Ebermannstadt
Kunstrad

209,22 Punkte - Lukas Kohl stellt Weltrekord auf

Lukas Kohl vom RMSV Concordia Kirchehrenbach hat im 1er Kunstrad der Herren einen neuen Weltrekord aufgestellt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Mehrfacher Europa- und Weltmeister bei Junioren und in der Elite: Lukas Kohl vom RMSV Concordia Kirchehrenbach ist der Star im 1er Kunstrad und hat kürzlich einen neuen Weltrekord aufgestellt. O. Stoll
Mehrfacher Europa- und Weltmeister bei Junioren und in der Elite: Lukas Kohl vom RMSV Concordia Kirchehrenbach ist der Star im 1er Kunstrad und hat kürzlich einen neuen Weltrekord aufgestellt. O. Stoll

Lukas Kohl vom RMSV Concordia Kirchehrenbach (Landkreis Forchheim) hat Geschichte geschrieben: Der Dreifach-Weltmeister im 1er Kunstrad der Männer hat den acht Jahre alten Weltrekord von David Schnabel verbessert.

Im Rahmen des Ems-Cups in Österreich stellte der 23-Jährige insgesamt 209,22 Punkte auf und schraubte die neue Rekordmarke um 0,31 Zähler nach oben. "Ich habe die Anzahl meiner Drehsprünge erhöht. In der Vorrunde sind es sieben Stück gewesen, das hat mir Bonuspunkte eingebracht. Dank dieser taktischen Erweiterung sowie einer rundum gelungenen Kür stand dann dieser Punktewert auf der Tafel", sagte der Student, der auch gelegentlich im Rahmenprogramm der Basketballer von Brose Bamberg aufgetreten ist.

Mit in der Halle war auch Schnabel, der bisherige Rekordhalter. "David ist achtfacher Weltmeister und für jeden Kunstradsportler das große Vorbild. Dass ich seinen Rekord geknackt habe, macht mich schon etwas sprachlos", sagte Kohl.

Risiko zahlt sich aus

Zwar ist er bereits in der Vergangenheit in den Bereich von 209 Punkten vorgestoßen. Damit ein Weltrekord aber auch als solcher anerkannt wird, ist unter anderem ein internationales Kampfgericht die Voraussetzung. Und das war beim Ems-Cup vor Ort. "Durch die Erweiterung der Drehsprünge gehe ich allerdings das Risiko ein, höhere Abzüge zu kassieren", sagt Kohl. Beim Ems-Cup funktionierte aber ausnahmslos alles. Den nun aufgestellten Bestwert noch einmal zu toppen, ist aber kaum mehr möglich: "Das Maximum dürfte erreicht sein."

In den vergangenen Jahr dominierte Kohl die Elite-Konkurrenz nahezu nach Belieben, bei seinen drei Weltmeistertiteln, auf Europameisterschaften oder im Weltcup konnte ihm keiner auch nur ansatzweise das Wasser reichen.

Mit dem neuen Weltrekord scheint die Schere zwischen Kohl und dem Rest der Welt nur noch weiter auseinanderzugehen. Aber das täuscht, wie der Student selbst erzählt. 2014 hatte Kohl den Juniorenweltrekord mit 187,85 Punkten aufgestellt, diesen Wert pulverisierte aber kürzlich Tim Weber: Der Nachwuchsathlet kam auf 192,0 Zähler, hat die Juniorenzeit nun beendet, wechselt in den Elite-Bereich und wird damit direkter Konkurrent des amtierenden Weltmeisters. "Es wird immer enger. Ich komme nicht weiter nach vorn, die anderen rücken mir mehr und mehr auf die Pelle. Ich glaube, uns stehen spannende Jahre bevor", sagt Kohl.

Große Ziele in 2019

Sein Terminkalender ist auch in diesem Jahr prall gefüllt, das Weltcup-Finale steht noch aus, im Oktober folgt die deutsche Meisterschaft, im Dezember dann die WM in Basel. Für Letzteres muss sich Kohl auch in diesem Jahr wieder qualifizieren. Und sämtliche Kosten selbst tragen. Auch als Weltmeister und Weltrekordhalter bekommt man eben nichts geschenkt.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren