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Forchheim
Hauptausschuss

So soll die Stadt Forchheim sauberer werden

Graffitis an Wänden, Müll auf den Straßen, demolierte Blumenkübel: Die Sauberkeit im Forchheimer Stadtgebiet lässt zu wünschen übrig.
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Die Mitarbeiter des Bauhofs müssen sich jeden Tag über Müllberge auf den Straßen und in den Wiesen ärgern. Die Sauberkeit im Forchheimer Stadtgebiet soll verbessert werden.  Foto: Josef Hofbauer
Die Mitarbeiter des Bauhofs müssen sich jeden Tag über Müllberge auf den Straßen und in den Wiesen ärgern. Die Sauberkeit im Forchheimer Stadtgebiet soll verbessert werden. Foto: Josef Hofbauer
Besonders nach Festen und Veranstaltungen schaut es in Forchheim wüst aus: Nach dem Altstadtfest quellen die Abfalleimer über, nach dem Annafest ähnelt der Kellerwald einer Müllsiedlung. Heiraten Paare im Standesamt, fliegen davor auch mal Toilettenpapier-Rollen vom Poltern herum. Vor Wohnhäusern sammelt sich manchmal tagelang der Sperrmüll, die Bahnhofsunterführung wird mit Graffiti beschmiert. Die Mitarbeiter des Forchheimer Bauhofs kennen die Misere, jeden Tag müssen sie sich darüber ärgern.
Mit der Sauberkeit im Stadtgebiet haben sich die Mitglieder des Hauptausschusses in der Sitzung am Mittwoch beschäftigt. Die Freien Wähler (FW) Forchheim hatten dazu einen Antrag mit sieben Forderungen gestellt. So forderte die Fraktion beispielsweise, dass ein zukünftiger Citymanager ein Konzept zur Verbesserung der Sauberkeit erarbeiten könnte. Für zusätzliche Aufgaben solle die nötige Finanzierung ermittelt werden. Außerdem sei es denkbar, eine Hotline oder eine Handy-App einzurichten, mit denen Meldungen zu Müll unkompliziert übermittelt werden können.
Klaus Bartosch, der Amtsleiter des Forchheimer Bauhofs, hat in der Sitzung Änderungsvorschläge vorgestellt, um das Stadtgebiet sauberer zu halten. Um besonders dreckige Ecken zu vermeiden, müsse mehr Personal eingestellt werden. Eine zweite Kehr-Maschine sollte als Ersatz für die jetzige angeschafft werden.


Stadt am Sonntag reinigen

Außerdem sei eine zusätzliche Reinigung im Altstadtbereich am Sonntagvormittag, beispielsweise von sieben bis zehn Uhr, nötig. Schließlich würden vor allem sonntags Touristen in die Stadt kommen - und die sollen nicht von den Hinterlassenschaften der Partynacht verscheucht werden. Auch Anwohner würden sich häufig beschweren: "Wir bekommen oft Beschwerden, dass am Sonntag Blumenkübel aufgetreten in den Straßen liegen", berichtete Walter Mirschberger, Leiter des Bereichs Bau- und Grünbetriebe. Er schätzt, dass für die Sonntagsreinigung Kosten von rund 20 000 Euro anfallen würden.
Bartosch schlug für die Ortsteile einen Modellversuch vor: In manchen Ortsteilen könnten die Bauhof Mitarbeiter beispielsweise nur noch Haupt- und Durchgangsstraßen kehren. Für die Wohngebiete wäre dann der jeweilige Anwohner zuständig. "Die Nebenkosten für die Straßenreinigung wären dann natürlich billiger für die Bürger", sagt Bartosch.
Die Halteverbots-Schilder, die die Wege zu bestimmten Zeiten für die Straßenreinigung frei halten sollen, müssten anders organisiert werden. So müssten in der Waldstraße in Kersbach beispielsweise 28 Schilder stehen, damit die Bauhof-Mitarbeiter ungehindert reinigen können. Denkbar ist es laut Bartosch, den Schilderwald zu reduzieren und stattdessen ein Schild für eine ganze Halteverbots-Zone zu errichten. Außerdem wolle man die Infrastruktur ausweiten, beispielsweise bei Veranstaltungen große Papierkörbe aufstellen.


Verwaltung soll prüfen

Die Mitglieder des Hauptausschusses haben einstimmig beschlossen, dass die Verwaltung prüfen soll, ob die Verbesserungen machbar sind. Dann könne darüber weiter im Ausschuss beraten werden. Außerdem sollen die Verantwortlichen des Bauhofs bis Dezember 2018 einen Folgebericht zur Sauberkeit im Stadtgebiet vorlegen, um die Änderungen im Haushalt 2019 aufzunehmen. Die Mitglieder des Ausschusses zeigten sich in der Sitzung am Mittwoch einig darüber, dass der Bauhof finanziell und personell unterstützt wird.
"Der urbane Mensch hält sich immer mehr im öffentlichen Raum auf. Wir sind eine To-Go-Gesellschaft", sagte FW-Stadtrat Manfred Hümmer. Gezielte Verbesserungen müsse die Stadt deshalb finanziell und personell unterstützen. Einen Frühreinigungsdienst am Sonntag würde Hümmer begrüßen, denn in der Stadt "schaut es manchmal ganz verheerend aus." Problematisch sei außerdem, dass oftmals die Gelben Säcke schon Tage vor der Abholung auf der Straße stehen. Der FW-Stadtrat schlug deshalb vor, Sammelecken für Gelbe Säcke einzurichten. Eine Alternative wäre, die Gelbe Tonne einzuführen.
Paul Nerb (FBF) wies in der Sitzung darauf hin,dass ein Teil der Verantwortung bei den Bürgern bleiben solle. "Die Bürger sollen ein Bewusstsein entwickeln, dass das ihre Stadt und ihr Dreck ist", betonte Nerb. Bereits im Kindergarten müsse man das Thema Sauberkeit lehren, die Stadt könnte für Schulen Wettbewerbe ausloten.


Bürger sensibilisieren

Dass das Problem nur zusammen mit den Bürgern behoben werden kann, betonte auch CSU-Stadtrat Karl-Heinz Fleckenstein. "Das Bewusstsein für Sauberkeit hat sich geändert", sagte Fleckenstein. Man müsse den Bürgern verdeutlichen, wie viel Geld für die Reinigung der Stadt verwendet wird, das für andere Bereiche eingesetzt werden könnte. "Ohne die öffentliche Wahrnehmung wird es nicht gehen", sagte Fleckenstein. CSU-Stadtrat Josua Flierl schlug vor, dass die Verantwortlichen des Bauhofs ermitteln sollen, wie viel Personal oder Geld für eine bessere Sauberkeit benötigt werde. Dies könne dann in die Haushaltsplanung für 2019 einbezogen werden.
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