Aufseß
Traditionspflege

Soldatenkameradschaft Aufseß feierte das 130. Gründungsjubiläum

Der Soldaten- und Kameradschaftsverein Aufseß und Umgebung blickt auf eine lange Tradition zurück. Ein Weltkriegsteilnehmer lebt noch.
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Mit einem großen Festzug erinnerte die Soldatenkameradschaft Aufseß und Umgebung an ihre Gründung vor 130 Jahren. Foto: Stephan Herbert Fuchs
Mit einem großen Festzug erinnerte die Soldatenkameradschaft Aufseß und Umgebung an ihre Gründung vor 130 Jahren. Foto: Stephan Herbert Fuchs
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Mit einem Festgottesdienst in der Schlosskirche, einer Kranzniederlegung am Ehrenmal und einer Feier im Schlosshof hat der Soldaten- und Kameradschaftsverein Aufseß und Umgebung am Wochenende sein 130-jähriges Bestehen gefeiert.

In seiner Predigt stellte Militärpfarrer Johannes Wa edt aus Straubing passend zum Sonntag "Rogate" die Bedeutung des Betens und einen Aufruf zur Gemeinschaft in den Mittelpunkt. Nichts gegen Meditation, Atemtechnik oder Yoga, aber Beten habe eine ganz andere Qualität, meinte Waedt. "Wer nicht regelmäßig betet, der betet bald auch nicht mehr unregelmäßig", sagte der Geistliche, der aus Rumänien stammt.

Nach dem zivil-militärischen Gottesdienst in der voll besetzten Schlosskirche marschierten Festgäste, Soldatenkameraden und deren Angehörige sowie Vertreter von Vereinen und Verbänden gemeinsam zum Kriegerdenkmal und gedachten mit einer Kranzniederlegung der Gefallenen. An der Spitze marschierte dabei die Blaskapelle Neuhaus, gefolgt von einem Ehrenzug der Kulmbacher Reservisten, befreundeter Kameradschaften aus der Umgebung und Vertretern der Feuerwehren aus der Umgebung.

Bei der anschließenden Feier im Schlosshof erinnerte der Bayreuther Kreis- und oberfränkische Bezirksvorsitzende des Bayerischen Soldatenbundes, Klaus-Dieter Nitzsche, an die Gründung vor 130 Jahren. Ziel sei es damals nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/1871 gewesen, versehrte Soldaten zu unterstützen und Geselligkeit zu pflegen. Letzteres sei auch heute noch bei den Soldatenkameradschaften von Bedeutung. Ehrengast der Feier war die Bayreuther/Forchheimer Bundestagsabgeordnete Silke Launert (CSU) aus Bayreuth. Gerade in "unserer Spaßgesellschaft", die von großer Individualität geprägt sei, sei auch Verantwortung wichtig. Die Soldatenkameradschaft Aufseß gehört ihren Worten zufolge zu den ganz aktiven Vereinen, die Traditionspflege und Brauchtum hochhalten. Hier werde Kameradschaft und Verantwortung noch gepflegt, hier sehe man sich noch der Tradition verpflichtet.

Im Russland-Feldzug

Ein weiterer prominenter Teilnehmer, den der Vorsitzende der Soldatenkameradschaft, Wilhelm Scheuring, und der Aufseßer Bürgermeister Ludwig Bäuerlein (CSU), begrüßten, war Karl Sägner aus Stücht bei Heiligenstadt. Er ist mit 95 Jahren nicht nur das älteste Mitglied der Soldatenkameradschaft, sondern auch der letzte lebende Teilnehmer des Zweiten Weltkrieges. Sägner war im Russland-Feldzug bis Stalingrad eingesetzt, er ist Heimatvertriebener und war 1945 in die Fränkische Schweiz gekommen.

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