Forchheim
Forschung

So klappt gute Öffentlichkeitsarbeit für das Forchheimer Pfalzmuseum

Das Pfalzmuseum soll als Ausflugsziel im Gespräch bleiben. Dafür haben Studenten der Uni Bamberg die Öffentlichkeitsarbeit des Museums untersucht.
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Dr. André Haller (links), wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kommunikationswissenschaft, stellt Susanne Fischer (vorne) und Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD, hinten) den Abschlussbericht vor. Fotos: Barbara Herbst
Dr. André Haller (links), wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kommunikationswissenschaft, stellt Susanne Fischer (vorne) und Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD, hinten) den Abschlussbericht vor. Fotos: Barbara Herbst
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Arten für etwas zu werben, gibt es mittlerweile viele - ob Plakat, Zeitungsanzeige soziale Netzwerke. Damit auch in Zukunft viele Besucher das Pfalzmuseum in Forchheim besuchen, braucht dieses verstärkt Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Das funktioniert bisher über Pressemitteilungen, Radiowerbung, Plakate, eine eigene Internetseite und Flyer. Doch wie kann die Öffentlichkeitsarbeit des Pfalzmuseums verbessert werden?

Das haben Studenten der Otto-Friedrich-Universität Bamberg untersucht. Die Masterstudenten der Kommunikationswissenschaft haben die Studie im Rahmen eines zweisemestrigen Lehrprojekts erstellt. Dr. André Haller, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kommunikationswissenschaft, hat das Projekt geleitet. Bereits im Jahr 2015 sei man das erste mal mit der Universität Bamberg in Kontakt gekommen, berichtet Susanne Fischer, die Leiterin des Pfalzmuseums Forchheim. "Wir waren auf der Suche nach jemandem, der unsere Öffentlichkeitsarbeit untersucht", erklärt Fischer.


Abschlussbericht vorgestellt

Am Donnerstag hat Haller den Verantwortlichen des Pfalzmuseums sowie Forchheims Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) den Abschlussbericht zum Projekt vorgestellt. "Es ist ein schönes Ereignis. Wir haben uns darauf gefreut, dass uns die Uni Tipps in die Hand gibt", sagt Oberbürgermeister Kirschstein.

Die Verbesserungsvorschläge fallen deutlich aus: "Werbung in Print investieren", empfiehlt Haller. Schließlich seien die Zeitungsleser die Kernzielgruppe des Pfalzmuseums. Außerdem sollte die Pressearbeit intensiviert werden. Zudem biete es sich an, regelmäßig einen Newsletter zu verschicken. "Ältere Leute nutzen das Internet, aber sie möchten nicht Facebook nutzen, sondern lieber eine E-Mail bekommen", berichtet Haller.

Von Radiowerbung oder Werbung an Bussen raten die Kommunikationswissenschaftler eher ab, die Kosten dafür sind im Vergleich zum Nutzen zu hoch.


Jüngere Zielgruppe ansprechen

Um eine jüngere Zielgruppe anzusprechen, sollen auch Online-Kanäle in das neue Konzept eingebunden werden. Der Kurznachrichtendienst Twitter biete sich für das Pfalzmuseum eher nicht an, dafür wird angeraten, einen Facebook-Account zu erstellen. "Dafür braucht man Projekte, um das Engagement der Besucher zu halten", erklärt Haller. So könne das Pfalzmuseum beispielsweise zum Annafest einen Trachtenwettbewerb veranstalten, die Fotos könnten auf Facebook gepostet werden.

Nicht zu unterschätzen ist außerdem die Mund-zu-Mund-Propaganda. "Empfehlungsmarketing", nennt Haller das. Flyer der Kaiserpfalz können in Hotels oder Pensionen ausgelegt werden, um auch Gäste aus anderen Regionen zu informieren.


Besucher wurden befragt

Um zu diesen Ergebnissen zu gelangen, haben die Studenten zuerst analysiert, wie bisher für das Pfalzmuseum geworben wurde. Dann kam es zur eigentlichen Besucherbefragung in zwei Zeiträumen. Anhand eines Fragebogens haben die Studenten die Besucher des Pfalzmuseum insgesamt drei mal befragt: ein mal im Winter 2016 während einer Eisenbahnausstellung, und je einmal im Sommer 2017 während der Afrika-Kulturtage und während des Kunsthandwerkermarkts.

663 Fragebögen haben die Besucher anonym ausgefüllt. In den Fragebögen wurde beispielsweise gefragt, wie man auf das Pfalzmuseum aufmerksam wurde. Außerdem mussten die Besucher im Fragebogen sozio-demografische Daten wie ihr Alter angeben. Gekostet hat das Projekt rund 2500 Euro, wie Museumsleiterin Fischer berichtet. "Und zwei Päckchen Gummibärchen für die Besucher", sagt sie und lacht.
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