Leutenbach

Bruder-Duell am Fuße des Walberla

Aufsteiger und Kreisklassen-Rückkehrer FC Leutenbach erwartet in der Kreisklasse 2 den Nachbarn SV Mittelehrenbach zum Kräftevergleich. Als beide Teams 2010/2011 zuletzt aufeinandertrafen, ging es hoch her. Diesmal auch?
Artikel drucken Artikel einbetten
Tobias Meixner bildet mit Johannes Frank das neue Trainerduo in Mittelehrenbach und schirmt beim 2:0-Auswärtssieg in Weilersbach das Leder vor Andreas Dörfler und Julius Nadler (rot, v.l.) ab. Der 26-jährige, dessen Vater Michael hier als Linienrichter fungiert, führt die interne Torschützenliste des SV mit fünf Treffern knapp vor seinem Spielführer Thomas Meister (vier Tore, hinten) an.  Foto: Hü-Archiv
Tobias Meixner bildet mit Johannes Frank das neue Trainerduo in Mittelehrenbach und schirmt beim 2:0-Auswärtssieg in Weilersbach das Leder vor Andreas Dörfler und Julius Nadler (rot, v.l.) ab. Der 26-jährige, dessen Vater Michael hier als Linienrichter fungiert, führt die interne Torschützenliste des SV mit fünf Treffern knapp vor seinem Spielführer Thomas Meister (vier Tore, hinten) an. Foto: Hü-Archiv
Fast auf den Tag genau vor drei Jahren endete das legendäre Derby in Leutenbach mit einem 3:3-Remis. Legendär und noch immer in den Köpfen der Beteiligten deshalb, weil der SV mit einem 3:0-Vorsprung bis eine Viertelstunde vor Abpfiff auch spielerisch haushoch überlegen war und dennoch in der Nachspielzeit, durch die plötzlich mit ihrem Kämpferherz erwachten Concordianer, den Ausgleich hinnehmen mussten. Dass dieser Treffer per Handspiel zustande gekommen sein soll, erregte noch lange die Gemüter entlang des Ehrenbachs und war die Würze für das Rückspiel. Der SV kannte keine Gnade und schickte den FC mit einem 5:3 am drittletzten Spieltag zusammen mit Weißenohe und Wolfsberg in die Niederungen der A-Klasse.

Und das, obwohl Leutenbach während der sieben Spielzeiten zuvor mit zwei vierten Plätzen in der Kreisklasse einige Male zaghaft an das Tor der Kreisliga geklopft hatte. Der Schiedsrichter des Schicksalsspiels war einst, wie am Sonntag, Referee Christian Haag aus Willersdorf. Ein gutes Omen? Für die Concordia ist also zu hoffen, dass Spieler samt Anhang die bösen Geister an Halloween Richtung Mittelehrenbach verscheucht haben.

Neue Trainer am Ruder

Die Trainer-Ämter waren damals beiderseits noch anders besetzt. Walter Horsch hat in Leutenbach zur Vorsaison das Ruder übernommen und die ambitionierten Rotschwarzen aus dem Ehrenbachtal als Meister in die Kreisklasse zurückgeführt. Der 53-jährige Trainerfuchs ist derzeit jedoch nicht ganz zufrieden, vor allem mit den Ergebnissen aus den letzten vier Partien: "Damit meine ich nicht das 1:4 gegen die Kersbacher, die vom Kader und Anspruch eh anders aufgestellt sind als wir. Aber die drei Partien zuvor, die wir zwar jeweils nur denkbar knapp mit einem Tor verloren, da müssen wir aber anders auftreten und letztlich was reißen."

Es genüge in dieser Klasse eben nicht mehr, nur immer schön mitzuspielen, aber am Ende mit leeren Händen dazustehen. In diesem Punkt sieht Horsch auch eher die erfahrenen Spieler in der Pflicht, als seine Nachwuchsspieler, denen er ausbaufähiges Potenzial zuschreibt: "Wir haben tolle Talente im Kader und es ist auch wichtig, dass sie nach und nach mit den Spielen wachsen. Aber hier sind eben einige noch zu grün hinter den Ohren. Spiele, die auf Messers Schneide stehen, wie zuletzt, die müssen von den routinierten Leuten angenommen und umgebogen werden."

Einige Spieler fehlen

Dem FC stehen für das Derby nicht alle Spieler zur Verfügung, zu genaueren Angaben hält sich Horsch jedoch bedeckt: "Beide Reihen kennen sich eh zur Genüge, deshalb ist es kein Geheimnis. Neben den zwei Langzeitverletzten haben wir noch zwei, drei Angeschlagene. Hier hoffe ich, dass die Zeit bis Sonntag zur Genesung reicht. Motivieren muss ich bei diesem Spiel sowieso keinen."

Frank seit zwei Wochen im Amt

Johannes Frank, der am heutigen Feiertag seinen 31. Geburtstag feiert, hat nach dem Rücktritt von Armin Mehl vor zwei Wochen zusammen mit Tobias Meixner das Training in Mittelehrenbach übernommen. Den Realschullehrer verschlug es durch familiäre Bande von seinem Heimatverein Kirchehrenbach Richtung Schwager Christian Ebenhack, zuvor kickte er unter anderem beim FC Burk. Er zolle der Mannschaft aus dem kleinen Dorf für ihre, mit nahezu einheimischen Spielern erreichten Erfolge, höchsten Respekt, wie Frank sagt. Außerdem habe er ein paar Dinge im Kopf, die er noch einzubringen versuche.

Nach dem 2:0-Auswärtssieg in der Vorwoche in Weilersbach schlägt der SV mit breiter Brust in Leutenbach auf. Hannes, wie Frank gerufen wird, ahnt jedoch, was ihn erwartet: "Leutenbach kenne ich natürlich aus Derbys mit dem TSV und weiß, mit welcher Leidenschaft sie in solche Spiele gehen. Klar, wird dieses Duell von beiden Seiten auch als einer der Saisonhöhepunkte betrachtet und wenn man sich die derzeitige Situation ansieht, kann es eines der richtungweisenden Spiele für die Zukunft werden." Richtig abgeschlagen wäre noch keine Mannschaft, vor allem die Reserve aus Burk könne schnell zu einem unangenehmen Punktesammler werden, wenn die Ziele der ersten Mannschaft nicht mehr greifbar wären, und so die zweite Riege verstärkt würde: "Damit muss man rechnen, es ist auch legitim. Deshalb gilt es für uns, dass in Spielen gegen direkte Konkurrenten gepunktet wird für den Klassenerhalt. Denn unser Ziel kann mit dem begrenzten Kader nicht anders lauten."
Sicher ausfallen werden Mathias Drummer und Fabian Fritsch, der zuvor schon einige Spiele nicht dabei war und wohl auch noch etwas länger fehlt, ebenso der verletzte Oliver Göthart. Bei Benni Meixner und Mathias Held, die beide angeschlagen aus dem Weilersbach-Spiel kamen, besteht Hoffnung bis Sonntag, wie Frank mutmaßt: "In dieser Klasse ist es oft von der Tagesform abhängig, Derbys sind am reizvollsten. Bei aller Rivalität sollte man aber nie vergessen, dass es ein Spiel ist, das man so zu Ende bringen sollte, dass man auch danach miteinander ein Bier trinken kann." ft

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren