Forchheim
Fußball-Bayernliga Nord

Auf ein Wiedersehen in Eltersdorf

Die SpVgg Jahn Forchheim und der SC Eltersdorf kennen sich gut. Für ein hochklassiges Bayernliga-Derby womöglich zu gut. Umstrittene Schiedsrichterentscheidungen und einige Akteure verhinderten, dass die Partie ein Sommerkick wurde.
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Gästestürmer Michael Jonczy (vorn) versuchte in dieser Szene, den Ball abzuschirmen. Meist war er aber bei Jahn-Verteidiger Kevin Woleman abgemeldet.Fotos: herzopress (4), Daniel Ruppert (7)
Gästestürmer Michael Jonczy (vorn) versuchte in dieser Szene, den Ball abzuschirmen. Meist war er aber bei Jahn-Verteidiger Kevin Woleman abgemeldet.Fotos: herzopress (4), Daniel Ruppert (7)
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Fast hätte man einen gemeinsamen Sommerurlaub alter Freunde erwarten können. Die Begrüßung zwischen den ehemaligen Forchheimern und jetzigen SC-Spielern Dennis Weiler, Thomas Dotterweich und Patrick Hagen sowie dem Ex-Eltersdorfer Oliver Seybold vom Jahn war herzlich. Mit dem Anpfiff war die Freundschaft aber vorbei. "Die Personen haben 90 Minuten lang keine Rolle gespielt. Auf dem Platz geht's zur Sache und danach versteht man sich wieder", sagte Hagen, der 2012/2013 bei der SpVgg war.


SpVgg Jahn Forchheim - SC Eltersdorf 3:1

Zur Sache ging es bereits nach 30 Sekunden, als Weiler Forchheims Kapitän Florian Clausnitzer im Luftduell gestoßen haben soll. Die Gelb-Rote Karte gegen den 26-Jährigen kurz vor Spielschluss besiegelte den schwarzen Tag für ihn und seine Mannschaft. Maximilian Göbhardt sorgte vom Punkt für die frühe Führung.

"Wer 1:0 vorne liegt, tut sich bei diesen Temperaturen natürlich leichter", erklärte Dotterweich, der die Gäste als Kapitän auf das Feld führte und nach dem Seitenwechsel durch Hagen ersetzt wurde. "Ich habe mich nicht wohl gefühlt und überhaupt nicht ins Spiel gefunden", räumte der 31-Jährige hinterher ein.

Dabei dürfte Dotterweich nicht der Einzige gewesen sein. Viele Fouls und Standardsituationen zerstückelten das Spiel. Schiedsrichter Sven Engl musste Schwerstarbeit verrichten. Die von ihm verordneten Trinkpausen während des Spiels schien er nötiger zu haben als mancher Fußballer. Wenn die Offensivabteilungen doch einmal in Schwung kamen, scheiterte es am entscheidenden letzten Pass.

Die erste Halbzeit endete wie sie begonnen hatte: mit einem Elfmeter für den Jahn. Diesmal hielt der Erlanger Torhüter Alexander Schulz den nicht besonders scharf getretenen Strafstoß von Göbhardt. Das vorausgegangene Foul des Keepers an Tobias Eisgrub war eindeutiger als das von Weiler an Clausnitzer, die Eltersdorfer Proteste trotzdem nicht geringer.

SC-Akteur Philip Messingschlager, der im selben Jahr wie Hagen und Dotterweich für Forchheim spielte, und am Samstag wegen eines Innenbandrisses im Sprunggelenk passen musste, blieb gelassener: "Bei der ersten Situation war der Ball zwei Meter weg und die Spieler prallten zusammen. Den zweiten Elfer kann man geben."


SCE vergisst nachzulegen

Auch nach Wiederanpfiff der Partie zwischen den Ex-Buckenhofenern - der Jahn lief mit sechs ehemaligen Spielern des Stadtrivalen auf - und den Ex-Jahnlern (Eltersdorf) ging es für einige zu schnell. Nach einem Eckball köpfte Michael Mirschberger Jahn-Schlussmann Rüdiger Beck an und versenkte im zweiten Versuch per Kopf (47.). "Nach dem 1:1 hätten wir nachlegen müssen", fand Dotterweich, der zu diesem Zeitpunkt nicht mehr mitwirkte und seine Mannschaft überlegen sah.

Michael Hutzlers Einwechslung von Mergim Bajrami erwies sich wie in der Vorwoche als richtiger Riecher. Der von Adem Selmani auf den Flügel geschickte Neuzugang von der SpVgg Ansbach passte nach innen, wo Clausnitzer das Leder gefühlvoll zwischen Schulz und den Pfosten spitzelte.

Ein weiterer Überfall der Hausherren brachte die Entscheidung: Selmani legte auf Seybold quer, der seine früheren Teamkollegen mitten ins Herz und den Ball platziert ins Tor traf. "Auch solche Spiele müssen gewonnen werden", sagte Jahn-Coach Hutzler fast schon entschuldigend. Wer nach drei Spieltagen mit neun Punkten und 13:3 Toren auf Rang 1 der Tabelle steht, braucht sich allerdings für nichts zu entschuldigen.
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