Forchheim
Stadtentwicklung

Sondersitzung soll Zank um Jahn-Umzug beenden

Seit sieben Jahren ringt die Stadt um die Bebauung des Jahn-Geländes. Bei einer Sondersitzung des Stadtrates soll die Lösung gefunden werden.
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Eine Sondersitzung des Stadtrates  im November soll die Frage beantworten, wann der  Jahn seinem Gelände        in der   Jahnstraße den Rücken kehren und in den Stadtnorden umziehen kann.Archiv Sportfoto Zink
Eine Sondersitzung des Stadtrates im November soll die Frage beantworten, wann der Jahn seinem Gelände in der Jahnstraße den Rücken kehren und in den Stadtnorden umziehen kann.Archiv Sportfoto Zink
Offiziell stand das Thema "Jahn-Umsiedlung" am Donnerstag nicht auf der Tagesordnung des Hauptausschusses. Doch unter "Sonstiges " kam es dennoch zur Sprache. CSU, Freie Wähler, Junge Bürger und FBF wollten wissen, was aus ihrem gemeinsamen Antrag geworden sei. Sie hatten Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) aufgefordert, eine Analyse des komplexen Jahn-Themas vorzulegen. Am Donnerstag steckte Kirschstein "scharfe Kritik" unter anderem von den Fraktionsvorsitzenden der CSU und der Freien Wähler, Udo Schönfelder und Manfred Hümmer ein, weil in dieser Sache nichts vorangehe.
Wie OB Kirschstein am Freitag betonte, werde besagter Antrag am 28. September auf die Tagesordnung des Stadtrates kommen. Zudem werde es im November eine Sondersitzung zum Thema Jahn geben. Natürlich habe er "bei diesem drängenden Thema in der Sommerpause vorgearbeitet", betonte Kirschstein. Das Thema der Jahn-Umsiedlung drehe sich nicht nur um das viel diskutierte Rückübertragungsrecht oder beispielsweise um die mögliche Haftung der Stadträte. "Meine Frage ist auch: Wer ist alles beteiligt? Was bedeutet die Umsiedlung für andere Sportvereine". Die Problematik sei "deutlich weitgreifender" als es öffentlich diskutiert werde, betont Kirschstein. Beispielsweise "gab es auch noch andere Interessenten, die sich für die Flächen bewerben. Das Thema ist sehr komplex, was man daran sieht, dass es seit sieben Jahren diskutiert wird. Aber wir sind auf der Zielgerade."

Dass es einer Sondersitzung zum Thema gibt, wurde nicht nur von Manfred Hümmer begrüßt. Der FW-Fraktionschef beklagte am Freitag aber auch, dass sein Vorschlag, eine "Übersichtsmatrix" vorzulegen, noch immer nicht umgesetzt sei. Es wirke so, als würde die Verwaltung in dieser Frage in einem "Zustand der Agonie" verharren. Diese Matrix müsste vier Positionen transparent machen: Die Haltung der Stadt, die Haltung des Sportvereins Jahn und die Vorstellungen des Investors sowie die Position der Aufsichtsbehörde (Landratsamt). Hümmer: "Warum es so lange dauert, weiß ich nicht. Wir brauchen die Matrix im Vorfeld der Sondersitzung."

Auch Udo Schönfelder ärgerte sich und reagierte "befremdet darüber", dass die Gegenüberstellung der Positionen nach der Sommerpause noch nicht geleistet sei. "Im Hauptausschuss stand das Thema nicht offiziell auf der Tagesordnung, das ist bei Themen dieser Wichtigkeit nicht nachvollziehbar. Mit seiner Vorgehensweise hat der Oberbürgermeister an der Agenda vorbeikommuniziert."

Dabei sei eine "konsensfähige Analyse" des Themas gar nicht so schwer zu realisieren, ist der CSU-Fraktionschef überzeugt. Im Wesentlichen müsse das Thema Rückübertragungsrecht im Vergleich zum Erbpachtthema gesetzt werden. Zuallererst müsse aber der Beschluss des Stadtrates vom März 2016 "angepasst werden". Denn dass Jahn Forchheim 19 000 Quadratmeter Fläche "erwerben muss", das sei "nicht nur wirtschaftlich problematisch", meint Schönfelder: "Es ist nicht mal möglich, weil die Eigentümer im Norden nicht bereit sind so viel Grund zu verkaufen. "
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