LKR Forchheim
Fußball

Appel an den Nachwuchs: Greift zur Pfeife!

Es fehlt an jungen Referees, dabei ist die Tätigkeit an der Pfeife in vielerlei Hinsicht von Vorteil - etwa mit freiem Eintritt in die Bundesliga-Stadien.
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Der Jungschiedsrichterbeauftragte Michael Schmitt, Landrat Hermann Ulm, Lehrwart Matthias Schmolke und Christoph Stühler, Schiedsrichterobmann für den Kreis Forchheim (v.l.), stellten die Vorzüge der Schiedsrichter-Tätigkeit heraus. Foto: Franz Galster
Der Jungschiedsrichterbeauftragte Michael Schmitt, Landrat Hermann Ulm, Lehrwart Matthias Schmolke und Christoph Stühler, Schiedsrichterobmann für den Kreis Forchheim (v.l.), stellten die Vorzüge der Schiedsrichter-Tätigkeit heraus. Foto: Franz Galster
Der bevorstehende Start eines Neulingslehrgangs für Schiedsrichter (Freitag, 8. April, um 18 Uhr beim SV Buckenhofen) war Anlass zu einem Meinungsaustausch zwischen Sport und Politik auf dem Sportgelände des TSV Kunreuth.

Eingeladen hatten Christoph Stühler, Schiedsrichterobmann für den Kreis Forchheim, Lehrwart Matthias Schmolke und der Jungschiedsrichterbeauftragte Michael Schmitt. Ziel war es, die Situation der Schiedsrichter zu beleuchten und junge Menschen auf diese attraktive Tätigkeit aufmerksam zu machen. Sie gaben ihrer Freude Ausdruck, dass Landrat Hermann Ulm der Einladung ebenfalls folgte.

Stühler verwies darauf, dass ein Verein für jede Herren- und Damenmannschaft sowie A- und B-Jugend je einen Schiedsrichter nach den Regeln des BFV stellen muss. Trotz der Vielseitigkeit der Schiedsrichtertätigkeit gibt es hier Probleme. Es fehlt der Nachwuchs, wie Michael Schmitt sagte.
"Ohne ausreichend Schiedsrichter wird es schwierig, den qualifizierten Spielbetrieb dauerhaft aufrecht zu erhalten." Ulm pflichtete dem bei und betonte, wie wichtig der Breitensport als Teil der Kultur ist. Allerdings komme der Schiedsrichter meist nur dann in den Fokus, wenn er vermeintlich eine falsche Entscheidung trifft. "Schiedsrichter haben die gleiche Situation wie Kommunalpolitiker. Sie müssen aus Sicht der Betroffenen zum Teil negative und unpopuläre Entscheidungen rechtfertigen. Gute Leistungen setzt die Allgemeinheit einfach voraus", so Ulm. Mit diesem Konflikt, so sind sich alle einig, muss der Referee leben. Allerdings auch mit dem Bewusstsein, mit schwierigen Entscheidungen fertig werden zu können. Eine Bewährung auf dem Spielfeld bedeutet Persönlichkeitsbildung und Führungsstil. Eigenschaften, die im beruflichen Leben von erheblichem Vorteil sein können. "Liebe zum Sport und Verantwortungsbewusstsein", nennt Ulm die Schiedsrichtertätigkeit.


Mit 14 Jahren geht's los

Bereits mit 14 Jahren können Jugendliche im Jugendbereich Spiele leiten. Mit 25 Jahren leiten die besten Schiedsrichter schon Bundesligaspiele. Steile Karrieren sind also möglich. Finanziell bewegt sich die Kostenerstattung, je nach der Klasse, zwischen 12 und 200 Euro pro BFV-Spiel. Der Schiedsrichter hat zudem freien Eintritt zu allen Bundesligaspielen. Jeder Schiedsrichter muss im Jahr mindestens 15 Spiele pfeifen und fünf Lehrabende im Jahr besuchen. Diese beinhalten, wie Schmolke erklärt, auch aktuelle Video-Beispiele aus dem Bundesligaalltag. Die Verteilung der Schiedsrichter seitens der Vereine ist ausgesprochen unterschiedlich. Ein direkter Zusammenhang zwischen der Größe eines Vereins und der Anzahl der gemeldeten Schiedsrichter ist nicht erkennbar. Dabei zeigt sich als weiteres Phänomen, dass vor allem der Mittelbau fehlt. Junge Menschen steigen ein. Studium oder Beruf lassen zu viele wieder aussteigen, ältere Schiris wiederum bleiben häufiger dabei.

Die Aussprache zeigt: Die Tätigkeit des Schiedsrichters hat viele Facetten mit Chancen für junge Menschen im populärsten Sport Deutschlands.

Infos bei: Christoph Stühler (Tel. 0172/ 8330779, Mail: stuehler@srg-forchheim.de) oder Matthias Schmolke (Tel. 0160/ 96733857, Mail: schmolke@srg-forchheim.de).
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