Neunkirchen
Einweihung

Spielen und lernen im Freien

Matschen im Wald, ein bisschen Abenteuerspielplatz und lernen, das Leben und die Natur wertzuschätzen, das ist im neuen Waldkindergarten möglich. Die neue Spiel- und Lernstätte ist eingeweiht worden.
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Die Kinder lernen und spielen in der Natur. Foto: Petra Malbrich
Die Kinder lernen und spielen in der Natur. Foto: Petra Malbrich
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Ein Tipi mitten im Wald, unweit davon eine Vorrichtung, in der grüne, runde Wannen hängen, irgendwo daneben Versteckmöglichkeiten, natürlich mit Waldgegenständen getarnt und weiter vorne in dem Waldstück sind Tische und Bänke aus Baumstämmen in der Nähe eines Bauwagens.

Was wie der kindliche Traum eines Abenteuerspielplatz aussieht, zeigt: Hier wird gelebt und gelernt. Tatsächlich war die Idee für diesen Waldkindergarten zunächst belächelt worden, inzwischen liege schon eine Anmeldung für 2021 vor, wie Martin Lemberger, Vorsitzender der Diakonie für Kinder und Jungend e.V. bei der Einweihungsfeier des Kindergartens erklärte. Entstanden war die Idee, als ersichtlich war, die rechtlich zugesicherten Betreuungsplätze im Markt Neunkirchen würden nicht ausreichen.

Schnell umsetzbar

Der Waldkindergarten ist auf jeden Fall günstiger als ein anderer Kindergarten und war schnell umsetzbar. Gerade ein Jahr war es her, dass Diakonie, Kirche und Ehrenamtliche mit den Landwirten den Kindergarten in den Wald zauberten.

Obwohl es einen kurzen Moment des Schreckens gab und es schien, als stünde der Waldkiga vor dem Aus. Der Hartnäckigkeit der Gemeinderäte, dass doch noch einmal Verhandlungen geführt werden, war der glückliche Dreh zu verdanken und somit die Bahn für ein neues, für Neunkirchen ungewohntes Projekt frei.

"Neuland"

"Für Neunkirchen ist das Neuland. Die Kinder spielen und lernen im Freien", erklärte Bürgermeister Heinz Richter (FW). Und: "Die Kinder dürfen matschen, sammeln, aber auch die Stille genießen oder Regentropfen mit der Zunge fangen", zählte Richter auf. "Die Freude am Schauen und Begreifen ist die schönste Gabe der Natur", meinte der Bürgermeister weiter.

Der Bauwagen dient als Unterkunft, in der Kisten mit Lern- und Spielmaterial aufbewahrt werden und in dem ein Tisch steht. Hier gibt es die Möglichkeit zu kochen, sich die Hände zu waschen, auf die Toilette zu gehen, hier kann man aber auch bei stürmischem Wetter im Trockenen bleiben. 10 000 Euro gibt die Gemeinde für eine Terrasse, die noch angebracht wird, den Wagen für die Bring- und Haltestelle, hat der Markt finanziell unterstützt und auch die Straßen zum Waldkindergarten aufschottern lassen.

Wertschätzung der Natur

"Für den bisherigen Betrieb ist noch kein Auto zum Kindergarten gefahren", hob Lemberger hervor. Damit die Ruhe der Tiere und dem Leben im Wald zu stören, war eine Befürchtung gewesen. Im Gegenteil: "Mitten in der Natur erleben, was Natur ist, das Sammeln, Sehen, Bestimmen und Kennenlernen der Natur bringt die Wertschätzung der Natur und schützt diese", betonte Landrat Hermann Ulm (CSU), der diesen Waldkindergarten als einen weiteren Mosaikstein in der Vorzeigegemeinde Neunkirchen bezeichnete und diese damit weiterhin attraktiv mache.

"Der Tag der Einweihung ist ein Tag des Dankes", meinte Lemberger. Nicht nur allen Beteiligten und Verantwortlichen galt sein Dank, sondern vor allem der Familie Nepf, die dieses 1000 Quadratmeter große Grundstück für den Waldkindergarten an die Diakonie verpachtet hat. Betreut werden die Kinder von der Kindergartenleiterin Michaela Morphet, von Andrea Stoll Friederike Greulich. Nachdem die Kinder ihren Kindergarten gesanglich vorgestellt hatten und der Waldkindergarten von dem evangelischen Pfarrer Axel Berthold und dessen katholischen Kollegen Joachim Cibura gesegnet wurde, konnte jeder der zahlreichen Besucher die Vielfalt trotz Einfachheit bestaunen.



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