Forchheim
Schach

Berliner gewinnt Forchheimer Turnier

Bei den 14. Sparkassen-Open des SC Forchheim wurde Vorjahressieger Alexander Hilverda vom SC Erlangen vom Berliner Marco Thinius abgelöst. Lokalmatador und Mitfavorit Alexander Seyb erlebte ein rabenschwarzes Wochenende.
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Der 16-jährige Joel De Silva (li., SV Hockenheim) bei seinem Überraschungssieg gegen den Favoriten IM Alexander Seyb (SC Forchheim), der nicht mehr hinsehen kann. Hinten im Bild Titelverteidiger Alexander Hilverda (SC Erlangen), der "nur" Dritter wurde  Foto: privat
Der 16-jährige Joel De Silva (li., SV Hockenheim) bei seinem Überraschungssieg gegen den Favoriten IM Alexander Seyb (SC Forchheim), der nicht mehr hinsehen kann. Hinten im Bild Titelverteidiger Alexander Hilverda (SC Erlangen), der "nur" Dritter wurde Foto: privat
Den Teilnehmer-Rekord des Vorjahres (234) konnte der Schachclub Forchheim diesmal nicht überbieten. Doch mit 221 Denksportlern war SC-Vorsitzender und Fide-Meister (FM) Manfred Heidrich bei dieser Breitensport-Veranstaltung durchaus zufrieden. Dabei war das 14. Sparkassen-Open in der Jahn-Halle ein verrücktes Turnier, das einige Sensationen zutage brachte. Unerwartete Niederlagen, Senkrechtstarter aus dem Nichts und kein einziger Protestfall in den rund 1100 Partien.


Thinius folgt Hilverda nach

Zu den Aspiranten auf den Gesamtsieg gehörte internationaler Meister (IM) Marco Thinius (SV Empor Berlin), der schon mehrfach in Forchheim am Start war, aber noch nie gewann. Doch bis dahin mussten erst andere aus dem Weg geräumt werden. So wie Philipp Wenninger (SC Erlangen), gerade erst Gewinner der Zabo-Open Nürnberg. Nach fünf Stunden heftigen und sehenswerten Kampfes rang ihn Thinius nieder. Als einziger Spieler schaffte der Berliner in fünf Runden 4,5 Punkte und ließ damit Joel De Silva (SV Hockenheim) und Titelverteidiger Alexander Hilverda (SC Erlangen) hinter sich.

Ein rabenschwarzes Wochenende erlebte der Turnierfavorit IM Alexander Seyb vom Gastgeber. Zuerst kam er nicht über ein Unentschieden gegen den überraschend stark aufspielenden Stefan Mooser (Post-SV Dorfen) hinaus. Dann unterlag er auch noch dem 16-jährigen De Silva und rutschte mit nur zwei Zählern auf Rang 32 ab. Noch schlimmer erging es dem amtierenden bayerischen Meister Eduard Miller (SC Erlangen), der ohne einen Punkt Letzter wurde. Über den Titel bester Forchheimer durfte sich Bundesliga-Kapitän Heidrich als Sechster freuen.

Die weiteren Forchheimer: 30. Philipp Auburger (2,0) und 43. Adrian Wichmann (1,0).

In der B-Gruppe sah es lange so aus, als ob Robert Wagner vom SCF die Trophäe nicht zu nehmen sei. Mit vier Siegen in Folge schob er sich in der Schlussrunde ans Spitzenbrett, um dort eine vorteilhafte Stellung gegen Dennis Adelhütte (SC Erlangen) aufs Brett zu bekommen. Doch die Verteidigung seines Gegners hielt stand, es kam zum Remis. Bitter für den Jugendlichen: Mit 4,5 Zählern blieb Wagner der undankbare vierte Platz, punktgleich mit den drei vor ihm liegenden Karl Beck (Markt Berolzheim), Armin von der Linden (SF Zeiler Turm) und Adelhütte.

Ihr bisher bestes Open spielte Kristin Braun (SCF), die mit 3,5 Punkten den 13. Platz eroberte und zugleich beste Dame wurde, noch vor der Litauerin Einora Juciute. Bester Forchheimer wurde Stephan Thurn auf Platz 31, der zwar für den TSV Kirchehrenbach spielt, jedoch in Forchheim wohnt.

Weitere Forchheimer: 76. Edgar Schwab (1,5), 87. Robert Schütz (1,0)

In der C-Gruppe tummelten sich vor allem Kinder, Jugendliche und vereinslose Spieler. Der 21-jährige Thomas Wagner aus Langensendelbach, früher Kreisliga-Spieler in Forchheim, hatte eine längere Schachpause eingelegt. Mit 3,0 Zählern und Rang 21 zeigte der Auszubildende, dass er nichts verlernt hat.


Keiner hat Lischka auf dem Zettel

Aus dem Nichts zum Turniersieg kam der Erlanger Gymnasiast Fabio Lischka, der keinem Verein angehört, und den auch keiner auf der Rechnung hatte. Alle mussten vor dem U20-Spieler die Waffen strecken. Der punktgleiche Ernst Knoll (Schachtreff Röttenbach), der ebenfalls alle Spiele gewann, und Nachwuchsspieler Christian Gheng (Schachkids Bernhausen) mussten sich mit Rang 2 und 3 begnügen.

Ein Kunststück gelang indes Johannes Gründel (SCF). Obwohl er als Fußball-Schiedsrichter im Einsatz war und nur drei der fünf Runden absolvierte, gewann er alle Partien und wurde auf Rang 21 bester Forchheimer in seiner Gruppe. ug
Weitere Forchheimer: 36. Thomas Heller (3,0), 45. Philipp Michel (2,5), 52. Heinz Heger (2,0), 63. Stefan Seitz (2,0), 79. Maximilian Irnstorfer (1,0), 84. Elias Leisterer (0,5)


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