas Weber stach durch Spielwitz hervor und krönte seine tolle Leistung am Ende mit dem dritten Treffer. Aber auch schon der erste gefährliche Angriff brachte die Führung, jedoch mit Unterstützung von SV-Keeper Peter Weber, der keinen Sahnetag erwischte und bei einer Bogenlampe zu spät aus dem Kasten kam. Vor seinen Fäusten köpfte Michael Richter die Murmel zum 0:1 in die Maschen (6.). Nur langsam erholte sich die Dachwald-Elf und kam erst in der 25. Minute über Tobias Seeberger, dessen Versuch am Aluminium vorbei strich, zur ersten Chance. Aber die Gäste bleiben bei hohen Flanken immer gefährlich. Andreas Fechner, einer der erfahrenen Heimakteure, chippte kurz vor der Pause direkt in die Arme von Gästekeeper Thorsten Sailer, der selten gefordert wurde - nicht nur in dieser Szene war mehr drinnen.

Eggolsheim kam bemüht aus der Kabine, die erste Möglichkeit hatte aber die DJK, als Simon Friedrich abermals einen weiten Standard von hinten schlug und Jonas Weber zum Kopfball kam. Sebastian Dierl bekam durch den Stockfehler von Jochen Brandt die Ausgleichschance geschenkt, scheiterte jedoch an der einhändigen Faust von Sailer (55.). Die Bemühungen der Heimelf bot Hallerndorf den Raum, den es wie ein lauernder Boxer vor dem K.o.-Schlag suchte. Eine tolle Kombination über Richter und Weber konnte noch zur Ecke geklärt werden, aber dann zog Richter aus 25 Metern ab und die leicht genässte Kugel rutschte SV-Keeper Weber durch die Beine in die Maschen zur 0:2-Vorentscheidung. Nur noch sporadisch kamen die Gastgeber zu Chancen, Mark Ringers Nachschuss flog übers Lattenkreuz (71.). Beinahe hätte Maximilian Weber zum dritten Mal eingelocht, aber diesmal zwickte der SV-Torhüter die Beine zusammen (78.). Fast mit dem Abpfiff erlöste Jonas Weber seinen leidenden Coach an der Seitenlinie sowie den gesamten Anhang mit einer Direktabnahme nach Flanke von Maximilian Pfister zum 0:3.


Die Meinungen der Trainer

Tobias Dachwald wirkte gefasst und gratulierte dem gegnerischen Trainer fair zum Titel, bevor er sich zum Fazit stellte: "Da brauchen wir nicht herumzureden, Hallerndorf hat sich verdient die Meisterschaft geholt. Wir gingen unsicher in die Partie und schienen in den ersten zehn Minuten die Hosen voll zu haben. Nach dem Rückstand war die Bürde zu hoch."

Bernd Renner rang nach Fassung. Nachdem sich der Druck der letzten Wochen gelöst hatte, brauchte er erst einige Minuten zum Sammeln: "Wahnsinn, unglaublich. Ich bin so dankbar, dass ich diese Mannschaft trainieren darf. Die Truppe und mein Team dahinter haben heute und über die gesamte Spielzeit gesehen eine perfekte Saison geliefert. Ich bin so stolz."

SV-DJK Eggolsheim: Weber - Jonas Roppelt, Leicht, Oliver Seeberger, Maximilian Roppelt, Hümmer, Andreas Fechner, Ringer, Dierl, Andreas Amon, Tobias Seeberger, (Valenta, Sebastian Amon, Neudecker);

DJK Hallerndorf: Sailer - Schwarzmann, Körber, Brandt, Friedhelm, Pfister, Maximilian Weber, Richter, Rösch, Jonas Weber, Friedrich, (Neumeier, Fischer, Kraus);

Schiedsrichter: Karl-Heinz Kratz (SC Hertha Aisch). Zuschauer: 285. Tore: 0:1 Richter (6.), 0:2 Richter (65.), 0:3 J. Weber (88.).
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