Wiesenthau
Gemeinderat

Sparkasse schließt Filiale in Wiesenthau

Viele Zuhörer kamen wegen eines Baugebietes in die Gemeinderatssitzung in Wiesenthau. Am Ende gab es noch eine schlechte Nachricht.
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Die Sparkasse Wiesenthau Foto: Franz Galster
Die Sparkasse Wiesenthau Foto: Franz Galster

Am Ende der Gemeinderatssitzung in Wiesenthau gab es einen Paukenschlag. Der Bürgermeister Bernd Drummer (BGW) teilte mit, dass die Sparkasse zum 1. Mai ihre Filiale in Wiesenthau schließt. Bereits vor einigen Jahren hatte sich die Volksbank zurückgezogen, so dass jetzt kein Geldinstitut in der Gemeinde mehr vertreten ist. Drummer erhielt die Nachricht demnach vom Vorstand der Sparkasse kurzfristig. Der Bürgermeister bedauerte den Schritt, auch wenn er dies wirtschaftlich nachvollziehen könne. Aber es breche eben wieder ein Steinchen aus der Dorfgemeinschaft heraus. Die Sparkasse bietet älteren Mitbürgern Hilfestellung zum Online-Banking an. Ein wirklicher Trost ist es nicht.

Baugebiet "Binzig"

Es mussten viele Stühle gerückt werden, um den Zuhörern einen Platz zu bieten bei der Gemeinderatssitzung im Rathaus von Wiesenthau. Hauptpunkt des Interesses war der Punkt 6 der Tagesordnung für das Baugebiet "Binzig", der lautete: "Festlegung der Vergabekriterien für die Bauplätze". Jahrzehnte hat es gedauert, bis Wiesenthau Bauwilligen im größeren Maßstab Bauland anbieten konnte. 23 Plätze stehen nach der Erschließung zur Verfügung. Die Nachfrage übersteigt das Angebot um ein Mehrfaches.

Neutrale Bewertungsgrundlage

"Seit 2017 klopfen Leute bei mir an, aber es kann ja nicht einfach der Nasenfaktor sein", sagte Bürgermeister Bernd Drummer in der Sitzung. Also musste eine neutrale Bewertungsgrundlage erarbeitet werden. Diese lag jetzt als Beschlussvorlage in einem Punktesystem vor. Der Bewerber mit der höchsten Punktzahl hat die erste Wahl und so folgt die weitere Platzierung. Drei wesentliche Bereiche werden bewertet. Zum einen ist es der Ortsbezugsfaktor mit Fragen wie Wohnort, Ehrenamt, Arbeitsplatz. Dazu kommen Sozialkriterien wie Kinder, Familienkriterien oder Pflegebedürftigkeit. Es ist ein breites Spektrum an Fragen. Das System bevorzugt die heimische Bevölkerung, Familien mit Kindern und Bewerber mit sozialem Engagement, schließt aber Bewerber von außerhalb nicht aus. Dadurch, dass die Gemeinde Wiesenthau der Verkäufer der Parzellen ist, kann auch die tatsächliche Nutzung gesteuert werden. Das heißt, es muss innerhalb von drei Jahren gebaut werden, Baulücken werden so vermieden. Man hofft auch, Spekulanten im Wesentlichen ausschließen zu können.

Jeder nur ein Grundstück

Außerdem kann jeder Bauwerber nur ein Grundstück erwerben. Es folgt jetzt die Veröffentlichung im Mitteilungsblatt und auf der Internetseite. Interessenten erhalten einen Bewerbungsbogen. Ein Gremium wertet die Angaben aus zur Vergabe des Bauplatzes.

Erweiterung des Kindergartens

Weiter geht es auch mit der Erweiterung der Kindertagesstätte. Für das Projekt sind 1,635 Millionen Euro veranschlagt, 819.000 Euro fließen als Fördermittel. Diverse Gewerke sind ausgeschrieben. Die Firma Kestler-Bau aus Forchheim erhielt den Auftrag für die Maurerarbeiten mit einem Wert von 282.000 Euro. Die Außenanlagen mit dem neuen Spielplatz richtet die Firma Meier aus Pegnitz für 145.000 Euro. Außerdem wurde die bisherige Satzung des Kindergartens in einem Punkt geändert. Kinder in der Krippe werden künftig nach Vollendung des ersten Lebensjahres aufgenommen und nicht mehr ab dem zweiten Monat, was in der Praxis unrealistisch war.

Gewerbegebiet

Nachdem die Abbiegespur der Kreisstraße zum Gewerbegebiet "Dorfäcker" in Schlaifhausen installiert ist, wurde jetzt auch der geänderte Bebauungsplan im Gemeinderat gebilligt und der Beschluss zur erneuten öffentlichen Auslegung sowie Beteiligung der Träger öffentlicher Belange gefasst.

Für die Grundschule Wiesenthau bricht jetzt auch das digitale Zeitalter im Klassenzimmer an. Entsprechende Anschaffungen für 35.000 Euro sind getätigt. Dazu soll aber auch die schnelle Anbindung der Schule mit Glasfaser gehören. Reichlich teuer finden die Gemeinderäte das Angebot der Telekom, für die Kabelverlegung zum 200 Meter entfernten Verteilerschrank 80.000 Euro zu verlangen. Drei Anbieter hatte die Gemeinde angeschrieben. Nur die Telekom war interessiert, also ist die Wahl sehr begrenzt. Der Schmerz wird allerdings durch den staatlichen Zuschuss von 50.000 Euro gelindert.



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