Baiersdorf
Infranken-Kick

BSV und Moggast sind noch nicht abgehoben

Dritter gegen Erster: Moggast gastiert in der Kreisklasse 2 beim Baiersdorfer SV II - und fürchtet vor allem die Rotation des BSV. Trotzdem: Die Tabellenspitze ist ganz eng beisammen, abgehoben ist in dieser Liga noch niemand.
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Trotz aerodynamischer Armstellung hob keiner dieser Segler ab: Der Moggaster Matthew Preston (rechts) rudert bei strömenden Regen im Laufduell mit Wichsensteins Stefan Alt beim 1:1 im Derby.  Foto: Leo Hühnlein
Trotz aerodynamischer Armstellung hob keiner dieser Segler ab: Der Moggaster Matthew Preston (rechts) rudert bei strömenden Regen im Laufduell mit Wichsensteins Stefan Alt beim 1:1 im Derby. Foto: Leo Hühnlein
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Mit der bereits am Samstag um 16 Uhr stattfindenden Schlagerpartie der Kreisklasse 2 zwischen der Reserve des Baiersdorfer SV und dem neuen Spitzenreiter SV Moggast startet auch der "Infranken-Kick" in die Rückrunde. Beide Kontrahenten bestanden ihre Feuertaufe in der Vorwoche bei Nachholspielen mit Siegen. Während Moggast im Heimspiel denkbar knapp, jedoch verdient, mit 1:0 gegen die abstiegsbedrohten Hetzleser die Oberhand behielt und somit die spielfreien Hallerndorfer auf Platz zwei verdrängte, spazierte Baiersdorf II beim 5:0-Sieg in Pinzberg scheinbar mühelos zum Dreier und festigte den dritten Rang bei einem Spiel weniger als der SVM.

Schiefe Tabelle

Derzeit gibt die Tabelle allerdings kein genaues Leistungsbild wider. Nur sechs Mannschaften haben die Nennzahl von 17 Spielen erreicht und die restlichen Teams haben erst zwischen 15 und 16 Partien auf dem Buckel.
Zahlreiche Nachholspiele stehen in den nächsten Wochen auf dem Programm um die schiefe Tabelle zu begradigen, aber tendenziell werden mit den drei oben genannten Vereinen nur noch Effeltrich, Wichsenstein und Kersbach um die Vergabe der beiden vakanten Tabellenplätze ringen.

Ohnehin scheint die Kreisklasse 2 nicht nur die klassische "Derby-Liga" im Spielkreis zu sein, sondern auch diejenige mit dem engsten Leistungsniveau. Den Spitzenreiter trennen vom Tabellenschlusslicht lediglich 27 Punkte, während es im Vergleich mit den anderen drei Kreisklassen jeweils zwischen 36 und 37 Zähler sind.
Ein Favorit in diesem Spitzenspiel lässt sich demnach nicht zwingend festlegen. Beide Übungsleiter schieben sich diese Rolle gegenseitig zu, freilich nicht ohne den gegnerischem Kader mit artigen Lobeshymnen zu preisen. Gleichzeitig betonen beide die Ausgeglichenheit der Spielklasse, in der zwar jeder jedem ein Bein stellen könne, es aber keinen klassischen Überflieger gäbe.

Ramo Bajric, seit dieser Saison im Baiersdorfer Trainerstab, ist verantwortlich für das Reserveteam und sorgt für den Unterbau der Bezirksliga-Truppe von Trainer Helmut Wolff, seinem Kumpel aus früheren Zeiten. Der 46-jährige Wimmelbacher geht optimistisch an die Aufgabe und erinnert an die Vorrundenpartie: "In Moggast war das ein richtig geiles Spiel. Leider verloren wir kurz vor Abpfiff durch einen Weitschuss in den Winkel mit 2:3, aber SV-Trainer Alex Roth hat uns für mein junges Team gratuliert und gesagt, wir hätten eine geile Truppe. So eine Anerkennung vom Coach eines Konkurrenten freut natürlich umso mehr, obwohl ja auch Moggast eine tolle Mischung aus jungen und erfahrenen Leuten hat." Vor 17 Jahren kickte Bajric schon einmal selbst in Baiersdorf zusammen mit Bruder Huso, auch damals spielte der SV in der Bezirksliga. Der jüngste des bosnischen Brüder-Trios, Senad, wechselte von seinem Stammverein Jahn Forchheim ebenso zum BSV, wo er zwar vor allem im Kader der ersten Garnitur aufläuft, in der Vorwoche jedoch die 1:0-Führung der Reserve in Pinzberg erzielte. Für Ramo Bajric eine völlig normale Begebenheit: "Wir rotieren sehr häufig zwischen den zwei Kadern, sofern das mit den Regeln natürlich auch vereinbar ist. Das sprechen Helmut und ich jeweils gemeinsam ab, jede Kaderformation hat sozusagen ein Stammgerüst. So ist es nicht allzu tragisch, wenn Leute länger ausfallen. Vor allem jüngere Spieler kann man so ohne Leistungsdruck auf spätere Aufgaben gut vorbereiten."

Grund zur Rotation ist gegeben, denn mit Tommi Stockhorst, Rene Heid, Christoph Lehmann, Rene Meier, sowie Klaus Faßold sind einige Akteure mehr oder weniger angeschlagen. Felix Burkel wird anderntags wohl im Kader der ersten im Einsatz sein.

Roth hat Bock auf's Spitzenspiel

Alexander Roth freut sich grundsätzlich immer auf Spitzenspiele: "Das sind doch genau die Spiele, wofür man den Fußballsport betreibt. Wir sind sicher nicht chancenlos, aber Baiersdorf ist schon extrem heimstark. Trotzdem werden wir uns nicht in die Hosen machen, denn wenn man aufsteigen will, muss man überall bestehen können." Der 27-jährige Oberpfälzer, der in Bamberg und Seligenporten Bayernliga-Luft schnupperte und vor drei Jahren zusammen mit Christian Staatz von Jahn Forchheim nach Moggast als Spielertrainer-Gespann kam, gab die Parole für das nach eigener Einschätzung Sechs-Punkte-Spiel vor: "Uns steht danach mit Ebermannstadt und Weilersbach, sowie mit Pinzberg und Leutenbach, die beide mit dem Rücken zur Wand stehen, ein brutales Programm bevor. Ein Punkt in Baiersdorf wäre da wirklich sehr viel wert, obwohl die eine Hammer-Truppe mit zahlreichen jungen Talenten als Reserve haben."

Viele Spieler angeschlagen

Ungemach bereitet Roth der Gedanke an die Baiersdorfer Rotation, da die erste Mannschaft ohnehin erst am Sonntag spielt: "Damit müssen wir leben, der BSV wird sicherlich im Rahmen des Erlaubten auflaufen, jammern gilt nicht. Wir wollen konstanter werden. Nach dem Baiersdorf-Spiel werden wir sehen, wohin die Reise geht."
Mehr Kopfzerbrechen bereitet ihm der Ausfall von Stephan Müller (Kapselriss), für Julian Striegel könnte ein Einsatz noch zu früh kommen. Zudem beklagten weitere Spieler während der Woche allerlei Wehwehchen. Am Ende sprudelt es aber doch heraus: "Aber wieso sollten wir nicht auch das Rückspiel gewinnen?"

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